Archive for the India Category

Boom Biddy Bye Bye…

Posted in India on März 26, 2009 by indiapore

…it´s time to say Good Bye! (Zitat: Cypress Hill, „Boom Biddy Bye Bye“) Aus Schluss vorbei! Indien ist nahezu Geschichte und während ich mir hier einen Text aus den Fingern sauge, merke ich eigentlich wie sehr mir dieses Land mit all seinen Ecken und Kanten ans Herz gewachsen ist. Es tut mir weh, wenn ich daran denke, dass morgen Abend 23.10Uhr ein Flieger nach Kuala Lumpur abhebt und ich ein Land verlasse, dass ich mindestens genauso liebe, wie ich es anfangs gehasst habe. Indien und ich sind doch Freunde geworden – ich hatte anfangs Zweifel, ob das möglich ist, aber es ist doch was geworden mit uns Zwei´n. Und wenn man dann noch eine Horde Menschen um sich hat, die einem nach und nach mehr und mehr ans Herz gewachsen sind, dann tut so ein Abschied doppelt weh. (…und da kullert tatsächlich eine Träne herunter…)

Einzig die Aussicht auf ein Mädel, das am anderen Ende dieser Erde auf mich seit fast 7 Monaten wartet, läßt mich mit Indien vorerst abschließen und ich freue mich wie verrückt auf dich, mein Engel!

Trotz allem ist es jetzt an der Zeit Tschüß zu sagen. Tschüß zu einem Land, dass an Vielfalt wohl nur schwer zu übertreffen sein wird, dass an Schönheit, Häßlichkeit, an Freundlichkeit und Hass untereinander und gegeneinander seinesgleichen sucht. Ein Land, dass mich voll und ganz in Seinen Bann gezogen hat. Es waren knappe 7,5 Monate hier in Indien – 7,5 wunderschöne Monate, wenn ich jetzt zurückblicke. Ich meine einiges gesehen zu haben – vor allem der Norden hat es mir angetan. Zum Schluss auch der Süden, den man so ganz und gar nicht mit dem Norden vergleichen kann. Und trotzdem habe ich mich überall wohl, sicher und respektiert gefühlt. Ich habe ein Praktikum absolviert, dass mich in meinem späteren Berufsfeld um Längen nach vorn gebracht hat, dass mir die Bestätigung gegeben hat seit 4 Jahren das Richtige studiert zu haben und wo es mir ebenso schwer fällt jetzt Good Bye zu sagen. Es ist einfach unbeschreiblich schwer jetzt die richtigen Worte zu finden. Am liebsten hätte ich meinen Schatz jetzt bei mir und könnte hier noch eine Weile bleiben. Es tut weh, aber an Aussichten und kommenden Ereignissen wird es nicht mangeln und ich möchte mich nicht beschweren. Die Zeit hier hat mich geprägt, ich habe viele Fassetten menschlichen Daseins erlebt – Schöne, weniger Schöne, bis hin zum Grauen auf Erden (die verdammte Armut kann ich immernoch nicht wahrhaben). Ich habe mein eigenes „Incredible India“ erlebt, habe es genossen, bin dankbar für die Zeit die ich hier hatte. Bin dankbar für alle die daran mitgewirkt haben, die für mich Indien zu dem gemacht haben, was es für mich heute ist und was ich in den kommenden Jahren definitiv wieder besuchen werde um dieses Wahnsinnsland auf seinem Weg in Richtung „Erste Welt“ zu begleiten. Es ist unbeschreiblich.

An dieser Stelle ein dickes dickes Dankeschön und ein ganz fester Drücker an alle Menschen aus der vergangenen Zeit hier in Indien:

Jitka, Christina, Verena, Heike, Max, Oli, Wolle, Julius, Mike, Ann-Christin, Kristopher, Yannick, Thomas, Benni, Eric, Sebastian, Fabian, Kristina, Verena, Sabrina, Sanela, Alex, Nils, Marietta, Ulrike, Maja, Helen, Irina, Sakshi, Sumati, Sid, Rahul 1, Rahul 2, Sinja, Anand, Aruna, George, Ms Virmani, Aungelie, Ms Gopalans, Carmen, Col. Monty, Rucheeka, Isi, Jay Deep, Jocelyn, Anup, Sarabjit, Leonie, Luis, Matthias, Michael, Kathrin, Nura, Pryanka + Freund, Robert, Simon, Sven, Vishal, Katrin, Claudi, Will, Wolf, Andrea, Christina, Tobias, Marika, Sandra, Ulla, Ulrike, Sven, Bernhard, Ulf, Jaswant, Alisson, Maren, Laurent, Carolin, Cordula, Pia…  und natürlich einer Freundin, die das alles mitgemacht hat – Yvonne!!! … und natürlich Mom und Homer – danke, dass ihr diese Nummer akzeptiert habt und mich meinen Weg so gehen laßt, wie ich es will und mich dabei noch so selbstverständlich unterstützt! Ihr seid tolle Eltern und Yvonne du bist eine noch bessere Freundin und ich bin dankbar, dass ihr Drei immer für mich da seid!

(die Aufzählung unterliegt um Gottes Willen keiner „Reihenfolge“, sondern ist lediglich das Produkt meiner repetitiven Fähigkeiten meines Kleinhirns… 😉 – sollte ich irgendjemanden vergessen haben, ihr seid nicht vergessen – irgendeine Episode in meinem Leben wird euch wieder in Erinnerung rufen und dann kommt ihr hier mit rein, versprochen!!!)

Indien, du wirst mir fehlen – verdammt nochmal sehr sogar!!!

Ich freue mich auf eine Abschiedsparty gemeinsam mit Benni und Yannick, die sich gewaschen hat und von der man hoffentlich morgen noch in Delhi spricht!

„Party on, Wayne!“ (Zitat: Benjamin Klement, 2009)

Ich werde euch alle vermissen!

Euer Micha

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Reif für die Insel(n)

Posted in India on März 14, 2009 by indiapore

Der Tag der offenen Tür ist Geschichte. Alle Projekte liefen einwandfrei über die Bühne und der Tag war ein voller Erfolg – sogar der momentane „Ersatzbotschafter“ der Bundesrepublik erschien nebst Gattin auf dem Gelände der DSND. Mein Projekt zum Thema „Fliegen“ im Naturwissenschaftenunterricht verlief ebenfalls einwandfrei – Resultat: ein abgehobener Heißluftballon, ein abgebrannter Ballon, ein außer Kontrolle geratener Solarzeppelin, unzählige Bruchlandungen mit dem R / C – Flieger und Massen von Papierfliegern aus dem Fliegercontest. Maximal erreichte Weite: 18m! Der Weltrekord aus Salt Lake City von 2006 beträgt knappe 60m – es bleibt also noch genügend Arbeit um diesen Rekord zu knacken! 🙂

Wie geht´s nun weiter? – Nachdem die letzten Wochen absolut krass schnell an mir vorbeigezogen sind und so ziemlich jeden Tag ein anderes Highlight ins Haus stand, bin ich nun am Ende meiner Kräfte angelangt – seit Mittwoch bin ich endgültig in Indien angekommen und es plagt mich ein Durchfall, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte, hinzu kommen Magenkrämpfe und akuter Schlafmangel. Betrachtet man aber die letzten Wochen, so ist das nicht verwunderlich und schon gar nicht wundert mich mein gesundheitlicher Zustand – immerhin ist hier gerade so etwas wie Sommeranfang und einen richtigen Frühling gab es nie. Das heißt im Klartext „Bakterienschwemme und neue Keime“ überall. Selbst die abgewaschene Gabel im Luxusresaurant wird da zur akuten Keimzelle. Naja, und neben mir haben auch noch 4 andere Kollegen und Freunde das Problem mit dem „flotten Otto“ und dem Punkkonzert im Magen. Egal, es ist nahezu ausgestanden und ich bin auf dem besten Weg der Besserung.

Arbeit erledigt, Praktikum nahezu vobei. Wie weiter? – Morgen ist es dann endlich soweit. Es geht mal wieder in die Ferne. Für meinen „Finaltrip“ habe ich mir einen Ort herausgesucht, von dem ich vorher gar nicht so wirklich wußte, dass es ihn gibt – die Andamanen und Nikobaren – eine Inselgruppe im Bengalischen Meer und irgendwo zwischen Indien, Myanmar und Thailand gelegen und eigentlich so überhaupt nicht mehr Indien, wenn man die Ureinwohner betrachtet und die räumliche Lage in Betracht zieht. Ein Ort, an dem ich warscheinlich so schnell nicht wieder hinkommen werde und der mir genau deswegen eine Reise wert ist. Mit Oli habe ich mich bereits verabredet und der Bayer hat es tatsächlich schon geschafft in Port Blair einzuchecken. Mittlerweile hält er sich auf Havellock Island auf und hat „Dorf Nr. 5 “ bezogen. Mal schauen, ich werde wohl morgen auch erstmal dahinschauen und dann die Seele im türkisblauen Wasser bei schloweißen Sand mit „Kaltschale“ und Seafood baumeln lassen. Die Bilder sprechen auf jeden Fall für sich und ich bin jetzt schon total aus dem Häuschen, was mich morgen erwartet. Um 6 Uhr geht es los, über Kolkata nach Port Blair und von dort mit dem Schiff weiter nach Havellock (zu Dorf Nummer 5) 🙂 Mal schauen, wie weit ich es in den 9 Tagen schaffen werde. In jedem Fall ist mein großes Ziel Diglipur, ein Dort im Norden der Inselgruppen, wo es angeblich Ureinwohner gibt, die beim Rest der Inselgruppen als Kannibalen verrufen sind. Die Frauen der Onge haben so große „Gesäße“, dass es ihnen schwer fällt sich zu bücken bzw. sich hinzusetzen. Ich bin mal gespannt – einerseits auf einen „Mc Human“, andererseits auf Frauen mit Hintern, größer als der einer Sambatänzerin aus Rio! 🙂 (Yvonne, verzeih mir, aber das ist es mir wert… 🙂 )

Ich verabschiede mich also vom mehr oder minder „trauten“ Festland. Solltet ihr nie wieder etwas von mir hören, dann wisst ihr, dass ich im Kochtopf der Onge gelandet bin und man sich nun auf den Andamanen an einer Leipziger Lende versucht.

Hier noch wie versprochen ein paar Bilder der vergangenen Tage.

Bilder von den Holi-Feierlichkeiten >>HIER<<

Bilder vom Grundschulzelten >>HIER<<

Bilder vom rheinland-pfälzischen Delegationsempfang in der Botschaft >>HIER<<

Ich werde mich jetzt langsam auf den Weg in die deutsche Botschaft machen, wo angeblich der Pool schon eingelassen wurde… Es grüße aus dem 35 Grad warmen Delhi

Michael

Vollgas in Richtung Nirwana!

Posted in India on März 12, 2009 by indiapore

Verdammt, ich hänge in der Berichterstattung dermaßen hinterher, dass es keinen Sinn mehr macht ellenlange Berichte zu tippen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die letzten Wochen alles um mich herum schneller geworden ist, ich aber immer langsamer werde und alles auf mich eindrischt, als gäbe es kein morgen mehr. Egal, es sind noch knappe zwei Wochen hier und es steht jede Menge an, bzw. es ist noch vielmehr passiert. Darum hier eine Art „Wortfetzen“-Resümee der letzten beiden Wochen…

Grundschulzelten: 26. – 27. Februar, Gurgaon

männliche Begleitperson gesucht – Praktikant gefunden – außerhalb Delhis gelegen – schönes Farmhouse – Zelte aufbauen – Ausflug in botanischen Garten – geiles Anwesen – viele Blumen – noch mehr Bäume – gutes Essen – ca. 50 abdrehende Kids – Ochsenkarrenfahrt in ein Dorf – sehr ursprüngliche Zustände – kein Strom – Rückständigkeit – Besuch einer indischen Regelschule – Ochsenkarrenfahrt zurück – Abchillen im botanischen Garten – immernoch 50 durchdrehende Kids – Kamelreiten – Rückfahrt ins „Camp“ – Abendessen – Nachtwanderung – Herr Lieberodt´s ultrabrutale Gruselstory – unzählige verängstigte, aber jetzt ruhigere Kids – Lagerfeuer – Nachtruhe – Aufwachen nach 3h Schlaf – Abbau – Rückfahrt Schule – Duschen – Sachen wechseln – Fahrt zum Bahnhof…

Ranthambhore Nationalpark: 27. Februar – 01. März, Sawai Madhopur

6h Zugfahrt – Ankunft – dämliche Rickshawfahrer – Fahrt durch die Wüste Rahjasthans – Steckenbleiben – Anschieben – Meckern – Schwitzen – Dreck – Dunkelheit – Endlose Diskussionen und „Wüstendisco“ – Rettung durch Four-Wheeldrive – Ankunft im Basecamp – schicke Zelte – feudales Lebensgefühl – indisches Abendessen – Nachtruhe – 3h Schlaf – Aufstehen 5.30Uhr – Beginn Safari I – Eiseskälte – Dämmerung – viel Rotwild, Affen, Vögel – aufgehende Sonne – weniger Tiere – Pause – Ausflug in Dorf – Unmengen starrende Inder – Belagerung – Enge – Ausbruch durch Flucht – Kühles Bier ergattert – Entspannung – Sonne – Beginn Safari II – Krokodile, Vögel, Pfau – Anruf – Losrasen – Durchpreschen – Ankunft an unbekannter Stelle – chillender Tiger in der Sonne – totale Stille – sich ahlender Tiger – Ankunft Safaribus – Affentheater – Fotografiere – Gestaune – gähnender Tiger – diskutierende Inder – angewiderter Tiger – staunende Inder – aufsteheder Tiger – verschwindender Tiger – perplexe Parkbesucher – Rückfahrt zum Basecamp – tolles indisches Abendessen – Wein – Abchillen in der Abendsonne – Ruhe – lange Gespräche – Bett – Schlaf 4h – Weckerklingeln 6.30Uhr – Katerfrühstück – Beginn Safari III – ertragbarere Kälte – selbes Viehzeugs wie am Vortag – neu: wilder Leopard in riesiger Entfernung – Wow! – Staunen – Fotografieren – Weiterfahrt – Partysafari mit 6 Deutschen, von denen keiner still sein kann – Kreuzung – Staunen – Vollbremsung – Tiger 5m vor unserem Auto mitten auf der Straße – Totenstille – erste zaghafte Griffe nach Kameras – Tiger = Tigerin – schaut uns an – Zurückstarren – Feststellung: „Da liegt ein Tiger vor uns auf der Straße“ – Tiger: steht auf – läuft vor uns her – wir folgen – Staunen – Durchdrehende Fotofinger – überglückliche Safariteilnehmer – verschwindender Tiger im Gebüsch – totale Aufregung – Kaum Fassen-Können des Gesehenen – Weiterfahrt – angebende Tourguides bei vorbeifahrenden Safarigästen – überglückliche Deutsche – Pause – Aufbruch zum Hunter Fort – Aufstieg bei praller Mittagssonne – Wasserflasche vergessen – Scheisse – Selbst ist der Mann – Weiter aufwärts – Massen von Disteln, Stacheln und anderem blöden Grünzeugs – zerkratzte Beine und Arme – Schnauze voll – Ankunft Fort – Wahnsinnsblick auf den Nationalpark – total verwildertes Fort – abenteuerlustige 2 Michas – skeptische Kathrin – Tomb Raider / Indiana Jones – Session – Fotografieren – Abstieg – nervige Inderkids – Ankunft im Dorf – Trinken kaufen – Durst löschen – zurück zu den Anderen – Weiterfahrt – Safari IV – Unmengen an Wild – Affen – Krokodile – Rückfahrt Basecamp – schöner Tag – Chillung im Zeltlager – Prahlen mit Tigerfotos – Übertrumpftwerden vom Campinhaber mit noch geilere Aufnahmen – trotzdem zufrieden sei – Abendessen – Duschen – Tasche packen – Rückfahrt Bahnhof – gerade noch rechtzeitig ankommen – überrascht sein, dass der Zug mal pünktlich ist – Schlafabteil beziehen – Buch lesen – einschlafen – entsetzt aufwachen und feststellen, dass der Zug 30min zu früh am Ziel ist – Krempel zusammenpacken – aus dem Zug springen – Rickshaw zur Unterkunft – Duschen – Schulzeug packen – Arbeit…

…es folgt eine 5-tägige Wochenendunterbrechung, die im Volksmund auch „Werktage“ genannt werden…

Mumbai: 06. – 08. März

Freitag Mittag – Nachtischwettessen mit Kollegen – Aufbruch zum Bahnhof – Zug suchen und finden – Einsteigen – Abteil beziehen – 16h Zugfahrt fürchten – vollgefüttert werden vom Zugpersonal – endlos quatschen – Bett beziehen – lesen – Musik hören – einschlafen – 7h Schlaf (!!!) – aufwachen – frühstücken – fast platzen – ankommen – Taxi suchen – Besuch Haji Ali-Moschee – Teigtaschen essen – Durchfall bekommen – ärgern – Hotel suchen/finden – durch Mumbai schlendern – mit Heike und Rahul treffen – viel rumlaufen und im Café Leopold abhängen – zu viel gutes Essen – Taj Hotel bei Nacht anschauen – Aufruch zum Rooftop-Café – Abchillen in La Playa-ähnlicher Atmosphäre – gutes südindisches Essen – zurück zum Hotel – schlafen – Schlaf (8h!!!) – Aufstehen – Frühstück – Treffen mit dem Rest – Beginn Stadtrundfahrt – 4h tolle Plätze in Mumbai bestaunen – feststellen, dass Mumbai einfach mal ne krasse Stadt ist und so gar nicht das typische Indien repräsentiert – glücklich sein – noch mehr essen in einer Bäckerei – fast platzen – Einkaufsbummel – Pub-Besuch – Steak-Burger – noch voller werden – Aufruch zum Hotel – Taschen holen – Fahrt zum Flughafen – rechtzeitig ankommen – Einchecken – Rückflug nach Delhi – pünktlich in Delhi ankommen – zurück in Unterkunft – Einschlafen…

…es folgt eine weitere Wochenendunterbrechung in Länge von 2 „Werktagen“!

Holi: 11. März, indisches Fest der Farben

Feiertag – ausschlafen – Treffen mit den anderen – Vorfreude und Fahrt zur Farmhouse-Party – Ankommen nach guter Stunde Irrfahrt durch Delhi – Farbbegrüßung voll ins Gesicht – keine 3min sauber geblieben – Farb- und Wasserschlacht vom Feinsten – krass eingesaut – viel gegessen, getrunken, gefeiert, getanzt – ein/zwei Bhang zu viel (indischer Feiertagsmilchshake mit ordentlich Ganjaa!) – abgechillt weggetreten – Weiterfahrt zu anderer Farmhouse-Party – Feststellen, dass die erste Party viel geiler war – dreckig wie ein Schwein – total happy – Fahrt nach Hause – 2h unter der Dusche – immer noch net sauber – leicht abwesend ins Bett und bei Subway-Sandwiches Sonntagschillmusik gehört – eingeschlafen…

…wir betreten das Hier und Jetzt! Ich bin wieder voll da, war nie wirklich weg. Habe noch einen Tag Arbeit vor mir, dann Tag der offenen Tür. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Heute Abend ein Empfand mit Kurt Beck in der deutschen Botschaft – kostenloses Abendessen!!! Morgen Abend Abeschiedsessen mit Freunden… 🙂 Sonntag dann Tasche packen und ab auf die Andamanen, wo Oli wartet und wo 9 Tage einfach mal nix ansteht außer Schnorcheln und Seafood-Wettessen.

Die Tage sind fast gezählt und ich bin wenigstens wieder im Reinen was die Berichterstattung angeht. Bleiben noch die letzten Visumsorganisationen für Australien und das Zusammenpacken meines Hausrates nach 7 Monaten Indien.

Dauerstress – daher hier ein abruptes Ende. Nächster Eintrag dann am Samstag nach dem Tag der offenen Tür.

Bilder von Ranthambhore >>HIER<<

Bilder von Mumbai >>HIER<<

Es grüßt der Herr mit der grünen Brille!

Clash of Clutures – Hippies gegen Mönche

Posted in India on März 3, 2009 by indiapore

… zwei Wochenenden in verschiedenen Ortschaften, jede Menge Eindrücke, begleitet von jeder Menge Aktivitäten und einer Horde mehr oder minder wildgewordener Herrschaften. Ziele diesmal: Dharamsala und Rishikesh (ein zweites Mal) – Exilleben und Alternativleben im Kontrastprogramm und irgendwie gar nicht so wirklich das Indien, das man hier so tagtäglich erlebt. Herzlich Willkommen zur Rundreise durch ein etwas anderes Leben in Nordindien. Aber schön pragmatisch und immer der Reihe nach…

Dharamsala:

Eigentlich eines meiner Favoriten hier in Indien – das Exil der tibetischen Gemeinde und Ort der Exilregierung mit und um den 14. Dalai Lama. Ursprünglich hatte ich 14 Tage hier geplant, da ich gerne für zwei Wochen an einer der vielen Flüchtlingsschulen arbeiten wollte. Aus den 14 Tagen wurden 10, daraus widerum 4 und am Ende wurden es doch „nur“ 2. Aber besser 2 Tage in der Obhut seiner Heiligkeit als gar nicht hier gewesen zu sein.

Eine 13-stündige Busfahrt, die den Kotzpegel fast zum Ausbrechen gebracht hätte, brachte uns auf die 1700m hoch gelegene Stadt, die man eigentlich durchfahren muss, wenn man ins Exil der Tibeter will – dieses liegt nämlich noch einmal ein paar serpentinenreiche Kilometer bergauf in McLeod Ganj (sprich: Mäclaud Gänsch; und das ist keine vorweihnachtliche Burgerkreation von Mc Donald´s). Dharamsala selbst ist eine ehemalige Hillstation der Briten (wie so ziemlich jede bedeutendere Stadt in den Ausläufern des Himalaya), die bei einem Erdbeben 1905 fast vollständig zerstört wurde. Aber der Inder wäre nicht Inder gewesen, wenn er nicht direkt im Anschluss an das Beben wieder seine Wellblech-Plastikplanen-Verschläge „draufgebaut“ hätte. So sieht es heute auch aus – eigentlich wie im Rest der bisher bereisten Städte – ziemlich chaotisch, dreckig und eng zusammengeferscht. McLeod Ganj hingegen präsentiert sich sehr tibetisch – man glaubt fast gar nicht in Indien zu sein, was aber auch an den unzähligen „Schlitzaugen“ (fuck off, political correctnes!) und weinrot gekleideten Mönchen liegen mag, die einem auf der Straße begegnen. Eine Audienz beim Dalai Lama haben wir nicht bekommen, seine Heiligkeit ist nicht da gewesen. Dafür gab es einen fantastischen Spaziergang um das Exilstädtchen, entlang unzähliger buddhistischer Gebetsfahnen, einigen Gompas, die man zum Teil auch besichtigen kann und wo man schnell mal ins Gespräch mit den Tibetern kommt – vorausgesetzt sie können Englisch! 😉

Von McLeod Ganj aus sieht man auch gleich noch die Schneegrenze der Ausläufer des Himalaya – sehr beeindruckend, vor allem wenn man unten sitzt und tagsüber selbst noch im Shirt schwitzt, 2000m höher aber beste Skibedingungen herrschen.

Wenn ich jetzt jeden einzelnen Tempel, jede Sehenswürdigkeit und jede  Kuh auf der Straße erwähnen würde, dann würde ich zum einen die Hälfte ohnehin falsch interepretieren, andererseits ähnelt sich aber auch alles irgendwo. Daher nur ein kurzer Abriss über das Städtchen selbst: McLeod Ganj dient als Exil der buddhistischen Glaubensgemeinde aus Tibet (tibetischer Buddhismus) und daher ist es auch ähnlich wie Lhasa in Tibet aufgebaut. In Lhasa wandert man um den Potala-Palast (ich erinnere an den riesengroßen Palast aus „Seven Years in Tibet“ mit Brad Pitt), im Exil eben um den Berg von McLeod Ganj, auf welchem auch das geistige Oberhaupt selbst wohnt. Es ist sozusagen das Pendant zu Lhasa. Das Haus  seiner Heiligkeit passiert man übrigens und man kann normalerweise auch anklopfen, wenn nicht gerade indische Soldaten das Anwesen abriegeln und mit ihren vorsinnflutartigen Schrotflinten und Karabinern auf der Lauer liegen. Das Leben im Exilstädtchen selbst konzentriert sich auf zwei größere Straßen im Zentrum, verteilt sich aber auch auf die umliegenden Berge in der Umgebung. Beispielsweise die SOS – Kinderdorfschulen sind hier untergebracht. Alles in allem läuft man recht oft „hoch und runter“, was mir am Montagmorgen einen ordentlichen Muskelkater in allen Beinmuskeln beschert hat, was aber von einer coolen Aussicht zur nächsten führt. Absolut empfehlenswert also auch mal abseits des Touristenpfades zu wandern… Alles in allem scheint man sich in Dharamsala sehr auf das Wesentliche zu konzentrieren, es ist halt ein Exil, wenn auch recht schön gelegen.  Überall sieht man Mönche, Tiebeter und Hinweise auf den tibetischen Buddhismus, der hier vorherrschend ist. Das alles vermittelt dem ansonsten doch recht ruhigen McLeod Ganj eine ganz besondere Atmosphäre irgendwie dem echten Lhasa in Tibet ganz nah zu sein. Nicht umsonst ist McLeod Ganj auch als „Little Lhasa“ bekannt. Und trotzdem spürt man, dass hier etwas nicht stimmt – vielleicht sind es die unzähligen „Free Tibet“-T-Shirt-Verkäufer, oder die überall aufgeklebten Sticker und Plakate unzähliger Aktionen gegen das kommunistische China und deren Anti-Tibet-Politik. „Tibet ist das Gewissen der Menschheit!“ – mit diesem Zitat bin ich nach Dharamsala gereist und wenn man die Mönche, den Dalai Lama und auch die ganz normal arbeitenden Exiltibeter sieht, dann kann man einfach nicht wahrhaben, was die chinesische Regierung für Lügen aufstellt um den Dalai Lama und die tibetisch – buddhistische Gemeinde in ein schlechtes Licht zu rücken. Kultureller Genozid – was anderes fällt mir dazu nicht ein und Chinas Politik ist alles andere als menschlich in diesern Hinsicht. Bleibt nur die Hoffnung der Tibeter selbst, dass ihre Heimat eines Tages frei sein wird, was nach, auf den Tag genau, über 50 Jahren wohl eher  eine Illusion ist – aber die Hoffnung stirbt zuletzt und der doch recht betagte Dalai Lama bleibt der Welt hoffentlich noch eine ganze Weile erhalten. Soviel zu einem kurzen politischen Exkurs, der sicherlich nicht ganz oyal formuliert ist…

Kulinarisch ist Dharamsala ebenfalls nur zu empfehlen. Eine gute Mischung aus unzähligen Nepali- / Tibetan- / Chinesischen Restaurants (die eindeutig in der Überzahl zu indischen Freßtempeln sind), habe ich mich hier nicht nur an gutem Traveller-Food (Porridge, Banana-Pancake, Momos und Sandwiches) so richtig satt gegessen und meinen Favoriten in punkto südasiatischer Küche gefunden. Highlight waren die tibetischen Tsampa zum Abendessen und Mittag – tibetische Nudelsuppen, die selbst Mutters Nudeleintopf in den Schatten stellen und vollgepackt ist mit Nudeln (wow), ordentlich Gemüse, Paneerkäse, Pilzen und teilweise auch mit Tofu.  Traditionell serviert man sie in Tibet mit Yakfleisch, was aber in Dharamsala Mangelware ist, da es hier so gut wie keine Yaks gibt und Kühe ja bekanntlich heilig sind. Superlecker, supernährreich und was Warmes im Bauch ist immer gut so kurz unter der Schneegrenze (!). 😉

Soviel zum kulinarischen Exkurs

In den knappen 2 Tagen in Dharamsala / McLeod Ganj haben wir dann so ziemlich alles abgeklappert was der LP hergegeben hat, haben uns ordentlich die Stirn und Nasen verbrannt (Höhensonne im Februar, unglaublich intensiv) und die Zeit so richtig zum Abchillen genutzt. Zurück dann wieder 13h Busfahrt, die dermaßen eisekalt waren, als hätten wir den Winter in den Bergen im Gepäck gehabt – Resultat der 13h Fahrt: eine ordentliche Erkältung, die mittlerweile aber wieder auskuriert ist. Ankunft dann Montag Morgen in Delhi und direkt vom Busbahnhof in die Schule, wo die heiße Dusche der Sportumkleide die Spuren vom Wochenende wegspülte…

Resultat: Noch nie war das Gefühl dem Buddhismus so nah zu sein, wie hier in Dharamsala. Chinas Tibetpolitik stinkt zum Himmel, wenn man sieht wie schmerzhaft hier die Sehnsucht der Menschen nach ihrer eigentlichen Heimat in Tibet ist. „Get the fuck out of Tibet!“ – Dieser Spruch paßt nur zu gut um diesen Menschen ihre Heimat wiederzugeben.

Rishikesh:

Auch wenn ich hier schon mal war und eigentlich noch so viele andere Regionen ausstehen, die man bereisen könnte – Rishikesh musste nochmal sein. Das spirituelle Zentrum vieler Hindus (Welthauptstadt des Yoga, Meditationszentrum und heiliger Ort am Ganges) bietet weitaus mehr und genau das sollte diesmal dran sein. Die „klassische“ Schweden-Massage (da, wo jeder Wirbel und jedes Gelenk zweimal knacken…) und die morgendlichen Yogastunden durften natürlich nicht fehlen. Highlights diesmal waren aber nicht die unzähligen „heiligen Bettelmönche“ (Sadhus), die einem an jeder Ecke ihre „Heilkräuter“ anbieten und um Geld betteln, sondern eine Wildwasser-Raftingtour auf dem Ganges (26 hammerharte Kilometer) und das Ashram der Beatles, welche hier 1968 abgestiegen sind um ordentlich zu meditieren, Hasch zu rauchen und eines ihrer warscheinlich besten Alben zu schrieben – das White Album.

Zu Ersterem – Rafting. Auf dem Ganges in der Lage nur zu empfehlen. Erinnere ich mich an den Ganges in Varanasi, so hätte ich vermutlich noch nicht mal meine Füße in diese Drecksbrühe hineingehalten. In Rishikesh ist das anders – hier kommt das Wasser direkt aus den Gletscherregionen des Himalaya und ist türkisblau, dass man gar nicht glauben kann, dass es sich um den selben Ganges handelt, der in Varanasi eine Fäkalbaterienkonzentration von 1,5 Mio. pro Liter hat. Es scheint so, als verdrecke der Fluss zunehmend auf seinem Weg durch Indien und kollabiert dann in Bangladesh, was nicht wirklich ungewöhnlich ist, immerhin ist der Ganges so etwas wie eine „Allzweckhure“. Heiliger Fluß, Mülldeponie, Friedhof, Lebensader für die Landwirtschaft, Verkehrs- und Transportweg und Planschbecken in einem. Um nur ein paar Funktionen zu nennen. Unglaublich, in Rishikesh aber doch annehmbar sauber, aber so kalt, dass… Okay, diese Geste ist jetzt schwer zu umschreiben. 😉

Jedenfalls ging es zunächst mit einem Allrad-Wagen eine Stunde serpentinenreich zur Sache um eine geeignete Schlauchbootstelle anzuheuern. Fünf Minuten Einweisung sollten ausreichen um zu wissen, wie man Paddel hält, Helm aufsetzt und Schwimmwesten anzieht und schon ging es ab auf den Ganges, geführt von zwei Guides, die aussahen als seien sie die indische Version eines österreichischen Skilehrers, nur eben dunkelhäutig und mit Schwimmweste statt Skischuhen. Sehr coole Typen. Mit im Boot ein Israeli und 2 Amerikanerinnen um die 60 Jahre (!) sowie 5 Deutsche. Begleitet von einem Kajak ging es dann runter den Ganges, durch Schnellen und Abfälle, die Namen wie „Black Money, Crossfire, Double Trouble und Golf Course“ trugen und auch so abgingen wie ihr namentliches Pendant. Sehr geil und als „Führer“ der linken Paddelseite auch ganz erfrischend – immerhin weiß ich im Nachhinein nicht mehr wie viele Wellen mir direkt entgegenknallten, wie oft ich aus der Sitzposition gerissen wurde und wie oft ich meine Kontaktlinse zurechtrücken musste. 😉 Seeeeehr geile Aktion und mit den richtigen Leuten ein Heidenspaß. Was ich auf jeden Fall in Erinnerung behalten werde, ist die Tatsache, dass ich zwei Mal ordentlich Gangeswasser geschluckt habe, und zwei mal bei ca. 12 Grad kalten Wasser in den Fluß abging – freiwillig! Ok, das Schlucken der Brühe war unfreiwillig – aber ich lebe noch und habe keinerlei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Ich sehe es als eine „spirituelle Reinigung von innen…“ :-).

Auch so schnell nicht vergessen werde ich das Schwimmen im Ganges, schon ein kleiner Traum, der sich da in Indien erfüllt hat – noch cooler aber das Gefühl einfach in einem wilden Fluss zu liegen und abzugehen und auch mal die ein oder andere Stromschnelle und den ein oder anderen Höhenabfall außerhalb und nur mit Schwimmweste und Helm bewaffnet zu „durchschwimmen“. Sehr geil und bei meinem nächsten Rishikesh-Besuch irgendwann mal schon jetzt ein fester Bestandteil. Natur pur, Action ohne Ende und durchnässte Klamotten – so solls sein. Into the Wild – Being Michael Lieberodt!

Nach 4 Stunden reißendem Abwärtsstrom im Ganges ging es dann in ein etwas abgelegeneres Cafe, welches Bestandteil eines Kinderheimes ist. Wer in Indien nach Kinderarbeit sucht, der wird spätestens hier fündig. Aber allen Kritikern entgegen – den Kids scheint das Servieren der hauseigen angebauten und organischen Gerichte echt Spaß zu bringen und ist nebenbei auch eine Art „Ausbildung“ neben der Schulbildung, die die Kids im Gegenzug hier in allen landestypischen Fächern erhalten. Naja, und wenn man dann zum x-ten mal seine organische Litschilimonade nicht bekommen hat, ist man auch net sauer mit dem Kellner. Immerhin ist der ja erst um die 9 Jahre und sein Grinsen kann jeden Ärger schnell vergessen machen – Balg! 😉

Nachdem hier ausgiebigst geschlemmt wurde, ging ein Teil unserer Mannschaft noch auf eine Massage in die etwas abseits gelegenere Swiss Cottage, wo dann gleich im Anschluss das nächste Mahl vernichtet wurde. Nach so viel Frischluft, Gangeswasser und körperlicher Anspannung genau das Richtige.

Halbtot, aber wieder einmal superglücklich ging es im Anschluss in die Unterkunft, denn am nächsten Morgen sollte es wieder einmal zeitig aus den Federn gehen. Der Wecker klingelte einmal mehr zu höchst unchristlicher Zeit und es ging auf zum Yoga. 1,5 Stunden für Verrenkungen aller Art, knackende Gelenke, neu entdeckte Wehwehchen, gepaart mit absoluter Entspannung und atemberaubenden Käsefüßen der Dame vor mir, ging es direkt im Anschluss wieder ans Futtern. Hiernach noch eine schwedische Ganzkörpermassage (die, wo der Masseur (!!!) einen halb vergewaltigt und mit offener Hand circa hundert Mal eine scheuert…), musste ich wieder mal feststellen, dass man sich so etwas doch öfter gönnen sollte und mein rechter Fuß so etwas wie eine höchst errogene Zone darstellt und jeder der ihn berührt mit einem kräftigen Tritt abgewiesen wird. Okay, ich habe mich entschuldigt, aber das Gekitzel war stellenweise echt eine Qual und kam der Folter in Guantanamo gleich. 😉

Irgendwann gegen Mittag hatten sich dann alle wieder gesammelt und es ging erneut ins Cafe, welches durch indische Kinderarbeit bei uns in Erinnerung geblieben ist, zum Brunch. Man muss nicht erwähnen, dass das ganze Kräutergedöhns und Ökogekoche echt lecker war, jedenfalls mal wieder ein Beweis für die Vorzüglichkeit vegetarischer Kost abseits pseudovegetarischer Prinizipienheinis, für die der genverseuchte Salatkopf vom Aldisupermarkt das Höchste kulinarischer Ergüsse darstellt. Superlecker!

Nach ca. 2h ausgiebigster Schlemmerei dann endlich wieder Elan für neue Taten im sonnigen Rishikesh – abschließend noch ein Marsch zum sog. „Beatles-Ashram“, jener verfallenen Ferien- / Meditations- /Heil-Einrichtung, in der die Beatles 1968 abgestiegen sind und zwei Monate versunken sind und, wie bereits beim ersten Eintrag zu Rishikesh erwähnt, den Großteil ihres White Album geschrieben haben. Ein historischer Ort und Musikunterricht per Excellence, wenn man noch weiß, dass die Beatles keine Volkswagen mit offenem Dach sind, sondern eine britische Rockband der 60er und 70er. (Tatsächlich konnten am Montag einige Kids in der Schule nichts zu den Beatles sagen und waren der Überzeugung, dass es sich hierbei um ein Auto  handelt – unglaublich! Was für ein Generationswechsel…).

Nach einem gehörigen Gewaltwarsch entlang des Ganges und vorbei an unzähligen Sadhus, die allesamt einen Durft von „frisch gemähter Wiese“ verbreiteten, indem sie ihre Tonpfeifen pafften, erreichten wir durchgeschwitzt, aber dennoch neugierig wie kleine Kinder beim Heimatkundemuseumsbesuch unser historisches Ziel. In meinem nächsten Leben werde ich „Baba“ / Sadhu / Bettelmönch. Einfach klasse, was jene heiligen Männer trotz offensichtlichem Drogenproblems in Rishikesh für ein Ansehen haben. Jetzt hat sich mir auch erklärt warum John, Paul, Ringo und George 1968 hier versackten und manch ein Track auf dem White Album leicht indische (vernebelte) Spuren aufweist. Das Ashram an sich ist jedenfalls ein absolutes „Must See“ für jeden musikinteressierten und abenteuerlustigen Touri in Rishikesh. Doch sehr abseits vom Massentrubel gelegen, mittlerweile verwildert wie der Bart der Bettelmönche und absolut unscheinbar hinter einer Mauer gelegen, wollte uns ein sog. „Security Officer“ weiß machen, dass der Zutritt zum Gelände untersagt sei. Stadtlegenden besagten uns jedoch, dass ein inoffiziller Eintritt von 50 Rupien (ca. 85 Cent) die Tore ins Musikmuseum öffnen sollten. Genau dem war auch so. Nach absolut überzeugendem Minen- und Gestenspiel des „Officers“, wandelte sich sein Auftreten von seriös und völlig abweisend in geschäftsinteressiert und „offen für jedermann“ und das kleine Vorhängeschloss öffnete sich beim Anblick des Geldscheines und wir konnten passieren. Es war schon wie der Eintritt in eine verbotene Welt – der „Officer“ schaute sicherheitshalber links und rechts und schon waren wir am Ort, wo Musikgeschichte geschrieben wurde. Eine total verfallene, verwilderte „Hotelanlage“, dennoch wunderschön abseits am Ganges gelegen und irgendwie ein Ort, an dem man wunderbar Geschäft machen könnte, wenn man denn wöllte – immerhin hätte ich sonst was gegeben um Ringos Zimmer für eine Nacht zu buchen oder auf der selben Bank wie John zu sitzen, wo er 1968 „Love me do“ komponierte. Letztlich ist dann doch nur eine Toilettensitzung auf Pauls stillem Örtchen geworden – welches nebenbei erwähnt in einem brauchbaren Zustand war und die volle Blase sollte schließlich nicht irgendwo auf diesem heiligen Stück Erde bepieselt werden. Ein bleibendes Stück Erinnerung, denn es waren tatsächlich jene vier Behausungen, in denen damals die Beatles mit ihren Freundinnen und ein paar Freunden lebten und die heute warscheinlich entkernt werden müssten, wolle man hier wieder etwas aufziehen. Sehr sehr geil und eine absolut mystische Stimmung für ca. 1 Stunde am Spätnachmittag jenes Sonntags… Sofort wieder, die 50 Rupien „Erhaltungsspende“ ware n es absolut wert.

Da die Zeit drängte und noch eine Stunde Fahrt nach Haridwar zum Bahnhof vor uns standen, machten wir uns auf den Weg und erreichten unser Ziel 15min vor Abfahrt.

Die Heimfahrt verlief dann wie immer – einsteigen, abchillen und das Wochenende Revue passieren lassen. Resultat: Viel erlebt, viel gemacht, viel mitgenommen. Einfach wunderbar und optimale Voraussetzungen für eine neue Woche in der Schule, die sich vor allem durch Vertretungsstunden und sich langsam dem Ende zuneigenden Großprojekten definierte.

Da auch der Fotofinger diesmal wieder keine Entspannung erfuhr, hier zwei Photo-Galerien.

Ticket nach Dharamsala >> HIER <<

Ticket nach Rishikesh >> HIER <<

Bis die Tage, ich muss „Rasenmähen“… 😉

Michael

Agra² = 3 x Königin + Haremsführer

Posted in India on Februar 9, 2009 by indiapore

…und frei nach dieser nicht ganz stimmigen mathematischen Formel a´la Mathegenie Meinerseits ging es am frühen Samstagmorgen zu Indiens Sehenswürdigkeit Nummer 1 – im Gepäck: mein Harem (ja, wieder die 3 liebreizenden Damen von nebenan) und meine geliebte Kamera.

Indische Zugstrecken sind weit und wenn man Zeit hat und der Zug mal wieder eine Stunde nach der anderen Verspätung herausfährt, dann kommen so manche Themen auf. Ein Zitat, was mir besonders imponiert hat, und welches ich bis zu diesem Samstag nachvollziehen konnte, stammt von einer Mitarbeiterin der deutschen Botschaft und Kollegin von Christina: „Agra ist ein großer Haufen Scheiße mit einer Perle drin!“

Ok, man muss nicht besonders kreativ sein, dass man diesen Ausspruch richtig interpretieren könnte: Agra = Haufen Scheiße, Perle = Taj Mahal. Nach meinem ersten Besuch in Agra im August 2008 habe ich diesen Ausspruch durchaus vertreten können. Aber zu groß war damals der Schock über die indischen Gepflogenheiten und der ungewohnten Umwelt um mich herum. Abgehärtet nach fast  6 Monaten „indischem Stelldichein“ ein Resümee: Agra ist nicht der einzige Scheißhaufen und wenn, dann nur ein kleiner.

Diesmal stand jedoch nicht das Taj, sondern das weniger bekannte Agra Fort (auch Red Fort, wegen seiner roten Mauern) im Fokus meiner Fahrt hierher. Eine gigantische Befestigung, bei der man fast noch spüren konnte, wie die Soldaten vergangener Zeiten hinter den Mauern lagen und mit Lanzen, Pfeil und Bogen bewaffnet auf den Angriff des Feindes lauerten. Im Verborgenen, der Mogul mit seiner Frau / seinen Frauen, wohlgeschützt hinter weißen Marmorwänden mit allerlei dekorativen Intarsienarbeiten, Aussichtspunkten und Grünanlagen. – Okay, soviel zum Ausflug Richtung kettenhemd-gepanzerter Soldaten inmitten blutiger Schlachten im zentralen Orient.

Im Vergleich zum Delhi Fort (ebenfalls Red Fort genannt) scheint mir dieses Fort aber bei weitem besser in Schuss zu sein – keine abplatzenden Fassaden, verwilderte Grünanlagen samt schlafendem Wachpersonal. Vielleicht auch die Tatsache, dass man hier in großer Konkurrenz zum Taj steht und man auch als Ausländer nur die richtigen Argumente bringen muss um den Inder-Preis zu zahlen. In meinem Fall waren das „3 Jahre als Resident in Delhi an der Bildungsfront“ und schon waren statt 300Rp. Eintrittsgeld 20Rp. fällig – ein trauriges Zeugnis indischer Rassenpolitik (weiß = Geld = mehr Eintritt)… Ein Thema, bei dem ich mir bereits mit Christina die Köpfe heiß geredet habe. Ginge es danach, sollte man bitte auch in Berlin auf der Museumsinsel für Ausländer den doppelten / dreifachen Eintritt verlangen. Meine Meinung! 😉

Egal, erstmal drinnen im Fort, hat man echt das Gefühl in einer Art Ruheoase gelandet zu sein. Mal keine hupenden, dröhnenden Verkehrslawinen um einen, dafür schöne Mogularchitektur aus dem 16.-17. Jahrhundert, bei der man sich immer wieder gefragt hat „Wie haben die das damals nur gemacht!“ – kunsthistorische Bildungslücke würde der Eine meinen, der Andere ist einfach nur perplex. Am „perplexesten“ war dann aber vielleicht auch der Blick aufs Taj von der Königsbank, quer über den Yamuna-River. Eine ausiebige Fotosession mit allerlei Posen, vielen Indern und vielen „Familienbildern mit weißem Mann / weißer Frau“ später, ging es direkt im Anschluss im stilechten Großmogul-Ponykremser zum Taj, wo erstmal ausgiebig dinniert wurde. Naja, und ab diesem Zeitpunkt waren dann die Damen der Schöpfung nicht mehr zu bremsen und sie zog es ins Taj, was ich mir erspart habe, immerhin war ich ja bereits im August letzten Jahres mit Sinja und Oli hier unterwegs und auch wenn doppelt für gewöhnlich besser hält – einmal reichte mir in diesem Fall. Die Mädels konnten ihren Prinzessin- / Königinträumen nacheifern und das schönste Bild vorm Taj schießen lassen, ich habe es vorgezogen nach bereits 5 Chais an diesem Samstag noch zwei weitere zu trinken und konnte dabei ein paar Einblicke in indische Familienalben und Gastronomieunternehmen erhaschen. Der Wirt, ein 45-jähriger Halbtürke mit ziemlich derber Alkoholfahne lockte mich in sein Lokal und ehe ich mich versehen habe, stand auch schon der erste Becher Chai Masala auf dem Tisch. Dann der übliche Smalltalk und dann ein tiefgreifendes Gespräch in die Reisevergangenheit des guten Herrn, samt heldenhafter Posen vor Wasserfällen, im Schnee liegend, mit Blume im wilden Männerhaar und in den unmöglichsten Schlaghosen der 70er, 80er und 90er Jahre. Eindrucksvoll und interessant zugleich – immerhin sieht man mal worauf Inder so abfahren, wenn sie in den Urlaub fahren!

Wenig später dann ein paar ernstere Einblicke in den Alltag eines indischen Gastronoms nach 26/11 (das Synonym für die Terroranschläge in Mumbai im November 2008). Bei ihm seien die Einnahmen drastisch zurückgegangen, ebenso bei seinen Kollegen um das Südtor zum Taj Mahal. Angesichts der leeren Restaurants rund um das Taj, scheint diese Aussage auch zu stimmen – es waren meiner Meinung nach verdammt wenige Touristen im Vergleich zum August 2008 um das Taj unterwegs – und das trotz Trockenzeit.

Der Heimweg war dann weniger spektakulär – wieder ordentlich vollgestopft worden, permanent klingelnde Handys um einen herum (Wer hat den Indern den polyphonen Klingelton anvertraut???) und jede Menge Schnarchgeräusche nach dem Essen, trullerte unser Zug kur nach 11Uhr in Delhi ein. Mission erfüllt – Agra ist in einem Tag angenehm zu bereisen!

Sonntag dann endlich einmal etwas Sightseeing in Delhi – nach 3 verstrichenen Monaten ohne eine einzige Sehenswürdigkeit, war es mal wieder Zeit die lokale Flora und Fauna zu erkunden und so stand ein Ausflug zur Jama Masjid an – Indiens größter Moschee. Zugegeben, im Land der kulturellen Superlativen war sie dann doch nicht so groß wie erwartet, aber trotzdem beeindruckent. Beindruckend allerdings auch wieder das Spiel „Weißer Touri – Indertouri“, denn hier kassiert man auch an jeder Ecke ab – 200Rp. Kamera, 100Rp. Eintritt, 20Rp. Schuhe (Man darf ja gewöhnlich nur barfuß den heiligen Boden Allahs betreten…)

Zufälligerweise unterrichte ich gerade eine Einheit zur Ausbreitung des Islam in der Schule und dass sich da auf Anhieb ein paar Parallelen gefunden haben, war vielleicht nicht ganz zufällig. Der Kalif Omar (634-644) predigte seinem Gefolge: „Bekämpft diejenigen, die nicht an Gott und den Jüngsten Tag glauben und die nicht verbieten, was Gott und sein Prophet (Mohammed) verboten haben (…), bis sie die Steuer in Demut entrichten und sich unterwerfen. (…) Auferlege ihnen also die Steuer, aber mache sie nicht zu Sklaven, und verbete den Muslimen, sie zu unterdrücken, ihnen Schaden zuzufügen oder ihren Besitz zu verzehren.“ – Das Zitat fand hier also in der Praxis Anwendung, wurde aber mit einem eindrucksvollen Getümmel im Inneren belohnt. Und hey, wann hat man schon mal die Möglichkeit ein Minarett zu besteigen, auf dem es so eng ist, dass jeder Schritt dein letzter sein könnte!? 😉

Dieser war wirklich eindrucksvoll und aufgrund der Tatsache, dass Schuhe in Moscheen verboten sind, hat sich beim Aufstieg auf die Plattform zumindestens mein lange Zeit unterdrücktes Begehren nach deutschem Käse erledigt – zu stark waren die Käsefußwolken im Inneren des Minaretts, die einem beim Aufstieg in die Nase krochen!

Auf dem Nachhauseweg ging es dann durch Old Delhi, jenem alten Stadtteil, den man eigentlich mit dem Namen „Delhi“ meint, den man aber nicht vor Augen hat, wenn man von „Delhi“ spricht. Ein ziemlich heruntergekommenes Viertel, mit Leben in den Straßen, dass es 24/7 Tag zu sein scheint. Sehr beeindruckend und bedrückend zugleich, wenn man wieder einmal sieht, wie Menschen tatsächlich in einer solchen Millionenmetropole leben. Unglaublich und auf jeden Fall einen Ausflug wert! Und in Begleitung meines neuen Kollegen Yannick ganz spaßig, zumal er als „Newbie“ die ganzen Inder abfängt, die Fotos wollen und mit welchen er sich (noch) geduldig unterhält…

Den Abend verbrachte ich dann mit Sebastian (Lufthansa), Erik (Metro-Maulwurf) und Fabian (BMW) in einer entspannten Live-Musik-Bar. Schönes Oldiegeträller auf Wunsch und ein paar Bierchen später dann das Resultat eines entspannten Wochenendes in und um Delhi – „Das war der letzte Samstag und  Sonntag in Dirrrty Delhi!“ – Die kommenden Wochen sind wieder voll mit Touren ins Umland!

In diesem Sinne: Auf die verbleibenden 7 Wochen in Indien!

Cheers, big ears!

Agra Fort und Jama Masjid: (ganz ohne Eintrittsgelder) >>HIER<<

Shimla vs. Mussoorie – Kampf der Hill Stations

Posted in India on Februar 4, 2009 by indiapore

Die Expedition India geht weiter – nach bisher 6 Ausflügen ins nördliche, südliche und westliche Indien, war es an den vergangenen beiden Wochenenden wieder mal Zeit aufzubrechen und die Gegend zu erkunden. Ziele diesmal: Shimla (über ein verlängertes Wochenende) und Mussoorie, ein „Bergstädtchen“ auf das ich nur durch eine deutsche Doku an Weihnachten über Indien aufmerksam geworden bin und das ich ansonsten womöglich ausgelassen hätte… Zum Glück gibt es aber das Fernsehen! 🙂 Aber immer der Reihe nach…

Ausgangspunkt war mein auslaufendes Visum zum 23. Januar. Die Tatsache, dass ich es verlängern muss, war mir schon länger gewiss, aber wo und wie, kam (wie so ziemlich alles bei meinem momentanen Aktionen) ziemlich spontan und kurzfristig. Nachdem man mir über Weihnachten also eine Absage erteilt hatte das Visum in Deutschland zu verlängern, musste ich wohl oder übel den Weg über die indischen Behörden gehen. Nicht gerade eine Sehenswürdigkeit von Indien, wie ich im Nachhinein sagen kann! Jedenfalls habe ich alles versucht, und wenn ich sage alles, dann meine ich ALLES! Der Weg über die Schule, über die Botschaft, online… Es half nichts, ich musste zum sog. FRRO (Foreigners Regional Registration Office) von dem man bisher nichts Gutes gehört hatte. Das Mitleid meiner Kollegen war mir sicher, warum sollte ich innerhalb der 36h Warterei noch feststellen. Die deutsche und die indische Bürokratie nehmen sich im Grunde nicht viel, nur dass es letztlich hier ein wenig an der Praxis hapert. Während man in Deutschland immer noch auf geregelte Öffnungszeiten und Dienstvorschriften pochen kann, kann man das hier eigentlich voll und ganz vergessen. Dran kommt, wer zeitig genug da ist (ok, auch das kennen wir zu Hause) und wer vielleicht noch ein bischen was rüberrückt („Bagschisch! Bagschisch!!!“), der kann ein bischen von bevorzugter Handhabe seines Anliegens träumen. In jedem Fall ging es zunächst zum FRRO, wo man mir nach „nur“ 3h Warterei lediglich sagte, dass mein Anliegen eine Angelegenheit für das „Ministerium des Inneren“ ist, wo mich nochmals 8h in einem Wartesaal erwarteten. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man als europäischer Staatsbürger auf einmal zwischen tibetischen Flüchtlingen, afrikanischen Einwanderern, in Indien nicht unbedingt willkommenen Bengalis und Pakistanis hockt und so manches menschliches Elend mithört, denn es gibt hier keine separaten Büros für die Mitarbeiter, sondern lediglich mehrere Schreibtische, die mitten zwischen den Wartenden aufgestellt wurden. Naja, und dann waren da halt so kuriose Beispiele wie der Tibeter, der seine Familie aus China nachgeholt hatte und nun um Asyl für sie bat, oder der Afrikaner, der auf 3 Formularen 4 verschiedene Unterschriften präsentierte und angeblich beim Fingerabdruch es ganz eilig hatte und weg musste. Das ganze unterstützt durch das allgegenwärtige indische Gerotze und Geschniefe, lachende bis kreischende Kinder, Reinigungspersonal und allerlei nicht immer ganz angenehmen Manieren der Wartenden. Alles in allem ein Erlebnis, das nicht unbedingt zu den angenehmsten in Indien gehört, aber ich habe es überlebt. Und nachdem ich auf dem Ministerium einen versiegelten Brief bekommen habe, den ich widerum zum FRRO bringen durfte, wo ich nochmals 4h warten durfte, konnte ich mich glücklich schätzen, als ich meine 3500Rp. für das verlängerte Visum (bis 27. März 2009) bezahlen durfte und im Gegenzug einen Stempel in meinen Pass bekam, der mir den verlängerten Aufenthalt nun auch rechtsmäßig zugesteht! Summa summarum – anderthalb Tage auf Ämtern, viele nette, kuriose, zwielichtige Leute und einen leeren MP3-Player-Akku! Incredible India!

Zum angenehmen Teil!

Die Arbeit hat mich seit dem wieder und mittlerweile arbeite ich straff Richtung 14. März hin, an dem die Schule den Tag der offenen Tür hat und wonach eigentlich mein Praktikum Geschichte ist, denn am 15. März geht es auf die Andamanen… – Anda-was? Jopp, Andamanen, jene Inselgruppe im Golf von Bengalen, welche Heinrich Harrer (schon wieder dieser Typ) in den 70ern erkundet hat, wo es noch heute Kannibalen in Form von Zwergvölkern gibt und die 2004 Epizentrum des verherenden Unterseebebens waren, von wo aus der tögliche Tsunami auf Süd-/Südostasien prallte. Ein ideales Urlaubsgebiet also, wo ich vermutlich nie drauf gekommen wäre, hätte ich in Leipzig einen Katalog mit indischen Reisezielen durchforstet. Danke Lonely Planet und auf eine erfolgreiche Expedition mit Oli im März mit viel Strand, Meer und wilden Zwerginsulanern.

Bis dahin sind es aber noch ein paar Wochen und mittlerweile decken sich die Karten immer mehr auf, wo es an den noch verbleibenden Wochenenden hingeht. Auf jeden Fall ist das Programm bis zum Rand erschöpft – kein Wochenende in Dirty Delhi mehr, dafür einige Destinationen, die es in sich haben. Mumbai, Rishikesh und Kalkutta sind nur einige davon.

Zwei konnte ich bereits verbuchen und die hatten beide einiges zu bieten – die eine mehr, die andere weniger. Eingangs erwähnt, ich spreche von Shimla und Mussoorie – zwei ehemaligen „Hill Stations“ der Briten, wovon eine (Shimla) bis zum Ende der Kolonialzeit 1947 die Sommerresidenz der britischen Kolonialregierung bildete. Hört man das Wort Station, so denkt man zuerst an kleine verwilderte Berghänge mit ein paar Hütten, aber was man hier in die Berge gebaut hat, ähnelt schon eher einer Kleinstadt – im indischen Stil, mit britischer Architektur und allerlei Touristenfallen versteht sich. Beide Städte liegen in etwa auf 2000m Höhe, also schon knapp an der Schneegrenze (!) 😉 – auf Sauerstoffgeräte kann man noch verzichten und da ich im Moment sowieso auf alles abfahre, was in irgendeinem Kontext zum Himalaya steht (z.B. die warscheinlich geilste Doku, die ich je gesehen habe!!!), wundert euch bitte nicht, wenn ich hier immer wieder von „Himalaya-Expedition“ spreche – der Wunsch ist Leiter des Gedanken! 🙂

Jedenfalls ging es in die Berge – einmal alleine, einmal in Begleitung dreier junger Damen, wovon zwei an dieser Stelle erwähnt seien, da man sie auch digital begleiten kann durch Indien – Jitka und Verena. Während Shimla von den Indern als wunderschöne Hill Station hochgelobt wird, war mir Mussoorie bisher unbekannt. Das Bayrische Fernsehen machte mich kurz nach Weihnachten darauf aufmerksam und versprach nicht zu viel, erwähnte vielleicht sogar einige Details zu wenig. In jedem Fall war ich von Shimla im Nachhinein eher ernüchtert als begeistert – schön gelegen, aber touristisch völlig überrannt und von den Attraktionen her eher mittelmäßig im Vergleich zu dem bisher Gesehenen. Eine recht ansehnliche viktorianische Kirche aus dem vorvergangenen Jahrhundert, ein sehr ansehnliches Herrenhaus mit allerlei geschichtlichem Input (u.a. Abkommensort für die indische Unabhängigkeit) und schönem Garten, einen Hindutempel auf 2900m Höhe mit Horden von Affen und einer Shoppingmall, auf der man so ziemlich jeden Plunder chinesischer Großkonzerne und Fälscherbuden erwerben kann. Zum Teil doch recht gesalzene Preise (okay, ich war auch an einem Nationafeiertag, den viele Inder auch für ihre Ausflüge nutzen) und eine Präsenz des Mitiärs, wie sie mir in Indien noch nie begegnet ist. Bilder sprechen mehr als Worte – ich hätte mehr erwartet, hatte aber trotzdem ein schönes ruhiges Wochenende, mit viel Gechille, vielen Gesprächen und wieder einmal jeder Menge Eindrücken aus meinem persönlichen Lieblingsteil Indiens – dem Norden! (der Berg ruft!)

Mussoorie hingegen war genau das Gegenteil. Von den Attraktionen her gleichrangig mit Shimla (genau 4 an der Zahl!), war es hier weniger überrannt und die Station zeigte sich die ganzen 2 Tage über in ihrem besten Licht (ein Sonnenbrand im Gesicht ist da besser als jede Umschreibung glaube ich). Mit einem direkten Blick aus den Ausläufern des Himalaya hinein ins Tal nach Dehra Dun (von dem man sagt, dass es die besten (warscheinlich aber nur die meisten) Schulen in Indien hat), kann man es hier gut und gerne ein paar Tage aushalten. Die Hektik an einem jeden Freitag Mittag ist mittlerweile Gewohnheit geworden – Schule, Mittag fassen und ab zum Bahnhof und rein ins Wochenende. In der Regel ist man binnen einiger Zugstunden am Ziel und vor Mitternacht ist man dann auch schon in einem Hotel untergebracht (wobei die Preise alles andere als hoteltypisch sind, eher einer Jugendherberge ähneln!). Nachdem also die Zimmer in Mussoorie bezogen waren ging es erstma ab ins Traumland und am kommenden Morgen dann direkt rein nach „Downtown“ Mussoorie. Vom Gun Hill hat man beispielsweise eine schöne Aussicht über das Areal – hinauf führt eine Seilzugbahn, die schon bessere Tage erlebt hat, aber im indischen Vergleich warscheinlich zu den modernsten hier im Land gehört (der TÜV dürfte hier gar nicht erst einreisen). Mein persönliches Highlight war ein buddhistischer Tempel, den wir am Abend besuchten, als sich die Sonne schon hinter den Bergen verkrochen hatte und wo die Stimmung derartig mystisch war, dass man einfach nur genießen konnte und in der Ruhe flatternder buddhistischer Gebetsfahnen und unter den Augen der aufgestellten Dalai Lama-Bilder dahinträumen konnte. Echt spitze und bis zur vollends erreichten Dunkelheit ein Plätzchen zum Verweilen. Entlang der Mall (die dritte Atrraktion in Mussoorie) ging es dann in das nächst beste Restaurant, wo ich mich einmal mehr an der indischen Küche versucht habe. Mittlerweile schmeckt es mir ganz gut, aber eine gewisse Vorsicht ist immer geboten – so gibt es bei indischem Essen stets vegetarisch, da ich dem Fleisch hier einfach nicht traue, wenn es aus irgendeiner Hinterhofküche serviert kommt. Aber auf Favoriten habe ich mich mittlerweile festgelegt: alles in irgendeiner Soßenform mit Paneer (dem indischen Feta-Tofu-Mix) und Spinat, Tomaten und Erbsen (ja, Mutter ich esse jetzt Erbsen!!!). Mein persönlicher Favorit ist „Tandoorie Chicken“ – eine Art Broiler aus einem Steinofen, schön scharf gewürzt (muss man extra erwähnen) und mit einer Portion Garlic-Naan (indisches Fladenbrot gefüllt oder bestrichen mit allerlei Gedöhns, in meinem Fall Knoblauch) und dazu die immer gereichten roten Zwiebeln und die Limette. Schmackofatz und hier endet auch schon mein kleiner, aber feiner Exkurs in die indische Vielfalt kulinarischer Ergüsse. Ich bin kein großer Fan der hiesigen Küche, aber ich freunde mich mehr und mehr damit an – und das nicht unbedingt aus der Verzweiflung heraus, wohl eher aber wegen abgehärteter Magenwände (es ist alles sauscharf!!!) und einem intakten Immunsystem (ich hatte noch nie wirklich Probleme – außer dass alles „zweimal brennt“!).

Fine cum expeditium kulinaris! (lat., grammatikalisch aber mit Sicherheit falsch!)

Wir waren in Mussoorie – im Restaurant. Am Abend ging nicht mehr viel. So viel frische Luft und Gelaufe ist eine Delhi-Staublunge nicht mehr gewöhnt und wieder ging es ab ins Lummerland! Sonntag dann noch ein weiteres Highlight – und wieder von den Indern hochgelobt – die Kempty Falls. Wasserfälle in den indischen Bergen. Klingt spannend, aber die Fahrt dahin war wohl eher das spannendste an der ganzen Sache. Ein Taxifahrer mit den Fahrfertigkeiten eines Rallye-Piloten auf indischen Serpentinen, gepaart mit der Einstellung eines Hindus (Der Tod ist nur ein Zwischenstop!) ging es kotzifix runter und wieder rauf. Dazu noch ein paar derart gewagte Überholmanöver und zwischenzeitliches Fahren auf der „richtigen“ Spur (Achtung: in Indien herrscht normalerweise Linksverkehr), dass jeder Christ hier das Vater Unser aufgesagt hätte, schafften wir es doch noch lebend zu den Wasserfällen. Einige weibliche Insassinnen dürften Krämpfe gehabt haben, als sie die Griffe ihrer Autotüren wieder losließen. 🙂

Der Lohn dieser krassen Fahrt waren ein paar völlig verhunzte Wasserfälle, umgeben von Wellblechhütten und Betonklötzern, einem indischen Vergnügungspark mit künstlichen Seen und allerlei Ramschläden drumherum. Ich will nicht wissen, was hier in der Peakseason abgeht – dieser Sonntag in der Nebensaison hat gereicht um festzustellen, dass Inder ein ganz anderes Vorstellungsvermögen von Familienausflug ins Grüne und „Ich im Einklang mit der Natur“ haben müssen. Eine recht verhunzte Attraktion, die aber spaßig genug war um einmal hier gewesen zu sein. Außerdem stand uns ja noch die Fahrt mit dem Teufel zurück nach Mussoorie und nach Dehra Dun bevor. 🙂

Der Heimweg klappte wiedermal suboptimal – heißt: Zug rein, First Class mit ordentlich Verpflegung und gegen Mitternacht dann wieder in Delhi im Bett. Prima Wochenende und von der Gesamtbewertung unter meinen Top 5 Indiens.

Gehe ich nach dem Gesamtklassement, so hat Mussoorie eindeutig gewonnen und meine Sucht nach Bergen ist für die kommenden 5 Tage gestillt – bevor es wieder akut wird.

Das kommende Wochenende geht es noch einmal nach Agra, aber nur für einen Tag. Sven hatte mich darauf aufmerksam gemacht das Taj Mahal nochmal von der Rückseite und vom Flußufer aus zu beschauen – das wird mein Plan sein. Außerdem interessiert mich noch das Agra Fort, eine Bastion der vergangenen Mogulzeit. Nach dem Delhi Fort und dem Amber Fort nahe Jaipurs will ich hier unbedingt nochmal den männlichen Tomb Raider spielen.

So, und wie bereits erwähnt: Bilder sagen mehr als Worte und damit man sich ein eigenes Urteil bilden kann, diesmal zwei Galerien im direkten Vergleich.

Ticket nach Shimla: >>HIER<<

Ticket nach Mussoorie: >>HIER<<

Bis die Tage!

Michael

Die Geschichte vom alten Mann in Mönchsrobe

Posted in India on Januar 18, 2009 by indiapore

Das Indien ein Schmelztiegel aller Weltreligionen ist, und dass der Hinduismus und der Islam hier warscheinlich die Masse ausmachen, weiß jeder halbwegs belesene Wikipedia-Junkie. Dass der Buddhismus aber auch seine Wurzeln in Indien geschlagen hat, dass Buddha hier seine Erleuchtung gefunden hat und dass Dharamsala das Exil-Lhasa der von den Chinesen unterdrückten und z.T. auch verfolgten Tibeter ist, wissen nur die wenigsten. Und wenn man sagt, dass in Dharamsala auch „Seine Heiligkeit, der Ozean des Wissens, der XIV. Dalai Lama“ lebt, dann wissen das womöglich nur noch eine handvoll Leute.

Die buddhistische Religion und deren Kultur interessiert mich nicht erst seit Nepal und da der Norden Indiens auch in vielen Gebieten von eben diesem geprägt wurde, geht es hin und wieder auch hierher (aber nicht etwa um Erleuchtung zu suchen, sondern zum Abspannen). Der gestrige Samstag war allerdings eines meiner absoluten Highlights hier in Indien in punkto „Michael meets…“. Manchmal lohnt es sich doch, wenn man hartnäckig bleibt. Nachdem ich am Freitag von einer Kollegin eine Email erhalten habe, in der die „Jamia Millia Islamia“, Delhis größte muslimische Universität, zu einem Kongress geladen hatte, bei dem der Wandel und das Verhältnis zu den Weltreligionen nach dem 11.September 2001 aus der asiatischen Perspektive zum Thema stand, war es vor allem eine Zeile, die mein Interesse (und warscheinlich auch das von vielen Anderen) weckte – „His Holiness, the 14th Dalai Lama, will give the opening speech“ – Der Dalai Lama höchstpersönlich in Delhi – ein Ereigniss, dass ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Und so kam es, dass ich zu höchstunchristlicher Zeit (8.30Uhr an einem Samstag!!!) meinen Allerwertesten aus dem Bett erhob und mich mit Katrin (Leipzig!!!) vor dem Auditorium traf um eben dieser Eröffnungsrede beizuwohnen.

Okay, da man aber auch in Indien das Geschäft mit der Bildung schon längst entdeckt hat, wollte man uns natürlich auch gerne für den 3-tägigen Kongress gewinnen und der sollte stolze 100US$ kosten. Jedenfalls ging es nach ein paar Gesprächen mit diversen Organisatoren dann doch ins Auditorium und nach erfolgreicher Filzkontrolle am Einlass saßen wir beide in fünfter Reihe zentral vor den Podiumsgästen und warteten auf „HH“ (His Holiness). Anstoß zum Kongress sollte 10.30Uhr sein und da der Buddhismus ja unter anderem auch für seine Ruhe und Gelassenheit bekannt ist, zögerte sich alles auf ca. 1h Verspätung hinaus.

Als alle Saal-Anwesenden sich erhoben und ein leichtes Raunen durch die Reihen ging, war klar, dass ER jetzt da ist – mit gebücktem Gang und allerlei Begleitern sowie dem gesamten Kongress-Gremium stand er auf einmal auf der Bühne – Tenzin Gyatso – Seine Heiligkeit – Ozean des Wissens – Der 14. Dalai Lama, in den 1950ern aus Tibet von den Chinesen vertrieben, über den Himalaya geflüchtet und letztlich in Dharamsala eine neue Bleibe gefunden, stand er auf einmal leibhaftig vor einem – die Reinkarnation Buddhas. Jeder kennt ihn, jeder weiß wie er aussieht und trotzdem war der Mann, der da vorne stand alles andere als seine Heiligkeit – er wirkte auf mich wie ein alter, gebrechlicher Mann, der es versteht Witze zu machen, daher äußerst sympatisch wirkt und stets ein leichtes Grinsen im Gesicht trägt. Wirklich eine Begegnung, wie ich sie mir in diesem Riesenland nie erträumt hätte – aber der Zufall macht manchmal alles anders.

Während ich mittels Telezoom ca. 200 Bilder von allen möglichen Mimiken und Gestiken von „HH“ erhaschte, erzählte er den Zuhörern (ca. 300 Mann) alles mögliche rund um das Thema Vorurteile, Gleichheit aller Religionen, aller Menschen, Probleme und wie man sie beheben kann und und und. An seiner Seite stets ein buddhistischer Mönch, der dem Dalai Lama half, sollte er einmal nicht die richtigen englischen Worte finden, so dass er sie ihm auf tibetisch nannte und prompt die englische Übersetzung erhielt.  Was mir besonders auffiel, war die Tatsache, dass der Dalai Lama für seine Rede anscheinend keinerlei Vorbereitung hatte und aus dem Bauch heraus sprach. Die Rhetorik, Mimik und Gestik, die er hier an den Tag legte, war trotzdem so beeindruckend, dass man ihm einfach zuhören musste.

Das ganze Spiel ging dann etwa 2h, inklusive anschließender Fragerunde, wo Zuhörer seiner Heiligkeit Fragen stellen konnten zu allen möglichen weltlichen und geistlichen Themen und die er (wenn auch sehr ausschweifend) beantwortete. Jede Antwort fing irgendwo mit einem einfachen Satz an, verlief dann aber schnell in tiefe gedankliche Linien, wo man echt merkte, dass dieser Mann weiß wovon er spricht. Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es nicht etwa streng buddhistische oder in irgendeiner Weise religiöse Ansichten waren, die der Dalai Lama da vertrat, sondern viel mehr menschliche Prinzipien gewaltloser und in jeder Hinsicht friedlicher Konfliktlösung waren – nicht umsonst hat sich hier mein Bild des Buddhismus einmal mehr bestätigt – nämlich, dass dieser für mich die warscheinlich „menschlichste und friedlichste“ aller Religionen zu sein scheint. Nicht zuletzt wegen der angenehmen Art und Weise des Dalai Lama, der zum Teil für mich sehr suspekten Aussagen der Redner anderer Religionen und den Tatsachen, die wir jeden Tag frisch serviert in den Nachrichten bekommen. Auch die Toleranz, die der Dalai Lama ausstrahlt und auch öffentlich zur Schau trägt, war sehr beeindruckend. Er trug beispielsweise ein muslimisches Pali-Tuch, welches er kurz vorher an der Jama Masjid, Indiens größter Moschee von einem Moslem geschenkt bekommen hatte und welches er jetzt über seiner Mönchsrobe trug – und das nicht etwa als politisches Statement (Palästinenser tragen u.a. ein solches Tuch zum Ausdruck ihrer Abneigung gegen die Juden, dt. Kids als Ausdruck ihrer Gruppenzugehörigkeit – „Krocha“) – er sagte schlicht und einfach „Ich bin nur ein einfacher Mensch, der friert und sich dieses Tuch übergeworfen hat um eben nicht zu frieren.“ Sehr sehr einprägend, war auch folgende Aussage zur Gleichheit aller Menschen – wir werden alle von einer Mutter geboren und von ihr genährt. Es gibt keine besseren und schlechteren Menschen auf dieser Erde – jeder soll seine Kinder so erziehen, wie er es für richtig erachtet, aber auf keinen Fall unter dem Gesichtspunkt anderen Menschen mit dieser Auffassung irgendwann zu schaden. Religion sollte nicht über den familiären Rand hinausgetragen werden, so sein Statement, was in einer Welt voller Glaubenskriege aber schwierig ist, denn die Karten scheinen so gut wie alle ausgeteilt zu sein und es bleibt in erster Linie die Hoffnung auf die menschliche Vernunft.

Ich möchte hier nicht in Einzelheiten aus den verschiedenen Reden verfallen. Es war in jedem Fall ein sehr interessantes und vor allem sehr informatives Zusammenkommen zwischen dem Dalai Lama und den verschiedenen geistigen Vertretern aus Religion und Wissenschaft. Am schönsten war die Athmosphäre, dass alle Vertreter gemeinsam miteinander geredet haben und keiner dem anderen auch nur irgendein Vorurteil gegenüber hatte. Wirklich beeindruckend und leider viel zu wenig praktiziert in unserer Welt – die besten Beispiele liegen ja auf der Hand – Israel, Afghanistan, Irak… Die Liste wäre lang, wenn man alles aufzählen müsste. In einem kann ich dem Dalai Lama nur zustimmen, nämlich dass es die Inder schon über 1000 Jahre lang geschafft haben auf ihrem Subkontinent alle Religionen dieser Welt zusammenzubringen und ein Zusammenleben möglich ist, wie dieses Land es ja augenscheinlich verkörpert. Diese Leistung sollte nicht unterschätzt werden und vor allem darf man sich durch die in letzter Zeit immer häufiger auftretenden Konflikte nicht davon abbringen lassen diesen Dialog und dieses Zusammenleben zum Erliegen zu bringen. Ist der Dialog erst einmal abgerochen, ist Gewalt nicht mehr weit – eine Erfahrung, die wir alle bestätigen können und zu der es nicht kommen soll.

Wünscht man also auch mir morgen auf dem F.F.R.O. (Ausländer-Registrierungsbehörde) viel Erfolg, dass auch hier der Dialog fruchtet und ich mein Visum verlängert bekomme, ansonsten heißt es kommenden Freitag Koffer packen und ab ins Ausland, was ich nicht hoffen möchte.

Ein paar Bilder vom Kongress gibt es >>HIER<<.

Es grüßt aus Delhi

der Erleuchtete 🙂

Update (23-01-2009): Ein wirklich sehr gut geschriebener und absolut den Tatsachen entsprechender Artikel zu einem ganz anderen Problem, nämlich zu Indiens allgegenwärtiger „Service-Class“ findet ihr auf diesem Link. (Weiterleitung zu Bennis Blog)