Und sonst so…?

…Es läuft halt!

Guten Abend allerseits. Nach längerer Abstinenz möchte ich hier nun auch mal wieder ein paar Zeilen schreiben, auch wenn es im Moment nicht wirklich viel Neues zu berichten gibt. Das Praktikum läuft nach wie vor super und die vergangenen Wochenenden waren auch weniger spektakulär, so dass sich lediglich mal ein Resümee der vergangenen beiden Wochen und ein Ausblick auf die noch verbleibenden 6 Wochen und deren „Enden“ auf dem Subkontinent lohnen.

Anfang wie immer beim Ende des letzten Eintrags.

Während das Praktikum nach wie vor gut Arbeit bietet und ich mich lediglich über akuten Schlafmangel, aber keineswegs über Langeweile beschweren kann, waren die vergangenen beiden Wochenenden hier in Delhi zum Ausruhen und ein wenig auch zum exzessiven Feiern vorgesehen. Am ersten Wochenende stand Halloween ins Haus, jenes amerikanisches Klimm-Bimm-Fest, bei dem (ähnlich wie an Fasching) erwachsene Menschen zu kleinen Kindern mutieren und mit Kunstblut bemalt, in Klopapierrollen und Michael Meyers-Masken verkleidet durch die Gegend ziehen und Leute erschrecken. Als Faschingsmuffel also genau mein Ding! 😉

Da in Indien ohnehin jeden zweiten Tag irgendein hinduistischer Feiertag auf dem Plan steht, an dem immer ein Teil der Bevölkerung mehr oder weniger „wenig bis gar nicht arbeitet“ (wie sonst warscheinlich auch), so wird also auch dieses amerikanische Kinderfest auf dem Subkontinent begangen und überall steigen dementsprechend Halloween-Parties. Grund genug um also auch mal mitzufeiern, vor allem wenn der Partyort irgendein neureiches Farmhouse vor den Toren Neu-Delhis ist und es hier angeblich die besten Parties der Stadt geben soll. (Zitat: Robert und Kristopher). Umso unverständlicher dann die Tatsache, dass Herr Mogul Soundso Eintritt verlangt und jedem seiner „besten Freunde“ und deren Freunde erstmal 1000Rupees aus der Tasche zieht um sie dann mit Alkohol und Snacks bis kurz vor Mitternacht zu beköstigen. Naja, und da hier einiges laufen KANN, wenn man die Behörden nur ein kleinwenig darum „bittet“, waren also auch wir (die deutsche Delegation aus dem deutschen Haus und der deutschen Schule) mit auf der Eintrittsliste. Umso enttäuschender dann aber die Erkenntnis, dass Herr Großmogul Soundso anscheinend niemanden „gebeten“ hatte und die Party aufgrund einer verweigerten Genehmigung ausfiel. Also ging es in die altbekannten Lokalitäten in und um Delhi, wobei die Nacht letzlich im altbekannten Schickimicki-Club namens F-Bar ausklang und die Bettruhe auf 6Uhr morgens verschoben wurde. Wie gut ich an Halloween mit meinem Cowboy-Kostüm ins Geschehen gepasst habe, keine Ahnung. Jedenfalls wars ein lustiger und recht günstiger Abend, alles lief irgendwie gratis ab – kommt man hier rein, gibts den Stempel hierfür, trifft man den, der kennt widerum den und der klärt das alles am Einlass schon. Gut und günstig und im Endeffekt auch irgendwie eine schöne Nacht in Dreck-Delhi.

Apropos Dreck: Delhi versinkt im Moment anscheinend im Dreck und Smog. Das Müllproblem ist ja nichts Neues, der massenhafte Verkehr, der sich in den brutalsten Blechlawinen durch die Schotterpisten der Hauptstadt drückt, ist nichts Unbekanntes. Auch der schwarz-braune Schnupfen jeden Tag (mehr Detalis, Junge!!!) vom Straßendreck ist auch genial, was aber selbst mich hartgesottene Staublunge überrascht hat, war der Artikel in der Indian Times heute Morgen: Der Smog ist zurück in Delhi, die Stickoxidwerte sind so hoch wie nie und übertreffen den Normalwert um läppische 175%. Yess, baby! Einmal tief durchatmen und du kannst sicher sein ein Jahr weniger zu leben! Geile Sache, vor allem wenn man bedenkt, dass der Automarkt in Indien einer, der am schnellsten wachsendsten ist. Stichwort „Tata Nano„, das Superauto für den Durchschnittsinder für günstige 1800€. Meine Theorie ist schlussfolgernd wie folgt: Wenn immer mehr Inder, Chinesen, Europäer… warum nicht gleich die ganze Welt… Auto fahren und wir alle zusammen der gemeinen Mutter Natur richtig Abgas entgegenpusten, dann haben wir bald so tolles Wetter, dass wir nur noch kurze Hosen brauchen und die Sonne jeden Tag scheint. Wäre doch klasse, oder? Immerhin bräuchtet ihr in Deutschland dann nicht mehr frieren, wenn es wieder Oktober wird und wir können jeden Tag Cabrio fahren… Wie geil wär das denn?

Egal, ich will jetzt Sonne! Vorvergangenen Samstag dann nochmal mit Luis aus Berlin den letzten Samstag-Abend hier in Delhi verbracht (Junge, komm bald wieder!). Sonntag ging es dann etwas gechillter zur Sache. Auf dem Programm stand zunächst ein Brunch am Connought Place sowie ein Besuch des Lotus Tempels, einem Tempel,der sektenähnliche Strukturen aufweist. Irgendwie prallen hier alle Weltreligionen aufeinander und spielen heile Welt, während ein Redner irgendetwas auf Hindi predigt. Ich werd mich wohl noch etwas besser dazu belesen müssen, immerhin hatte das Informationszentrum schon zu. Aber man kann halt nicht alles haben – die Wahl stand: Besuch des Infomationszentrums oder Foto beim Sonnenuntergang hinter dem Tempel. Ich entschied mich für zweiteres! 🙂

Letztes Wochenende dann das gleiche Spiel. Freitag sollte eigentlich der Top-DJ weltweit, Armin van Buuren (NL) in Delhi in einer Lounge die Plattenteller kreisen lassen. Nach einer knappen Woche Vorfreude, war dann wieder alles ein großer Bluff. Typisch Indien – viel Wirbel um Nichts. Die Lokalität war zwar hammermäßig ausgestattet und man glaubte kaum, dass die reiche Oberschicht in Indien wirklich so einen guten Geschmack in Punkto Architektur und Ausstattung hat, aber 3000Rupees Eintritt (ca. 50 Muscheln) für 30min „Number 1-DJ of the World“ waren dann selbst dem „reichen Westler“ zu viel und so schlichen Max und ich uns durch geparkte Porsche Cayenne, Rolce Royce, Aston Martin und 7er BMW-Karossen zu unserer 50ccm-Rickshaw und gegen 1.30Uhr war dann Bettruhe an diesem, zugegeben, etwas vergurkten Freitag-Abend.

Viiiiiel besser und wirklich beeindruckend dann dafür der Samstag-Abend, als ein neuer Versuch der deutschen Delegation auf einer berühmt berüchtigten Farmhouse-Party auf dem Plan stand. Mottoparty!!! Thema: Hollywood – vs. – Bollywood. Westen gegen Orient sozusagen! Amüsant an diesem Abend, wirklich jeder Gast hatte sich etwas einfallen lassen und am Ende waren wir neben einer Dänin die einzigen „Weißen“ auf dieser Party, traditionell wie die indischen Filmhelden gekleidet. Uns gegenüber standen ca. 60 Inder und deren recht amüsant interpretierten Auffassungen der uns bekannten Hollywood-Stars aus „Blues Brothers“, „Fluch der Karibik“, „Der Pate“ etc. Jedenfalls sehr gute Kostüme auf beiden Seiten und ein Aufriß der Party, dass einen schwer staunen ließ. Getarnt als Clash-of-Culture-Party war es dann doch eine private Geburtstagsparty eines 26-jährigen Inders, der das Anwesen seiner Eltern als Feierfläche mißbrauchte. Das Anwesen war wirklich die Bombe – ein riesengroßer Pool (zum Glück leer, nach geschätzten 10 White Russian wohl auch besser so!), einem Buffet mit unzähligen Angestellten, einer hauseigenen Megabar mit Spirituousen von A wie Absinth bis Z wie Zuckerwasser, war alles dabei. Drei DJ´s, Partyfotograf und ordentlich Bollywood + Hollywood-Mucke… echt vom Feinsten und der Junge hat sich seine 26 Lenzen echt was kosten lassen. Allerdings weiß ich nicht mal seinen Namen und gratuliert habe ich glaube dem Falschen, egal. Die Feier war einstimmig eine der Besten bisher hier in Indien.

Gestern Abend dann der neu gegründete „Stammtisch“ der Deutschen Praktikanten-Delegation in Delhi. Auch wenn das Kind noch wachsen kann, auch der gestrige Abend war echt gut, zumal die gewählte Lokalität ein wirklich gutes Steak servierte (Ja, Steak! Kein Buff, kein Hund, keine Ziege! Hundert Prozentig heilige Kuh!!!). Danach noch in irgendeiner Hotelbar abgestiegen und dann von ein paar Indern nach Hause fahren lassen (Nein, keine Rickshaw diesmal! 🙂 )

Naja, und nachdem ich mich nun die letzten Tage in allerlei Schickimicki-Lokalitäten rumgetrieben habe und es langsam aber sicher eintönig wird, hier in Delhi, habe ich mich mal auf den Hosenboden gesetzt und noch die letzten verbleibenden Wochenenden durchplant. Herausgekommen ist ein ausgefüllter Terminkalender und mit Sicherheit nochmal mindestens 5000km Zugstrecke.

Eine kleine Auflistung:

Dieses Wochenende – Varanasi (die heiligste Stadt der Hindus am Ganges)

Kommendes Wochenende – Rishikesh (Hier haben sich die Beatles in den 60ern die Birne zugedröhnt und nahezu alle Songs für ihr „White Album“ geschrieben.)

27.-30.11. – Shimla (Bergkaff, dass man nur über eine Schmalspurbahn erreicht und wo man sich nur per Fuß fortbewegen kann)

5.-7.12. – Dehra Dun/Corbett Tiger Reserve (National-Park, wo man mit 0,5%iger Wahrscheinlichkeit Tiger sehen kann)

12.-14.12. – Dharamsala (Das Exil-Zuhause des Dalai Lama und nicht unbegründet auch als „Little Tibet“ in Indien bekannt. Nebenbei erwähnt die Top2, neben Kathmandu auf meiner Reise nach Südasien!)

Man sieht, das Programm ist brechend voll und ich freu mich riesig hier mal wieder rauszukommen. Indische Zugfahrten sind superkomfortabel und saugünstig. Naja, und da ich anscheinend auch in die Gunst meiner Mentorin gefallen bin, hat sie mir heute gleich mal noch einen Zusatztag freigegeben, den ich auf Freitag gelegt habe, damit mal mehr drin ist als 24h Zugfahrt und 36h Verweilen am Zielort. Danke, Ulrike! 🙂

Jo, ansonsten gibt es nicht viel Neues hier aus Delhi. Der Schlafmangel fordert seinen Tribut und irgendwie hat es mich heute voll hingelegt, so dass ich gleich mal von 16 bis 18Uhr durchgeschlafen habe und eigentlich zum Martinsfest der Schule wollte. Naja, sollen die Kids mal ohne mich ihre Lampions aus dem Kunstunterricht verbrennen und „Sonne, Mond und Sterne“ trällern.

Ansonten dann gibt es den nächsten Eintrag nach Varanasi, wo es mit Sicherheit interessant wird, denn hier verbrennen die Hindus ihre Verstorbenen Angehörigen am Ufer des Ganges und die Ghats (Treppen am Ufer des Ganges) sind Schauort unzähliger hinduistischer Rituale wie Waschungen und Gebete. Rock on, Michael!

Bis die Tage und viele Grüße aus Delhi!

„Staublunge“ Michael

PS: Ein Paar Bilder der letzten Tage u. der Farmhouse-Party gibbet >>HIER<<.

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Eine Antwort to “Und sonst so…?”

  1. Erik Zocher Says:

    nabend.
    maechtig viel los bei dir/ euch.
    und ein volles program für die naechsten wochenenden.
    gute tipps fuer meine ferien im januar und im maerz wenn dann mein grrlfriend kommt.
    hab ganz schoen nach dir suchen muessen aber hey, internet machts mal wieder moeglich.
    hab auch nen travelblog.
    http://www.travelblog.org/Bloggers/zocherik/ der vollstaendigkeit halber.
    bis die tage. zum bsp donnerstag im urban, jetzt wo ich quasi um die ecke wohne. als naehe nehru place.
    gruesze

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