Es weihnachtet schwer… Santa rockt Delhi!

…und auch wenn man vermutlich an Weihnachten aufgrund des Smogs in Delhi nicht das Sternenfeuer am Firmament sehen wird, die die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus verkünden sollen, arbeitet momentan alles, aber auch wirklich alles in und an mir „straight“ Richtung Weihnachten. Der Grund ist genauso simpel wie wortwörtlich naheliegend: Fronturlaub!  Es geht für knappe 2,5 Wochen in die Heimat, raus aus dem tagtäglichen Stress hier in Delhi, der sich auf „unerklärliche Weise“ zum Ende des Schulhalbjahres vermehrt hat. Aber getreu dem Motto „Nur unter Druck entstehen Diamanten“ ist mittlerweile der Großteil abgearbeitet – bleiben nur noch mein Umzug, Weihnachtsgeschenke und Formalitäten fürs kommende Jahr hier in (dirty) Delhi.

Der Eintrag kommt reichlich spät – mittlerweile sind wieder zwei Wochen vergangen und in denen ist auch hier einiges passiert und über die Bühne gegangen, sprichwörtlich!

Den Beginn macht das vorvergangene Wochenende, welches komplett hier in Delhi verbracht wurde. Zum Auftakt kam Besuch – Sven aus Leipzig, mein alter Schulbanknachbar und ebenfalls Weltenbummler hat sich auf die Socken gemacht um in den kommenden 12 Monaten Asien mit einem bischen Leipzig-Flair zu versehen. Naja, und wie es halt so läuft, liefen nach einer stressigen Schulwoche zunächst einmal jede Menge „Krawallbrausen“ (Svens neuartiger Begriff für Gerstensaft) in unsere Kehlen – HappyH in der QBA. Hiernach ging´s direkt nach Hause, wo die „Jägermeister und Smirnoff-„Reste“ weggebechert wurden. Gut angeheitert sollte es eigentlich auf eine Rooftop-Party irgendwo im Nirgendwo gehen. Ok, das Haus haben wir gefunden, aber die Partylokalität wurde verfehlt und so landeten Sebastian (Lufthansa-Praktikant), Sven und meiner Einer auf einer WG-Party mit lauter Eingeborenen und einem Franzosen im Erdgeschoss. Wie es der Zufall aber wieder einmal will, erwies sich diese Party aber als absoluter Bringer. Die Leute, zumeist Bandkollegen einer ziemlich bekannten Band in Delhi – Men Who Pause (Vgl. „Menopause“ – ein bemerkenswertes Wortspiel, über welches ich auch erst aufgeklärt werden musste!!!), waren allesamt derart aufgeschlossen (wie eigentlich alle Inder), dass es unverschämt gewesen wäre nach den unzähligen weiteren Drinks noch ins Dachgeschoss zu wechseln. Mit den Jungs von Men Who Pause hat sich mittlerweile auch so eine Art Deutsch-Französisch-Indische-Freundschaft aufgebaut. Sven denkt ernsthaft über eine Roadie-Karriere bei der nächsten Tour nach, Sarrabjt (der Sänger) lädt immer wieder zu weiteren Feiern ein, wir hören die Musik rauf und runter, man trifft sich hin und wieder – super…

Naja, und wie WG-Parties so gewöhnlich ablaufen, man trinkt, man quatscht und ergänzend wurde diesmal Guitar-Hero gezockt. Zugegeben, ich habe noch nie diese Plastik-Klampfe in der Hand gehalten, aber das Spiel macht einen Heidenspaß und wenn man fast schon „professionell“ Metallica´s „One“, „Hier kommt Alex“ oder „Smoke on the water“ in die Saiten scheppert, kommt schnell ein echtes Rockstar-Feeling auf man geht ab, wie Santana höchstpersönlich – nur eben nicht vor tausenden jubelnden Fans, sondern vor ca. 20 angetrunkenen Partygästen. Sehr sehr geil!

Nach Hause ging es mit dem Techniker der Band, durch eine wilkürliche Polizeikontrolle, bei der der korrupte indische Bullenstaat sich in bester Manier zeigte (einer schlafend, der andere übermotiviert, der andere „leicht“ bestechlich). Zum Ziel kamen wir dennoch, auch wenn es Sven in seiner zweiten Nacht in Indien vorzog auf einer indischen Couch zu nächtigen. 😉

Samstag: Weihnachtsmarkt!

Ja, richtig – Weihnachtsmarkt in Indien! Die deutsche Außenhandelskammer in Delhi und die dt. Schule haben gemeinsam einen Weihnachtsmarkt ausgetragen. Zunächst recht skeptisch dem ganzen Unterfangen gegenüber, war es letztlich doch eine sehr gelungene Veranstaltung. Dank fleißiger indischer Arbeiterhände, die wirklich Tage und Nächte zuvor alles gegeben haben, damit der Markt auch am Wochenende steht, ging das Ganze vollends zufriedenstellend über die Bühne. Der Aufwand war so groß, dass man sogar Radio-Spots sendete um das Ganze anzukündigen. Der ganze Markt hatte dann sogar ein bischen Ähnlichkeit mit unseren Weihnachtsmärkten – einzige Ausnahmen: Es gab lediglich einen Glühweinstand, welcher eingeflogen werden musste, keinen einizigen echten Tannenzweig (woher auch!?) und die Temperatur lag tagsüber um die 20 Grad – also nicht unbedingt Glühwein-Athmosphäre, mit Sonneneinstrahlung dafür aber doppelt wirksam, wie man bei einigen indischen und deutschen Marktbesuchern schnell sehen und riechen konnte. Als ziemlich bedrückend empfand ich die schwer bewaffneten und zahlreichen indischen Polizisten und Sicherheitsleute, die den Markt ringsum absicherten. Aufgrund von 26/11 (so nennen die indischen Zeitungen das Attentat von Mumbai) wenige Tage zuvor, kursierten zahlreiche Sicherheitswarnungen und leider auch Drohungen über kommende Anschläge. Außerdem ist die Zeit um den 6. Dezember in Indien immer recht kritisch, da an selbigem Tag im Jahr 1991 in Ayodhya ca. 10000 Hindus eine bedeutende Moschee angriffen, diese zerstörten um an gleicher Stelle einen Tempel zu Ehren Lord Ramas zu errichten. Seit diesem Tag werden um dieses Datum immer wieder Anschläge erwartet und leider auch verübt. Und nach den Angriffen auf Ausländer in Mumbai wenige Tage zuvor, wollte man einfach auf Nummer sicher gehen. Jedenfalls kein so schönes Szenario, wenn vor dem Weihnachtsmarkt zunächst ein MG-bewaffneter Polizist auf einen zukommt um eine Taschenkontrolle durchzuführen. Incredible India!?

Leider war es mit nicht vergönnt ausschließlich zum Schlenkern und Rumfuttern über den Markt zu gehen. Als eingeteilter Fotograf und Nikolaus verkleidet konnte ich aber auch so manche interessante Beobachtung bei den Indern im Umgang mit Weihnachten machen – aufgrund religiös bedingter Unterschiede wissen die Kidsbeispielsweise nichts mit Santa Klaus / Weihnachtsmann oder Sankt Nikolaus anzufangen. Sie haben kaum Ehrfurcht oder gar Angst wie deutsche Kids vor ihm, sondern fanden es sehr lustig bei dem „bärtigen Alten“ auf dem Schoss zu sitzen um fürs Foto zu posieren. Vielleicht lag es aber auch an mir, denn immerhin war der Kunstbart mehr als lästig und rutschte hin und wieder unters Kinn – sehr zur Freude der kleinen Besucher. Alles in allem war die Veranstaltung doch ein recht aufgeblasenes Sehen-und-Gesehen-Werden, die Stände verkauften ähnlich wie in Deutschland den gleichen Nippes, lediglich war Handeln hier oberstes Gebot. Die Bratwurst und das Bitburger waren neben den zwei Glühwein und der Waffel sowie der weihnachtlichen Musik dann aber doch ein bischen Heimat, auch wenn es die Temperaturen nicht so zuließen!

Samstag Abend dann wieder Party mit Sarrabjt und Co. Diesmal ging es mit den Jungs auf ein Konzert, wo sie ihre Spielkunst zum Besten gaben. An diesem Abend wurde mir klar, warum man die Band als eine der besten in Delhi handelt. Die Jungs verstehen es wirklich zusammenzuspielen und ihr Stil ist irgendwas zwischen Sterephonics und Foo Fighters – in jedem Fall sehr geiler indischer Alternative-Rock von professionellen Musikern „headbang-reif“ vorgetragen.

Sonntag dann das gleiche Spiel auf dem Weihnachtsmarkt – Fotos schießen und den Weihnachtsmann miemen. Der Feierabend nach diesem Wochenende wurde dann stilecht im Moets bei Riesengarnelen und griechischem Salat begangen. 😉

Kurzer Abriss der vergangenen Woche: Jede Menge in Vorbereitung der Theateraufführungen zu tun, jede Menge Vertretungsstunden und Hausaufgabenbetreuung. Abschluss meiner Geschichtseinheit zur Reichseinigung 1871, Kunsteinheit zum Thema „Landschaftszeichnung“ auch abgeschlossen, Requisitenbau und und und… Ich war jedenfalls keinen Tag unter der Woche vor 19 Uhr zu Hause. Zum Glück kommt immer ein Freitag und aufgrund verschiedenster Festivitäten in Delhi auch wieder ein Wochenende, an dem man nicht wirklich zum Ruhen gekommen ist. Freitag Abend war Anstoß: 20 Uhr ging es zum Empfang ins Goethe-Institut – Häppchen, Cocktails und Buffet fassen. Als „Mitorganisator“ des deutschen Beitrags und auserkohrener „Chefdesigner“ aller Werbeträger der deutschen Schule auf dem Festival auch eine Selbstverständlichkeit. 😉 Nein, im Ernst. Ich hatte die Woche auch alle Hände voll zu tun – angefangen bei den Requisiten für das Theaterstück, über Plakatgestaltung und -druck und Gestaltungskonstanten bei der Banner-Prodution im Sinnbild des Corporate Design der Schule (ja, es gibt Schulen, die legen da großen Wert drauf!!!), war das auch ein krönender Auftakt zur Festivalwoche, die noch bis Ende dieser Woche geht. War schon ziemlich cool, mal alles Theoretische aus dem Studium in der Praxis anzuwenden, vor allem wenn man Schaltungs- und Waltungsfreiheit vom Schulleiter übertragen bekommt. Letztlich hängen nun meine Plakate nun in der deutschen Botschaft, im Goethe-Institut, in der Außenhandelskammer und natürlich in der Schule aus. Macht schon ein bischen stolz! 🙂 Danke an dieser Stelle auch an Max, der mich in Sachen Druck und Transport reichlich unterstützt hat.

Der Abend im Institut war auf jeden Fall sehr gelungen und nach zahlreichen Gesprächen u.a. mit dem Ex-Direktor der Provinz Uttar Pradesh (Nordindien) und dem Chefdesigners des Sympsosiums aus Beijing ging es im Anschluß standesgemäß mit Rickshaw zu einem Festival, welches sich als besonderer Leckerbissen herausstellte, nicht zuletzt wegen der Thematik, sondern auch wegen der Umsetzung ein Leckerbissen: „The First Graffiti Artist Festival in Delhi“ – Der Name ist Programm – die urbane Subkultur „Graffiti“ hält Einzug in Delhi und das muss zelebriert werden. Ausgetragen vom Alliance Francáise (dem franz. Pendant zum Goethe-Institut) in einem Einkaufszentrum (den hier anwesenden Damen nur zu gut bekannt als Mall wo Gucci und Prada fließen), hatte das Festival zwar schon von Anfang an ein wenig seiner Urbanität verloren, die Eröffnungsparty dann war aber echt der Hammer. Man hatte zeitweise das Gefühl auf dem Jam aus dem „Wildstyle“-Film von 1983 dabei zu sein. Auf einer Bühne zwei französische Writer, die eine Leinwand besprühten (der Eine echt gut, der Andere eher schlecht). Das Ganze war untermalt von feinstem Oldschool-HipHop, Funk und Rock-Klassikern – eine echt geniale Party über den Dächern Delhis, wo hin und wieder ein Flugzeug einkam und man dachte, dass er es nicht mehr bis zur Landebahn schafft, so nah waren die Flieger der feiernden Meute. Supergeil und ein echt gelungener Abend! Der Abend hat dann auch den entscheidenden Impuls gegeben im kommenden Schulhalbjahr einen Graffiti-StreetArt-Workshop in der Schule anzubieten. Nach einigen Gesprächen mit den SuS (akademisch-erziehungswissenschaftliche Abkürzung für Schülerinnen und Schüler) ist da jede Menge Interesse und vor allem freie ergraute Fläche, die nur noch durch den Schulvorstand freigegeben werden muss! In jedem Fall mein Vorhaben für 01-03/2009 in Delhi…

Samstag war dann Generalprobe für das Theaterstück „Unser Fluss“ im Jantar Mantar, einem 400 Jahre alten Observatorium im Herzen Delhis. Nach zahlreichen Diskussionen mit den Bediensteten des Observatoriums (die anscheinend alle von nichts wussten) ging die Probe dann doch noch erfolgreich über die Bühne. Hier habe ich mal wieder eine Lektion in Sachen „Warum einfach wenns auch kompliziert geht!?“ erlebt. Nachdem der geschäftstüchtige Inder eine gute Gelegenheit witterte von der großen Horde Ausländer den, im Vergleich zu Indern horrenden, Eintrittspreis ins Observatorium zu kassieren, gab es beim Aufbau gleich die nächsten Schwierigkeiten. „No, this is a protected sight!“ – alles denkmalgeschützt… Man wollte einfach mal wieder „Bagshish“ (Schmiergeld) haben um nicht permanent zu stören und um die benötigten „Permitionen“ auszustellen. Clever, aber was macht ein findiger Deutscher in so einer Situation? Richtig, der deutsche Berufsalltag lehrt uns: Er fragt erstmal nach dem Chef. Und vor dem haben gewöhlich alle Arbeitnehmer im Subkontinent eine Heidenangst. Also ein kurzes Telefonat mit dem Chef und eine wenig später aufkreuzende Festivalkoordinatorin (aus Österreich – Eva, die Frau eines Kollegen!) und schon trollten sich die mittlerweile fast 20 „Bediensteten“. Wirklich unglaublich, aber ohne Schmiergeld machen es einem bestimmte Menschen hier echt schwer. Vorausgesetzt man weiß sich nicht zu helfen. Jedenfalls brauchten wir dann keinen Eintritt zahlen und der Aufbau aller Requisiten war auch kein Problem mehr.

Nach der Probe dann eine weitere Lektion in Sachen: Lehrer-Schüler-Beziehung. Nachdem ich ja nun in der 9. Klasse den Großteil meiner Stunden abgehalten habe und diese Klasse wirklich sehr sehr entgegenkommend und freundlich war, war es nun mal Zeit mich bei ihnen zu bedanken. Naja, und was macht man dann mit einer Horde pubertierender HipHop-hörenderPlagen? Richtig, man lädt sie mal auf einen Happen ein. Die Lokalität war schnell gefunden – Pasta beim Italiener ist ohnehin eklig, was zählt sind solide Grundnahrungsmittel aus dem „goldenen M“. In Deutschland undenkbar wegen unverschämter Preise, ging es mit den 3 (!) Neuntklässlern dann zu Mc Donald´s, wo man mal ordentlich auf „(Fast-)Lehrerkosten“ dinnieren konnte.  Naja, bei so viel Zufriedenheit auf beiden Seiten war es dann wohl doch mal an der Zeit. Ich hätte mich damals sehr gefreut, wenn mein Lehrer mal so eine Geste gezeigt hätte.

Am Abend kam dann Sven bei mir vorbei, den schon seit einigen Tagen Reisevorhaben beschäftigen. Also haben wir noch nach einem Zug für ihn Richtung Agra gesucht, von wo aus er seine Rahjasthan-Tour beginnen wird. Gemeinsam mit meinem Mitbewohner Thomas ging es dann noch zum Abendessen ins Moets und anschließend hatten mal wieder Sarrabjt und seine Jungs zum Umtrunk geladen – just another WG-Party mit ausreichend Guitar Hero (ich werde immer besser) und reichlich „Krawallbrause“. Wieder eine sehr geile Party – So müssen Rockstars leben!!! 😉

Sonntag dann der erstmal ausgeschlafen und dann in die deutsche Botschaft – Nikolausfeier der deutschen Gemeinde. Auch hier wieder ein Sehen-Und-Gesehen-Werden und die Anwesenheit der deutschen „Who-is-Who“-Delegation aus Politik und Wirtschaft und deren Kids. Nach einem ziemlich umfangreichen Programm, ausgetragen von den Stiften der deutschen Schule, gab es dann hier wieder ordentlich Happa-Happa! 🙂 Am genialsten fand ich aber den Weihnachtsmann, der auf einem Elefanten in die Botschaft geritten kam und anscheinend so angetrunken war vom vorausgehenden Glühwein-Glühen, dass er sturzbetrunken vom Elefanten gefallen ist. Echt geil und nach Aussagen von einem Auslandskorrespondenten der dpa einen Artikel in der deutschen Monatszeitung wert.

Am Abend wurde dann Svens Abschied zelebriert – beim Lieblingsitaliener im Sartoria. Dabei waren ausschließlich Leipziger (Erik, ich und Sven natürlich). Drei von insgesamt 5 Leipzigern mittlerweile vor Ort. Damit ist die Berliner und Württembergische Fraktion übertroffen! Langsam kommt richtig Lokalpatriotismus auf! (Put your hands up for L.E., i love this city!!!).

Montag dann die Premiere von „Unser Fluss“ im Goethe-Institut.  Fazit: Eine gelungene Sache, viele kritische Augen aus Presse, Kultur und Elternschaft mit einem einheitlichen Urteil: sehr gut!!! Zwei Filmteams waren anwesend, die das Ganze aufzeichneten. Überall die Banner der dt. Schule und jede Menge Interviews nach dem Stück – Sendezeit Donnerstag 15.30 / 21.30 Uhr indischer Zeit auf NDTV. Als kurz vorher ernannter „Art Director und Koordinator in Sachen Bühnenbild“ durfte ich dann noch eine Erklärung über Farbsymbolik, künstlerische Intension und Umsetzung geben. Klingt alles recht hochtragend, aber irgendwas muss man den Leuten vom Fernsehen ja erzählen. Bin mal gespannt auf morgen!

Am Abend dann mein erster Bollywood-Movie überhaupt. Geschlagene drei Stunden „Rab ne Bana“, so der Titel des Films. Die Handlung ist kurz erzählt – eine Beziehungskiste. Ein Mann verspricht am Sterbebett dem Schwiegervater dessen Tochter glücklich zu machen, sie will aber nichts von ihm. Folge: der Hässlon verkleidet sich zum Superchecker und spielt ein Doppelleben der Frau vor. Superchecker und Frau machen einen Tanzkurs, verlieben sich irgendwann auch ineinander, Hässlon kommt in die Zwickmühle, Schwindel fliegt auf, großes Drama und am Ende Versöhnung. Aus Ende, alles dramatisch inszeniert von einem gewissen Shahrukh Khan (dem indischen Brad Pitt), der angeblich in unserer Nachbarschaft ein Haus haben soll. Dieses Gesicht ist wirklich allgegenwärtig, egal ob auf Werbeplakaten für Pepsi, Handys, Kreditinstitute, Gesichtsaufheller oder eben Filmplakaten. This guy sucks, weil allgegenwärtig und so! Jedenfalls ein schöner Schmuh aus Singen und Tanzen und „alle haben sich lieb“. Sehr amüsant in jedem Fall wie sich Inder im Kino benehmen. Während die „Generation Playstation“ Popcorn-futternd in seinem Sessel klebt, feiert Indien eine Party im Kino. Mal steht einer auf und jubelt laut los, dann klatscht das ganze Publikum, singt mit oder lacht sich so schief und krumm, dass man vom Film nichts mehr versteht. Resultat zu Bollywood: Sehr cool und mit Sicherheit allein deswegen im kommenden Jahr einen weiteren Besuch wert, auch wenn es nach 3h Film nicht einen einzigen Kuss, eine Schlägerei, eine Verfolgungsjagd, geschweigedenn Pimperszene, Blut oder sonstwas Hollywoodähnliches zu sehen gab. Tag zu Ende, meiner Einer tot ins Bett gefallen!

Gestern dann die Theateraufführung im Jantar Mantar, auch ein voller Erfolg und diesmal ohne Zwischenfälle seitens der „Bediensteten“. Diesmal waren die Fronten von vorneherein klar. Auch hier wieder viele begeisterte Zuschauer, ein Fernsehteam und ein zufriedener Schulleiter nebst sich feiernden SuS. (was gelernt?) 🙂

Eigentlich wollte ich gestern Abend noch zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Afghanistan, Pakistan und die dortige Misere“ gehen, allerdings hat es mich nach der Veranstaltung im Jantar Mantar einfach nur noch hingelegt und es ging nichts mehr – Luft raus!

Naja, und für den Rest der Woche steht dann nur noch ein „kleiner“ Umzug auf dem Plan. Da meine jetzige Vermieterin mein Zimmer schon wieder weitervermietet hat (konnte im August ja keiner wissen, dass alles ein bischen anders kommt als geplant…), werde ich ab Donnerstag 3 Häuser weiter ziehen und das Zimmer beziehen, welches schon Kristopher (mein ehemaliger Praktikantenkollege) und Sanela bewohnt haben. Kostet zwar doppelt so viel wie bisher, ist dafür aber auch wesentlich gemütlicher und komfortabler. Wäscheservice, Strom und ne richtige Küche inklusive, genau wie zwei deutsche Doggen (ouiiiii!!! – Vgl. den jungen Bismarck) und ein Papagei. Außerdem ne Dachterasse und endlich dichte Fenster sowie unlimited warmes Wasser!!!

Es grüßt aus dem smoggisch weihnachtlichen Delhi,

Michael

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