Archiv für Januar, 2009

Die Geschichte vom alten Mann in Mönchsrobe

Posted in India on Januar 18, 2009 by indiapore

Das Indien ein Schmelztiegel aller Weltreligionen ist, und dass der Hinduismus und der Islam hier warscheinlich die Masse ausmachen, weiß jeder halbwegs belesene Wikipedia-Junkie. Dass der Buddhismus aber auch seine Wurzeln in Indien geschlagen hat, dass Buddha hier seine Erleuchtung gefunden hat und dass Dharamsala das Exil-Lhasa der von den Chinesen unterdrückten und z.T. auch verfolgten Tibeter ist, wissen nur die wenigsten. Und wenn man sagt, dass in Dharamsala auch „Seine Heiligkeit, der Ozean des Wissens, der XIV. Dalai Lama“ lebt, dann wissen das womöglich nur noch eine handvoll Leute.

Die buddhistische Religion und deren Kultur interessiert mich nicht erst seit Nepal und da der Norden Indiens auch in vielen Gebieten von eben diesem geprägt wurde, geht es hin und wieder auch hierher (aber nicht etwa um Erleuchtung zu suchen, sondern zum Abspannen). Der gestrige Samstag war allerdings eines meiner absoluten Highlights hier in Indien in punkto „Michael meets…“. Manchmal lohnt es sich doch, wenn man hartnäckig bleibt. Nachdem ich am Freitag von einer Kollegin eine Email erhalten habe, in der die „Jamia Millia Islamia“, Delhis größte muslimische Universität, zu einem Kongress geladen hatte, bei dem der Wandel und das Verhältnis zu den Weltreligionen nach dem 11.September 2001 aus der asiatischen Perspektive zum Thema stand, war es vor allem eine Zeile, die mein Interesse (und warscheinlich auch das von vielen Anderen) weckte – „His Holiness, the 14th Dalai Lama, will give the opening speech“ – Der Dalai Lama höchstpersönlich in Delhi – ein Ereigniss, dass ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Und so kam es, dass ich zu höchstunchristlicher Zeit (8.30Uhr an einem Samstag!!!) meinen Allerwertesten aus dem Bett erhob und mich mit Katrin (Leipzig!!!) vor dem Auditorium traf um eben dieser Eröffnungsrede beizuwohnen.

Okay, da man aber auch in Indien das Geschäft mit der Bildung schon längst entdeckt hat, wollte man uns natürlich auch gerne für den 3-tägigen Kongress gewinnen und der sollte stolze 100US$ kosten. Jedenfalls ging es nach ein paar Gesprächen mit diversen Organisatoren dann doch ins Auditorium und nach erfolgreicher Filzkontrolle am Einlass saßen wir beide in fünfter Reihe zentral vor den Podiumsgästen und warteten auf „HH“ (His Holiness). Anstoß zum Kongress sollte 10.30Uhr sein und da der Buddhismus ja unter anderem auch für seine Ruhe und Gelassenheit bekannt ist, zögerte sich alles auf ca. 1h Verspätung hinaus.

Als alle Saal-Anwesenden sich erhoben und ein leichtes Raunen durch die Reihen ging, war klar, dass ER jetzt da ist – mit gebücktem Gang und allerlei Begleitern sowie dem gesamten Kongress-Gremium stand er auf einmal auf der Bühne – Tenzin Gyatso – Seine Heiligkeit – Ozean des Wissens – Der 14. Dalai Lama, in den 1950ern aus Tibet von den Chinesen vertrieben, über den Himalaya geflüchtet und letztlich in Dharamsala eine neue Bleibe gefunden, stand er auf einmal leibhaftig vor einem – die Reinkarnation Buddhas. Jeder kennt ihn, jeder weiß wie er aussieht und trotzdem war der Mann, der da vorne stand alles andere als seine Heiligkeit – er wirkte auf mich wie ein alter, gebrechlicher Mann, der es versteht Witze zu machen, daher äußerst sympatisch wirkt und stets ein leichtes Grinsen im Gesicht trägt. Wirklich eine Begegnung, wie ich sie mir in diesem Riesenland nie erträumt hätte – aber der Zufall macht manchmal alles anders.

Während ich mittels Telezoom ca. 200 Bilder von allen möglichen Mimiken und Gestiken von „HH“ erhaschte, erzählte er den Zuhörern (ca. 300 Mann) alles mögliche rund um das Thema Vorurteile, Gleichheit aller Religionen, aller Menschen, Probleme und wie man sie beheben kann und und und. An seiner Seite stets ein buddhistischer Mönch, der dem Dalai Lama half, sollte er einmal nicht die richtigen englischen Worte finden, so dass er sie ihm auf tibetisch nannte und prompt die englische Übersetzung erhielt.  Was mir besonders auffiel, war die Tatsache, dass der Dalai Lama für seine Rede anscheinend keinerlei Vorbereitung hatte und aus dem Bauch heraus sprach. Die Rhetorik, Mimik und Gestik, die er hier an den Tag legte, war trotzdem so beeindruckend, dass man ihm einfach zuhören musste.

Das ganze Spiel ging dann etwa 2h, inklusive anschließender Fragerunde, wo Zuhörer seiner Heiligkeit Fragen stellen konnten zu allen möglichen weltlichen und geistlichen Themen und die er (wenn auch sehr ausschweifend) beantwortete. Jede Antwort fing irgendwo mit einem einfachen Satz an, verlief dann aber schnell in tiefe gedankliche Linien, wo man echt merkte, dass dieser Mann weiß wovon er spricht. Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es nicht etwa streng buddhistische oder in irgendeiner Weise religiöse Ansichten waren, die der Dalai Lama da vertrat, sondern viel mehr menschliche Prinzipien gewaltloser und in jeder Hinsicht friedlicher Konfliktlösung waren – nicht umsonst hat sich hier mein Bild des Buddhismus einmal mehr bestätigt – nämlich, dass dieser für mich die warscheinlich „menschlichste und friedlichste“ aller Religionen zu sein scheint. Nicht zuletzt wegen der angenehmen Art und Weise des Dalai Lama, der zum Teil für mich sehr suspekten Aussagen der Redner anderer Religionen und den Tatsachen, die wir jeden Tag frisch serviert in den Nachrichten bekommen. Auch die Toleranz, die der Dalai Lama ausstrahlt und auch öffentlich zur Schau trägt, war sehr beeindruckend. Er trug beispielsweise ein muslimisches Pali-Tuch, welches er kurz vorher an der Jama Masjid, Indiens größter Moschee von einem Moslem geschenkt bekommen hatte und welches er jetzt über seiner Mönchsrobe trug – und das nicht etwa als politisches Statement (Palästinenser tragen u.a. ein solches Tuch zum Ausdruck ihrer Abneigung gegen die Juden, dt. Kids als Ausdruck ihrer Gruppenzugehörigkeit – „Krocha“) – er sagte schlicht und einfach „Ich bin nur ein einfacher Mensch, der friert und sich dieses Tuch übergeworfen hat um eben nicht zu frieren.“ Sehr sehr einprägend, war auch folgende Aussage zur Gleichheit aller Menschen – wir werden alle von einer Mutter geboren und von ihr genährt. Es gibt keine besseren und schlechteren Menschen auf dieser Erde – jeder soll seine Kinder so erziehen, wie er es für richtig erachtet, aber auf keinen Fall unter dem Gesichtspunkt anderen Menschen mit dieser Auffassung irgendwann zu schaden. Religion sollte nicht über den familiären Rand hinausgetragen werden, so sein Statement, was in einer Welt voller Glaubenskriege aber schwierig ist, denn die Karten scheinen so gut wie alle ausgeteilt zu sein und es bleibt in erster Linie die Hoffnung auf die menschliche Vernunft.

Ich möchte hier nicht in Einzelheiten aus den verschiedenen Reden verfallen. Es war in jedem Fall ein sehr interessantes und vor allem sehr informatives Zusammenkommen zwischen dem Dalai Lama und den verschiedenen geistigen Vertretern aus Religion und Wissenschaft. Am schönsten war die Athmosphäre, dass alle Vertreter gemeinsam miteinander geredet haben und keiner dem anderen auch nur irgendein Vorurteil gegenüber hatte. Wirklich beeindruckend und leider viel zu wenig praktiziert in unserer Welt – die besten Beispiele liegen ja auf der Hand – Israel, Afghanistan, Irak… Die Liste wäre lang, wenn man alles aufzählen müsste. In einem kann ich dem Dalai Lama nur zustimmen, nämlich dass es die Inder schon über 1000 Jahre lang geschafft haben auf ihrem Subkontinent alle Religionen dieser Welt zusammenzubringen und ein Zusammenleben möglich ist, wie dieses Land es ja augenscheinlich verkörpert. Diese Leistung sollte nicht unterschätzt werden und vor allem darf man sich durch die in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Konflikte nicht davon abbringen lassen diesen Dialog und dieses Zusammenleben zum Erliegen zu bringen. Ist der Dialog erst einmal abgerochen, ist Gewalt nicht mehr weit – eine Erfahrung, die wir alle bestätigen können und zu der es nicht kommen soll.

Wünscht man also auch mir morgen auf dem F.F.R.O. (Ausländer-Registrierungsbehörde) viel Erfolg, dass auch hier der Dialog fruchtet und ich mein Visum verlängert bekomme, ansonsten heißt es kommenden Freitag Koffer packen und ab ins Ausland, was ich nicht hoffen möchte.

Ein paar Bilder vom Kongress gibt es >>HIER<<.

Es grüßt aus Delhi

der Erleuchtete 🙂

Update (23-01-2009): Ein wirklich sehr gut geschriebener und absolut den Tatsachen entsprechender Artikel zu einem ganz anderen Problem, nämlich zu Indiens allgegenwärtiger „Service-Class“ findet ihr auf diesem Link. (Weiterleitung zu Bennis Blog)

Zurück an der Bildunsfront

Posted in India on Januar 14, 2009 by indiapore

Ein gesundes, erfolgreiches und vor allem aber möglichst stressfreies neues Jahr 2009 an alle!

Nachdem der Neujahrsgruß „leicht“ verspätet in die Welt geschickt wurde, hier wieder ein paar Neuigkeiten aus Indiens Hauptstadt.

Seit vergangener Samstagnacht bin ich nun wieder hier und obwohl ich ja kein Freund von Schleichwerbung bin, muss ich doch mal über meinen Schatten springen und Österreichs Airline #1 in höchsten Tönen loben und bedanke mich für diesen äußerst angenehmen und kulinarisch abwechslungsreichen Holzklasse-Flug von Leipzig nach Delhi. Muss schon sagen, da kann sich Deutschlands Vorzeige-Airline mit dem Kranich (um Schleichwerbung diesmal zu vermeiden) eine dicke Scheibe abschneiden, denn nach nunmehr 5 Flügen zwischen Leipzig und Delhi musste ich erneut feststellen, dass die Ösis nicht nur die günstigsten, sondern auch die freundlichsten, zuvorkommendsten und ja, auch die leckersten auf dieser Strecke bei normalem Studentenbudget sind. Danke!

Wie gesagt, Ankunft war vergangene Samstagnacht und wer jetzt denkt, dass es vom Immigrationsschalter direkt auf die Piste ging, der irrt. Es ging direkt in die Falle. Zuvor aber noch mit dem Taxi „nach Hause“ (wie sehr ich diese Bezeichnung doch hasse…) und noch auf der Fahrt dahin wurde mir klar, nachdem ich einmal mehr dem Kofferträger am Airport ein paar Rupies in die Hand gedrückt hatte (und das obwohl mein Koffer Rollen besitzt) und der Taxifahrer nach Gleichem lechzte, dass das der Anfang vom Ende hier in Indien sein wird. „Junge, durchhalten! Nochmal 3 Monate!“ – Zugegeben nach den erholsamen Tagen zu Hause war´s nicht ganz leicht wieder in die Welt zu ziehen, die Lieben zu Hause zu lassen und Flachbildfernseher, Badewanne und schier unendlich Joghurt im Kühlschrank  wieder gegen Heizlüfter, verstaubte Geschäftsregale und Duschköpfe mit stecknadelgroßem Wasserstrahl zu tauschen. Aber das sind alles die kleineren Dinge, die diese Welt von unserer unterscheiden und wirklich hart trifft mich das hier nicht. Man gewöhnt sich halt nur viel zu schnell an den heimischen Komfort, auch wenn es zu Hause keine „Maids“ gibt, die einem sprichwörtlich den Allerwertesten hinterhertragen (Freundin und Mutter an dieser Stelle ausdrücklich ausgeschlossen!!!). 🙂

Nichts desto Trotz bin ich seit Montag wieder an der Bildungsfront. Bewaffnet mit Laptop, Lehrbüchern und allerlei anderem Schlukram kämpfe ich nun wieder für die Vermittlung von Wissen, Moral und Anstand. 🙂 Erfolgsaussichten: sehr gut – zumal die Schule nach wie vor ein sehr angenehmer Ort zum Lehren und Lernen ist. Nicht zuletzt auch wegen der in den Ferien neu entstandenen Unterrichtsräume (2 an der Zahl) und dem neuen Lehrer-Arbeitsbereich, einer Art (Multi)-Medienpool mit Schließfächern, Lehrbuchsammlung, Rechnern, WLan und am wichtigsten: einer Heizung!!! Richtig, es ist auch hier kalt geworden. Vielleicht keine -20 Grad wie zu Hause, aber 50 cm dicke Ex-DDR-Botschaftsgemäuer lassen einen auch im indischen Winter nachträglich die Kälte des Eisernen Vorhangs spüren. Und da ich ohnehin meine Berichte (für die Uni versteht sich) schreiben muss, Stunden zu planen habe und tagtäglich meine „Web-Geschäfte“ erledige, wird man mich wohl hauptsächlich hier finden. Interessanterweise war es auch der Praktikant, der als erstes einen Stammplatz im neuen Lehrerzimmer hatte und den er jetzt verteidigen muss, denn Neider lauern an allen Ecken. 🙂

Weiteres Novum: Herr Lieberodt gibt jetzt auch Naturwissenschafts-Stunden. Kombiniert mit Physik (Schreck laß nach!) und ordentlich Technikbeilage (Yesss!) werde ich in den kommenden verbleibenden 2,5 Monaten gemeinsam mit meiner Mentorin ein Projekt zum Thema „Fliegen“ durchführen. Die Klassensituation scheint luxuriöser kaum möglich: 3 Schüler vs. 2 Lehrer – genial und ein Umstand, den deutsche Schulen womöglich nur zu gerne hätten. Ansonsten nach wie vor Geschichte und Kunst als Hauptfächer, nachmittags ordentlich Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, damit die „lieben Kleinen“ auch nicht zu wenig beigebracht bekommen und dem Herrn Praktikanten wenigstens ein bischen die Geldbörse geölt wird.

Soviel zu den beruflichen Umständen nach Weihnachten und Neujahr. Es hat sich viel verändert, nicht zuletzt wegen eines schier unermüdlichen österreichischen Hausmeisters (schon wieder ein Ösi!?), der nach einer heftig durchzechten Nacht heute im Bett geblieben ist, der aber auch mal ein fettes Lob verdient hat, für das, was in den 3,5 Wochen hier geleistet wurde. Respekt, Max und auf noch viele schöne Tage, und noch mehr Abende und Nächte in und um Delhi! 😉 Werd gesund, Fossibär!

Was gibt´s noch? Mal überlegen… Richtig! Mein schweres Laster – das Herumgetoure an den Wochenenden. Auch 2009 wird wieder ganz im Zeichen des „geschnürten Ränzleins“ stehen und ich werde mir in Indien noch einige Gebiete anschauen. Heute erst musste ich feststellen, dass ich zunehmend auf den Spuren Heinrich Harrers („Sieben Jahre in Tibet“) mich bewege. Erst Nepal im Oktober 2008, dann Indiens Norden, der mich nach wie vor schwer begeistert und wo ich noch hoffentlich tief genug in Indiens buddhistische Kultur eintauchen werde. Und wie das bei Lehrern so ist, fragt man nach den Ferien nicht wie etwa auf´m Bau „Und, was mach de Frau?“, sondern, was mir ganz lieb ist „Und, wo warst du so?“. Naja, und wenn dann Kollegin Y von 14 Tagen Vietnam berichtet und Kollege Z von den Andamanen erzählt und von Kannibalen und dem wohl besten Frischfisch, den er je gegessen hat, berichtet, dann verschlägt es auch einen Herrn Praktikanten schnell in eine Art Unruhe und er wälzt in den Freistunden zwischendurch eifrigst indische Zugfahrpläne und checkt Flugverbindungen für die kommenden Wochen. Resultat meiner digitalen Recherche: 4 gebuchte Zugtickets (davon wieder 2 in der First Class!!! 🙂 ) und ein ausfindig gemachter Flug zu warscheinlich einem der letzten Orte dieser Welt, wo man noch unentdeckte Völker finden kann und wo es zum Mittag noch gegrillten Menschenschädel statt Salat mit Light-Dressing gibt – die Andamanen, übrigens auch einem Expeditionsziel Heinrich Harrers. Und da ich durch mehrere abgehackte und mitgebrachte Gänseflügel (rein im Sinne der Wissenschaft versteht sich) nach wie vor in der Gunst meiner Mentorin und gleichzeitig Biolehrerin stehe, gab es als Neujahrsgeschenk gleich mal 9 freie Tage Mitte März. Wo es da dann hingeht, ist klar! Kannibalen, ich komme! 🙂

Dieses Wochenende ist dann aber erstmal Ruhe angesagt, die Pflicht ruft – Berichte tippen, Protokolle formulieren und mit Sicherheit auch die ein oder andere kleine Party. Auftakt war gestern Abend, als mich Jocelyn (der rockende Franzose) zu einem DJ-Set in eine von Delhis Bars einlud und wo wir letztlich zu viert gut einen Kasten Bier weggezischt haben. Es war ein schöner Abend, leider auch eine kurze Nacht… und sicherlich werden sich hier zwei Frauen schon wieder Gedanken machen, was der Kerl schon wieder treibt. Keine Bange, everything´s under control! In etwa so wie die Rickshaw vorgestern Abend auf dem Heimweg. Bei ca. 60 / 70 Sachen auf einmal ein panisches Aufschrecken meines Fahrers. Irgendwie wollte die Bremse nicht so richtig mitmachen und die Ampel stand auf rot (ja, man hält hin und wieder doch bei rot an). Was macht Ranjid? (das politisch nicht ganz korrekte Namensäquivalent für Inder meinerseits) – Richtig! Füße raushalten und mit den Hacken abbremsen. Schon bemerkenswert diese Leistung, noch besser aber der Spruch und das Gesicht nach geglücktem Stillstand – „Breake failed, Sir!“ Dazu ein dreckiges Grinsen und immerhin ein Stop rechts um alles abzuchecken. Dann eine Aufforderung: „Change Rickshaw, Sir!“ und auf die Frage wieviel er haben wolle für die halbe Strecke die typisch indisch / nepalesisch / südasiatische Antwort mit dem berühmten „Headwobbling“ (dem indischen „Ja!“): „As you like!“

Junge, du bist wieder in Indien angekommen. Alles beim Alten. Das hier wirst du noch ganze 76 / 75 weitere Tage haben. (Wonni wird´s wohl exakt wissen! 😉 ) Ich freu mich wieder hier zu sein, trotz des Abschiedsschmerzes. (Jo, auch der größte Checker hat seine weiche Seiten und gibt sie öffentlich zu!). Das ist der Auftakt zum bisher längsten Kapitel: Micha und die weite Welt, denn jetzt sind es nunmehr noch 8 Monate, bis wir (Wonni und ich) wieder lokalen Boden unter den Füßen haben werden. Es bleibt spannend!

Es sendet viele Grüße von der „Bildungsfront“

Michael

PS: Die kommenden Wochen Daumen drücken, denn ich brauche ein neues Visum für Indien und trotz 1.2 Mrd. Einwohner hat man sich hier besonders ningelig und kleinlich im Bezug auf eine Verlängerung. Es werden wohl viele Stunden Warterei und Diskutiererei auf mich zukommen.