Clash of Clutures – Hippies gegen Mönche

… zwei Wochenenden in verschiedenen Ortschaften, jede Menge Eindrücke, begleitet von jeder Menge Aktivitäten und einer Horde mehr oder minder wildgewordener Herrschaften. Ziele diesmal: Dharamsala und Rishikesh (ein zweites Mal) – Exilleben und Alternativleben im Kontrastprogramm und irgendwie gar nicht so wirklich das Indien, das man hier so tagtäglich erlebt. Herzlich Willkommen zur Rundreise durch ein etwas anderes Leben in Nordindien. Aber schön pragmatisch und immer der Reihe nach…

Dharamsala:

Eigentlich eines meiner Favoriten hier in Indien – das Exil der tibetischen Gemeinde und Ort der Exilregierung mit und um den 14. Dalai Lama. Ursprünglich hatte ich 14 Tage hier geplant, da ich gerne für zwei Wochen an einer der vielen Flüchtlingsschulen arbeiten wollte. Aus den 14 Tagen wurden 10, daraus widerum 4 und am Ende wurden es doch „nur“ 2. Aber besser 2 Tage in der Obhut seiner Heiligkeit als gar nicht hier gewesen zu sein.

Eine 13-stündige Busfahrt, die den Kotzpegel fast zum Ausbrechen gebracht hätte, brachte uns auf die 1700m hoch gelegene Stadt, die man eigentlich durchfahren muss, wenn man ins Exil der Tibeter will – dieses liegt nämlich noch einmal ein paar serpentinenreiche Kilometer bergauf in McLeod Ganj (sprich: Mäclaud Gänsch; und das ist keine vorweihnachtliche Burgerkreation von Mc Donald´s). Dharamsala selbst ist eine ehemalige Hillstation der Briten (wie so ziemlich jede bedeutendere Stadt in den Ausläufern des Himalaya), die bei einem Erdbeben 1905 fast vollständig zerstört wurde. Aber der Inder wäre nicht Inder gewesen, wenn er nicht direkt im Anschluss an das Beben wieder seine Wellblech-Plastikplanen-Verschläge „draufgebaut“ hätte. So sieht es heute auch aus – eigentlich wie im Rest der bisher bereisten Städte – ziemlich chaotisch, dreckig und eng zusammengeferscht. McLeod Ganj hingegen präsentiert sich sehr tibetisch – man glaubt fast gar nicht in Indien zu sein, was aber auch an den unzähligen „Schlitzaugen“ (fuck off, political correctnes!) und weinrot gekleideten Mönchen liegen mag, die einem auf der Straße begegnen. Eine Audienz beim Dalai Lama haben wir nicht bekommen, seine Heiligkeit ist nicht da gewesen. Dafür gab es einen fantastischen Spaziergang um das Exilstädtchen, entlang unzähliger buddhistischer Gebetsfahnen, einigen Gompas, die man zum Teil auch besichtigen kann und wo man schnell mal ins Gespräch mit den Tibetern kommt – vorausgesetzt sie können Englisch! 😉

Von McLeod Ganj aus sieht man auch gleich noch die Schneegrenze der Ausläufer des Himalaya – sehr beeindruckend, vor allem wenn man unten sitzt und tagsüber selbst noch im Shirt schwitzt, 2000m höher aber beste Skibedingungen herrschen.

Wenn ich jetzt jeden einzelnen Tempel, jede Sehenswürdigkeit und jede  Kuh auf der Straße erwähnen würde, dann würde ich zum einen die Hälfte ohnehin falsch interepretieren, andererseits ähnelt sich aber auch alles irgendwo. Daher nur ein kurzer Abriss über das Städtchen selbst: McLeod Ganj dient als Exil der buddhistischen Glaubensgemeinde aus Tibet (tibetischer Buddhismus) und daher ist es auch ähnlich wie Lhasa in Tibet aufgebaut. In Lhasa wandert man um den Potala-Palast (ich erinnere an den riesengroßen Palast aus „Seven Years in Tibet“ mit Brad Pitt), im Exil eben um den Berg von McLeod Ganj, auf welchem auch das geistige Oberhaupt selbst wohnt. Es ist sozusagen das Pendant zu Lhasa. Das Haus  seiner Heiligkeit passiert man übrigens und man kann normalerweise auch anklopfen, wenn nicht gerade indische Soldaten das Anwesen abriegeln und mit ihren vorsinnflutartigen Schrotflinten und Karabinern auf der Lauer liegen. Das Leben im Exilstädtchen selbst konzentriert sich auf zwei größere Straßen im Zentrum, verteilt sich aber auch auf die umliegenden Berge in der Umgebung. Beispielsweise die SOS – Kinderdorfschulen sind hier untergebracht. Alles in allem läuft man recht oft „hoch und runter“, was mir am Montagmorgen einen ordentlichen Muskelkater in allen Beinmuskeln beschert hat, was aber von einer coolen Aussicht zur nächsten führt. Absolut empfehlenswert also auch mal abseits des Touristenpfades zu wandern… Alles in allem scheint man sich in Dharamsala sehr auf das Wesentliche zu konzentrieren, es ist halt ein Exil, wenn auch recht schön gelegen.  Überall sieht man Mönche, Tiebeter und Hinweise auf den tibetischen Buddhismus, der hier vorherrschend ist. Das alles vermittelt dem ansonsten doch recht ruhigen McLeod Ganj eine ganz besondere Atmosphäre irgendwie dem echten Lhasa in Tibet ganz nah zu sein. Nicht umsonst ist McLeod Ganj auch als „Little Lhasa“ bekannt. Und trotzdem spürt man, dass hier etwas nicht stimmt – vielleicht sind es die unzähligen „Free Tibet“-T-Shirt-Verkäufer, oder die überall aufgeklebten Sticker und Plakate unzähliger Aktionen gegen das kommunistische China und deren Anti-Tibet-Politik. „Tibet ist das Gewissen der Menschheit!“ – mit diesem Zitat bin ich nach Dharamsala gereist und wenn man die Mönche, den Dalai Lama und auch die ganz normal arbeitenden Exiltibeter sieht, dann kann man einfach nicht wahrhaben, was die chinesische Regierung für Lügen aufstellt um den Dalai Lama und die tibetisch – buddhistische Gemeinde in ein schlechtes Licht zu rücken. Kultureller Genozid – was anderes fällt mir dazu nicht ein und Chinas Politik ist alles andere als menschlich in diesern Hinsicht. Bleibt nur die Hoffnung der Tibeter selbst, dass ihre Heimat eines Tages frei sein wird, was nach, auf den Tag genau, über 50 Jahren wohl eher  eine Illusion ist – aber die Hoffnung stirbt zuletzt und der doch recht betagte Dalai Lama bleibt der Welt hoffentlich noch eine ganze Weile erhalten. Soviel zu einem kurzen politischen Exkurs, der sicherlich nicht ganz oyal formuliert ist…

Kulinarisch ist Dharamsala ebenfalls nur zu empfehlen. Eine gute Mischung aus unzähligen Nepali- / Tibetan- / Chinesischen Restaurants (die eindeutig in der Überzahl zu indischen Freßtempeln sind), habe ich mich hier nicht nur an gutem Traveller-Food (Porridge, Banana-Pancake, Momos und Sandwiches) so richtig satt gegessen und meinen Favoriten in punkto südasiatischer Küche gefunden. Highlight waren die tibetischen Tsampa zum Abendessen und Mittag – tibetische Nudelsuppen, die selbst Mutters Nudeleintopf in den Schatten stellen und vollgepackt ist mit Nudeln (wow), ordentlich Gemüse, Paneerkäse, Pilzen und teilweise auch mit Tofu.  Traditionell serviert man sie in Tibet mit Yakfleisch, was aber in Dharamsala Mangelware ist, da es hier so gut wie keine Yaks gibt und Kühe ja bekanntlich heilig sind. Superlecker, supernährreich und was Warmes im Bauch ist immer gut so kurz unter der Schneegrenze (!). 😉

Soviel zum kulinarischen Exkurs

In den knappen 2 Tagen in Dharamsala / McLeod Ganj haben wir dann so ziemlich alles abgeklappert was der LP hergegeben hat, haben uns ordentlich die Stirn und Nasen verbrannt (Höhensonne im Februar, unglaublich intensiv) und die Zeit so richtig zum Abchillen genutzt. Zurück dann wieder 13h Busfahrt, die dermaßen eisekalt waren, als hätten wir den Winter in den Bergen im Gepäck gehabt – Resultat der 13h Fahrt: eine ordentliche Erkältung, die mittlerweile aber wieder auskuriert ist. Ankunft dann Montag Morgen in Delhi und direkt vom Busbahnhof in die Schule, wo die heiße Dusche der Sportumkleide die Spuren vom Wochenende wegspülte…

Resultat: Noch nie war das Gefühl dem Buddhismus so nah zu sein, wie hier in Dharamsala. Chinas Tibetpolitik stinkt zum Himmel, wenn man sieht wie schmerzhaft hier die Sehnsucht der Menschen nach ihrer eigentlichen Heimat in Tibet ist. „Get the fuck out of Tibet!“ – Dieser Spruch paßt nur zu gut um diesen Menschen ihre Heimat wiederzugeben.

Rishikesh:

Auch wenn ich hier schon mal war und eigentlich noch so viele andere Regionen ausstehen, die man bereisen könnte – Rishikesh musste nochmal sein. Das spirituelle Zentrum vieler Hindus (Welthauptstadt des Yoga, Meditationszentrum und heiliger Ort am Ganges) bietet weitaus mehr und genau das sollte diesmal dran sein. Die „klassische“ Schweden-Massage (da, wo jeder Wirbel und jedes Gelenk zweimal knacken…) und die morgendlichen Yogastunden durften natürlich nicht fehlen. Highlights diesmal waren aber nicht die unzähligen „heiligen Bettelmönche“ (Sadhus), die einem an jeder Ecke ihre „Heilkräuter“ anbieten und um Geld betteln, sondern eine Wildwasser-Raftingtour auf dem Ganges (26 hammerharte Kilometer) und das Ashram der Beatles, welche hier 1968 abgestiegen sind um ordentlich zu meditieren, Hasch zu rauchen und eines ihrer warscheinlich besten Alben zu schrieben – das White Album.

Zu Ersterem – Rafting. Auf dem Ganges in der Lage nur zu empfehlen. Erinnere ich mich an den Ganges in Varanasi, so hätte ich vermutlich noch nicht mal meine Füße in diese Drecksbrühe hineingehalten. In Rishikesh ist das anders – hier kommt das Wasser direkt aus den Gletscherregionen des Himalaya und ist türkisblau, dass man gar nicht glauben kann, dass es sich um den selben Ganges handelt, der in Varanasi eine Fäkalbaterienkonzentration von 1,5 Mio. pro Liter hat. Es scheint so, als verdrecke der Fluss zunehmend auf seinem Weg durch Indien und kollabiert dann in Bangladesh, was nicht wirklich ungewöhnlich ist, immerhin ist der Ganges so etwas wie eine „Allzweckhure“. Heiliger Fluß, Mülldeponie, Friedhof, Lebensader für die Landwirtschaft, Verkehrs- und Transportweg und Planschbecken in einem. Um nur ein paar Funktionen zu nennen. Unglaublich, in Rishikesh aber doch annehmbar sauber, aber so kalt, dass… Okay, diese Geste ist jetzt schwer zu umschreiben. 😉

Jedenfalls ging es zunächst mit einem Allrad-Wagen eine Stunde serpentinenreich zur Sache um eine geeignete Schlauchbootstelle anzuheuern. Fünf Minuten Einweisung sollten ausreichen um zu wissen, wie man Paddel hält, Helm aufsetzt und Schwimmwesten anzieht und schon ging es ab auf den Ganges, geführt von zwei Guides, die aussahen als seien sie die indische Version eines österreichischen Skilehrers, nur eben dunkelhäutig und mit Schwimmweste statt Skischuhen. Sehr coole Typen. Mit im Boot ein Israeli und 2 Amerikanerinnen um die 60 Jahre (!) sowie 5 Deutsche. Begleitet von einem Kajak ging es dann runter den Ganges, durch Schnellen und Abfälle, die Namen wie „Black Money, Crossfire, Double Trouble und Golf Course“ trugen und auch so abgingen wie ihr namentliches Pendant. Sehr geil und als „Führer“ der linken Paddelseite auch ganz erfrischend – immerhin weiß ich im Nachhinein nicht mehr wie viele Wellen mir direkt entgegenknallten, wie oft ich aus der Sitzposition gerissen wurde und wie oft ich meine Kontaktlinse zurechtrücken musste. 😉 Seeeeehr geile Aktion und mit den richtigen Leuten ein Heidenspaß. Was ich auf jeden Fall in Erinnerung behalten werde, ist die Tatsache, dass ich zwei Mal ordentlich Gangeswasser geschluckt habe, und zwei mal bei ca. 12 Grad kalten Wasser in den Fluß abging – freiwillig! Ok, das Schlucken der Brühe war unfreiwillig – aber ich lebe noch und habe keinerlei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Ich sehe es als eine „spirituelle Reinigung von innen…“ :-).

Auch so schnell nicht vergessen werde ich das Schwimmen im Ganges, schon ein kleiner Traum, der sich da in Indien erfüllt hat – noch cooler aber das Gefühl einfach in einem wilden Fluss zu liegen und abzugehen und auch mal die ein oder andere Stromschnelle und den ein oder anderen Höhenabfall außerhalb und nur mit Schwimmweste und Helm bewaffnet zu „durchschwimmen“. Sehr geil und bei meinem nächsten Rishikesh-Besuch irgendwann mal schon jetzt ein fester Bestandteil. Natur pur, Action ohne Ende und durchnässte Klamotten – so solls sein. Into the Wild – Being Michael Lieberodt!

Nach 4 Stunden reißendem Abwärtsstrom im Ganges ging es dann in ein etwas abgelegeneres Cafe, welches Bestandteil eines Kinderheimes ist. Wer in Indien nach Kinderarbeit sucht, der wird spätestens hier fündig. Aber allen Kritikern entgegen – den Kids scheint das Servieren der hauseigen angebauten und organischen Gerichte echt Spaß zu bringen und ist nebenbei auch eine Art „Ausbildung“ neben der Schulbildung, die die Kids im Gegenzug hier in allen landestypischen Fächern erhalten. Naja, und wenn man dann zum x-ten mal seine organische Litschilimonade nicht bekommen hat, ist man auch net sauer mit dem Kellner. Immerhin ist der ja erst um die 9 Jahre und sein Grinsen kann jeden Ärger schnell vergessen machen – Balg! 😉

Nachdem hier ausgiebigst geschlemmt wurde, ging ein Teil unserer Mannschaft noch auf eine Massage in die etwas abseits gelegenere Swiss Cottage, wo dann gleich im Anschluss das nächste Mahl vernichtet wurde. Nach so viel Frischluft, Gangeswasser und körperlicher Anspannung genau das Richtige.

Halbtot, aber wieder einmal superglücklich ging es im Anschluss in die Unterkunft, denn am nächsten Morgen sollte es wieder einmal zeitig aus den Federn gehen. Der Wecker klingelte einmal mehr zu höchst unchristlicher Zeit und es ging auf zum Yoga. 1,5 Stunden für Verrenkungen aller Art, knackende Gelenke, neu entdeckte Wehwehchen, gepaart mit absoluter Entspannung und atemberaubenden Käsefüßen der Dame vor mir, ging es direkt im Anschluss wieder ans Futtern. Hiernach noch eine schwedische Ganzkörpermassage (die, wo der Masseur (!!!) einen halb vergewaltigt und mit offener Hand circa hundert Mal eine scheuert…), musste ich wieder mal feststellen, dass man sich so etwas doch öfter gönnen sollte und mein rechter Fuß so etwas wie eine höchst errogene Zone darstellt und jeder der ihn berührt mit einem kräftigen Tritt abgewiesen wird. Okay, ich habe mich entschuldigt, aber das Gekitzel war stellenweise echt eine Qual und kam der Folter in Guantanamo gleich. 😉

Irgendwann gegen Mittag hatten sich dann alle wieder gesammelt und es ging erneut ins Cafe, welches durch indische Kinderarbeit bei uns in Erinnerung geblieben ist, zum Brunch. Man muss nicht erwähnen, dass das ganze Kräutergedöhns und Ökogekoche echt lecker war, jedenfalls mal wieder ein Beweis für die Vorzüglichkeit vegetarischer Kost abseits pseudovegetarischer Prinizipienheinis, für die der genverseuchte Salatkopf vom Aldisupermarkt das Höchste kulinarischer Ergüsse darstellt. Superlecker!

Nach ca. 2h ausgiebigster Schlemmerei dann endlich wieder Elan für neue Taten im sonnigen Rishikesh – abschließend noch ein Marsch zum sog. „Beatles-Ashram“, jener verfallenen Ferien- / Meditations- /Heil-Einrichtung, in der die Beatles 1968 abgestiegen sind und zwei Monate versunken sind und, wie bereits beim ersten Eintrag zu Rishikesh erwähnt, den Großteil ihres White Album geschrieben haben. Ein historischer Ort und Musikunterricht per Excellence, wenn man noch weiß, dass die Beatles keine Volkswagen mit offenem Dach sind, sondern eine britische Rockband der 60er und 70er. (Tatsächlich konnten am Montag einige Kids in der Schule nichts zu den Beatles sagen und waren der Überzeugung, dass es sich hierbei um ein Auto  handelt – unglaublich! Was für ein Generationswechsel…).

Nach einem gehörigen Gewaltwarsch entlang des Ganges und vorbei an unzähligen Sadhus, die allesamt einen Durft von „frisch gemähter Wiese“ verbreiteten, indem sie ihre Tonpfeifen pafften, erreichten wir durchgeschwitzt, aber dennoch neugierig wie kleine Kinder beim Heimatkundemuseumsbesuch unser historisches Ziel. In meinem nächsten Leben werde ich „Baba“ / Sadhu / Bettelmönch. Einfach klasse, was jene heiligen Männer trotz offensichtlichem Drogenproblems in Rishikesh für ein Ansehen haben. Jetzt hat sich mir auch erklärt warum John, Paul, Ringo und George 1968 hier versackten und manch ein Track auf dem White Album leicht indische (vernebelte) Spuren aufweist. Das Ashram an sich ist jedenfalls ein absolutes „Must See“ für jeden musikinteressierten und abenteuerlustigen Touri in Rishikesh. Doch sehr abseits vom Massentrubel gelegen, mittlerweile verwildert wie der Bart der Bettelmönche und absolut unscheinbar hinter einer Mauer gelegen, wollte uns ein sog. „Security Officer“ weiß machen, dass der Zutritt zum Gelände untersagt sei. Stadtlegenden besagten uns jedoch, dass ein inoffiziller Eintritt von 50 Rupien (ca. 85 Cent) die Tore ins Musikmuseum öffnen sollten. Genau dem war auch so. Nach absolut überzeugendem Minen- und Gestenspiel des „Officers“, wandelte sich sein Auftreten von seriös und völlig abweisend in geschäftsinteressiert und „offen für jedermann“ und das kleine Vorhängeschloss öffnete sich beim Anblick des Geldscheines und wir konnten passieren. Es war schon wie der Eintritt in eine verbotene Welt – der „Officer“ schaute sicherheitshalber links und rechts und schon waren wir am Ort, wo Musikgeschichte geschrieben wurde. Eine total verfallene, verwilderte „Hotelanlage“, dennoch wunderschön abseits am Ganges gelegen und irgendwie ein Ort, an dem man wunderbar Geschäft machen könnte, wenn man denn wöllte – immerhin hätte ich sonst was gegeben um Ringos Zimmer für eine Nacht zu buchen oder auf der selben Bank wie John zu sitzen, wo er 1968 „Love me do“ komponierte. Letztlich ist dann doch nur eine Toilettensitzung auf Pauls stillem Örtchen geworden – welches nebenbei erwähnt in einem brauchbaren Zustand war und die volle Blase sollte schließlich nicht irgendwo auf diesem heiligen Stück Erde bepieselt werden. Ein bleibendes Stück Erinnerung, denn es waren tatsächlich jene vier Behausungen, in denen damals die Beatles mit ihren Freundinnen und ein paar Freunden lebten und die heute warscheinlich entkernt werden müssten, wolle man hier wieder etwas aufziehen. Sehr sehr geil und eine absolut mystische Stimmung für ca. 1 Stunde am Spätnachmittag jenes Sonntags… Sofort wieder, die 50 Rupien „Erhaltungsspende“ ware n es absolut wert.

Da die Zeit drängte und noch eine Stunde Fahrt nach Haridwar zum Bahnhof vor uns standen, machten wir uns auf den Weg und erreichten unser Ziel 15min vor Abfahrt.

Die Heimfahrt verlief dann wie immer – einsteigen, abchillen und das Wochenende Revue passieren lassen. Resultat: Viel erlebt, viel gemacht, viel mitgenommen. Einfach wunderbar und optimale Voraussetzungen für eine neue Woche in der Schule, die sich vor allem durch Vertretungsstunden und sich langsam dem Ende zuneigenden Großprojekten definierte.

Da auch der Fotofinger diesmal wieder keine Entspannung erfuhr, hier zwei Photo-Galerien.

Ticket nach Dharamsala >> HIER <<

Ticket nach Rishikesh >> HIER <<

Bis die Tage, ich muss „Rasenmähen“… 😉

Michael

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