Männer-WG-(T)räume

Posted in Australia on April 25, 2009 by indiapore

Ein kleines Weilchen ist schon vergangen seit dem letzten Post. Tasmanien ist mittlerweile schon fast eine Woche her und die erste Woche meines Praktikums in Melbourne liegt bereits hinter mir. Insegesamt also zwei Wochen mit allerlei Eindrücken, Erlebnissen und noch mehr Ausgaben. Wie immer alles der Reihe nach.

Ostersonntag ging es los – auf Richtung Tasmanian Island, der Insel, die nicht nur aus der Luft betrachtet aussieht als sei es ein Teufelskopf – hier leben sie auch, die tasmanischen Teufelchen, die aussehen wie Mephisto im Pelzkostüm und Laute von sich geben, als würde man ein Kleinkind quälen. (Erfahrungen im Kinderquälen kann ich allerdings nur aus dem Sek.  I – Bereich / Mittelschule aufweisen). Nach knappen 3h Flug von Brisbane nach Hobart trafen Yvonne und ich uns mit zwei ihrer Mitstudentinnen und nach einem etwas kompakteren Sightseeing in Hobart (die Stadt hat nicht wirklich spekatukuläre Dinge aufzuweisen – vielleicht die Cascade-Brauerei), haben wir uns entschieden bereits einen Tag früher das Auto anzumieten und sind seit dem gute 3500 km über die Insel gedüst. Betrachtet man die Entfernungen auf der Straßenkarte, dann bekommt man schnell den Eindruck alles sei ein Katzensprung. Fährt man dann aber diese Strecken, so kann eine 90 km Fahrt schon gerne mal 2-3 h in Anspruch nehmen. Belohnt wird das Ganze dann aber auch mit einer hammerharten Natur, die einem wirklich alles bietet und einen irgendwie immer wieder an Irland erinnert, nur eben ohne Iren, sondern Australiern. (Wonni hat auch die Steinzäune zur Eingrenzung der Weiden vermisst, die sie 2006 so grandios umgeschubst hat!)

In jedem Fall waren es 8 wirklich schöne Tage auf der Insel, die uns allle Wetterlagen bescherten. Angefangen bei 25 Grad und Sonnenschein pur bis zu 2 Grad mit Schneefall, Flachland mit endlosen Weiden und Wäldern bis hin zu spektakulären Küstenabschnitten, Stränden, Bergmassiven – es war einfach alles dabei und der Blick aus dem Auto wurde nie langweilig. Jede Menge Tracks und Wanderungen in Wäldern, an Seen, Gebirgen und Höhlen haben dann die Fahrerei lohnenswert gemacht und es wurde eine sehr gute Woche mit jeder Menge frischer Luft, wundervollen Aussichten und noch besserem Essen. Als anerkannter Schweinemagen probiere ich eben alles, was man probieren kann und was der Geldbeutel zulässt. Und da waren diesmal einige Schmeckerchen dabei – ich sage nur das traditionelle Inselsteak (minimum 300g), Austern, Jakobsmuscheln und allemöglichen Biersorten. Es war ein Hochgenuss und nach indischer Schärfe eine willkommene Abwechslung für meine Magenwände. 🙂

Die Woche war natürlich viel zu schnell vorbei und am vergangenen Montag ging es dann zurück nach Brisbane, wo mir ganze 18h blieben um Wäsche zu waschen, meinen Krempel zusammen zu lesen, Tasche zu packen und mich wieder auf den Weg zum Flughafen zu machen um nach Melbourne zu kommen, wo ich seit Dienstag an der Deutschen Schule bin. Zwischenrein wurde noch Wonnis Geburtstagsparty im Deckerschen Hause und im Cloudland geschoben, einem bei Wonni und Co ziemlich angesagten Club, der einem von der Innenausstattung her wirklich staunen läßt (den man mit Turnschuhen nur leider nicht betreten darf, wie ich anfangs erfahren durfte) 🙂 – nach anfänglicher Rebellion gegen diese faschistoide Handhabe eingelassener Partygäste, bin ich letztlich mit Achims Ledertretern hereingelassen worden, was mich trotzdem nicht davon hat abhalten lassen beim Herausgehen stolz und barfuß am Einlasser vorbeizugehen und ihm noch nen Spruch an den Kopf zu werfen – Einlaßverbot auf Lebenszeit inklusive, vermute ich mal – aber das war´s mir wert ! Fucker! 🙂

Stark verkatert bin ich dann Dienstag Morgen losgestolpert – in letzter Minute habe ich dann doch noch alles zusammengepackt bekommen und zum ersten Mal nichts irgendwie und irgendwo liegenlassen. Ich bin komplett in Melbourne angekommen, yesss! Und hier bin ich seit Dienstag auch untergebracht im Greenhouse Backpackers, dem Gewinner für Australiens beste Backpacker-Unterkunft 2005 und 2006 sowie des Victorian Tourism Awards 2004. Zugegeben, das hat meine Auswahl schon derb beeinflusst, aber von alledem scheint 2009 nicht mehr viel übrig zu sein. Ok, die Rezeption ist nett, es ist alles da was man braucht, aber an Sauberkeit und Komfort bricht man sich hier definitiv keinen ab und jeder macht irgendwie sein Ding. Sagte ich jeder? Ein fast jeder, immerhin gibt es da noch Zimmer 5.07, mein Kabuff, dass ich mir mit 5 anderen Herrschaften teile.

Ich stelle kurz vor: Dave – Kiwiguy (Neuseeländer, trinkfest, 24), Joe – Dutchman (Holländer, Frauenheld), Hong – Koreaner und computerkrank, Jeremy – 1/2 Rockstar (Australier, abenteuerlustig, schnarcht nicht!!!) und der unbekannte 5. Asiate im Raum, den keiner kennt, den man nachts aber immer hört, weil er schnarcht und schmatzt, wie eine Sau – ehrlich! Die rücksichtsvollsten sind wir nicht wirklich, aber es geht gut zusammen. Eine Episode der vorletzten Nacht wird mir trotzdem noch eine Weile in Erinnerung bleiben, einfach weil sie zu abartig, lustig und gleichzeitig zu typisch für das Backpackerdasein hier in Australien ist. Wir schreiben 24Uhr – Jeremy und ich stolpern vom Dach des Backpackers, wo sich eine Art Biergarten befindet ins unsere Betten (nüchtern!!!) und werfen uns ins Bett. Zwei Uhr knallt die Tür auf, Dave kommt hereingepoltert, lallt wie ein Seemann und wirft sich ins Bett. Dave ist wirklich trinkfest und hat am Vorabend allen eindrucksvoll bewiesen, wie schnell er einen Liter Weißwein wegkippen kann und dann noch gerade laufen kann. Er sieht aus wie eine Mischung aus Mr. Bean und Robert Redford (also Trottel und Pferdeflüsterer) und benimmt sich auch so. Nach diesem Eintreten erstmal Ruhe. Drei Uhr – Frauenschwarm Joe betritt das Zimmer. Wie die Nächte davor, ist er auch diesmal nicht allein. Eine Australierin im Schlepptau und auch einigen Bierchen intus wollte er wahrscheinlich noch eine Grundsatzdiskussion im australischen Steuerrecht mit ihr führen, dazu kam es leider nicht. Mehr dazu später, genauer gesagt um 4.30Uhr. Jeremy brüllt los, Dave schmatzt und hustet aus seiner Ecke, Hong kichert und sein Laptop gibt irgendwelche Ballergeräusche von sich. Ich mit meinem Bärenschlaf werde wach und die Situation läßt sich nur mit einem Satz wiedergeben: „Das findet jetzt hier nicht wirklich gerade statt!?“

Dave hat seit seiner Ankunft im Zimmer nur gekotzt, zum Glück hatte er den Mülleimer noch gefunden und ne Plastiktüte mit ins Bett genommen. Seine Rülpser und Kotzgeräusche waren einfach widerlich. Ich habe nur einmal um die Ecke geschaut, um zu checken ob er noch lebt, nachdem 2 min keine Kotzgeräusche kamen. Er saß aufrecht im Bett und grinst mich an – „Everythings allright, dude!“ – Alles klar! Im Nebenbett die Diskussionsrunde aus Joe-Dutchman und der Australierin. Irgendwie haben sie ihre Diskussion fallengelassen und die körperliche Auseinandersetzung gesucht – im Klartext, die beiden rammeln wie die Kaninchen und Jeremy ist vom wackelnden Doppelstockbett aufgewacht – wie die Nacht zuvor, wie er mir später erzählte. Und unter mir Hong: sein Kichern schließe ich im Nachhinein auf die peinliche Situation, in der er sich als prüder Koreaner befand. „Mittendrin statt nur dabei!“ – dazu noch sein Laptop mit irgendwelchen kranken Ballerspielen, die er sich den ganzen Tag gibt – immerhin kümmert er sich gerade um einen tabellarischen Lebenslauf auf Englisch – es sei erwähnt, dass er in Melbourne Englische Literatur studiert und er kein Wort Englisch spricht. Vermutlich ein Ersti – hoffentlich! 🙂 In jedem Fall konnte ich es mir in diesem Moment nicht nehmen lassen aufzustehen und nochmal aufs Klo gehen – mein Aufstehen hat zumindestens für Ruhe gesorgt, zumindestens bei Dave, der mittlerweile eingeschlafen ist und bei Hong, dessen Stromkabel ich einfach gekappt habe. Joe-Dutchman und seine Diskussionspartnerin waren anscheinend auch fertig als ich wieder ins Bett kam und Jeremy hat geschlafen. Der unbekannte 5. im Raum war gar nicht erst gekommen – ich vermute er ist ein Geheimspion der chinesischen Regierung und wußte von allem im Vorfeld.

Das war in jedem Fall eine der beschissensten Nächte im 6er-Dorm, die ich jemals hatte. Joe hab ich am Morgen das letzte Mal gesehen, er ist abgereist und auch Jeremy ist wieder in Brisbane, wo er herkommt.  Man nimmt es aber mit Humor, immerhin haben wir alle noch dumme Sprüche gerissen über die Aussetzer der Anderen in der Vornacht – meine Weste war rein!!! Die Lehre war folgende: Ich ziehe auch aus. Momentan suche ich mir ein Zimmer irgendwo in Melbourne, denn das Praktikum an der deutschen Schule läuft mittlerweile, wenn auch nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht noch ein paar Zeilen hierzu.

Die Schule ist wirklich schön, wenn auch sehr klein. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es momentan nur 23 Schülerinnen und Schüler gibt und gerade mal 5 Lehrer, von denen gerade mal eine als Ortslehrkraft des Bundeslandes Baden-Württemberg angestellt ist. Der ganze Rest ist (wie an Privatschulen üblich) von der Schulleitung eingestellt worden, weil sie a) pädagogische Erfahrungen mitbringen aus Berufen im Vorfeld oder b) fachliche Kompetenzen aufweisen. Also in keinster Weise zu vergleichen mit einer staatlichen Schule in Deutschland oder auch nicht zu vergleichen mit Delhi. Und trotzdem hochspannend mitzuverfolgen, wie eine so kleine und vor allem junge Schule aus den Startlöchern kommt und in Richtung anerkannte Schule im Ausland hinarbeitet. Meine Unterstützung hat sie in jedem Fall und da im Moment ein Schwimmlager auf dem Plan steht, habe ich auch nicht den Stress und derartige Hostel-Kapriolen sind wegsteckbar. Mehr als am Beckenrand stehen und eine Stunde Deutsch, Mathe und Englisch am Anfang eines Schultages ist bisher nicht gelaufen. Das Problem bringt nur eine Sache mit sich: das liebe Geld. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass Australien sehr sehr teuer geworden ist. Im Vergleich zu 2004 haben sich so manche Preise fast verdoppelt und Lebenshaltungskosten sind in die Höhen geschossen. Ein Monatsticket der Straßenbahn im Melbourne kostet bspw. 189 A$ knappe 100 €, wenn man den momentanen (ziemlich bescheidenen) Wechselkurs anschaut. Nicht gerade wenig, aber leider Tatsache. Ein Zimmer ist nicht für unter 100 € die Woche zu  haben, was nicht voraussetzt, dass es ordentlich und möbliert ist. Am Mittwoch habe ich mir ein Zimmer angeschaut, wo es selbst mir die Fußnägel hochgekrempelt hat. Wochenpreis 150A$, ungefähr 80€ – nicht unbedingt das teuerste, aber für 3 verschimmelte Matrazen an eine Wand gelegt, ein kaputtes Fenster, spärlich mit einer Decke abgedeckt und unzähligen Europaletten im Zimmer, samt kauppten Lampen und zertretenen Ostereiern auf dem Boden nicht unbedingt das, was ich mir für die kommenden Wochen vorstelle – die Küche möchte ich gar nicht erst erwähnen. Einziger Vorteil: Die Toilette hatte einen Sitz, wo nur der Deckel gefehlt hat. Lichtblick in dieser nicht ganz alternativfreien WG. Auf meinen Rückruf wartet Will, der Ire bis heute.

In jedem Fall ist die Schule nicht in der Lage finanzielle Unterstützung zu geben. Es scheint so, als dass dies in keinem Fall möglich ist, da momentan die Schule selbst am Hungertuch nagt und alle Ausgaben gründlich diskutiert werden. Beim Staff-Meeting am vergangenen Dienstagabend bin ich bereits Zeuge davon geworden und kann davon ausgehen, dass die Tatsachen so stimmen. Die Kassen sind leer – fast wie zu Hause. 🙂 Fakt ist jedoch, dass ich nicht in der Lage bin 10 Wochen komplett aus eigener Tasche zu bezahlen, das habe ich in einem Kadergespräch am Freitag hervorgebracht und zu verstehen gegeben. Irgenwie muss auch etwas Bares reinkommen. Bei errechneten Monatskosten von über 1000€ ist das nicht möglich, zumal ich nicht nebenbei jobben darf, mein Visum gibt das nicht her und schwarz mache ich nach dem Trara mit meinem Visum keinen Ärger hier. Am Montag wird sich entscheiden, ob sich vielleicht doch etwas locker machen läßt, die Schulleiterin wird sich darum kümmern, hat sie mir versprochen. Ansonsten ist hier nach 5 Wochen Schluß und es geht zurück nach Brisbane, wo ich bei Achim und Lynda Malerarbeiten erledigen werde (im Childcare – als Freundschaftsleistung versteht sich 😉 – nicht dass hier noch die australische Steuerfahndung mitliest). Einen Gärtner-„Freundschaftsdienst“ in Gympie habe ich auch in Aussicht und dann war ja noch das Ding mit dem Hochseefischer. In jedem Fall mangelt es im Norden nicht an Alternativen und 5 Wochen reichen auch aus, wenn man es zum Nulltarif macht – anders ist es im Moment nicht möglich zumal  die Unterkunft in Brisbane / Gympie schon mal 400 € im Monat ersparen könnte. Aber die Entscheidung fällt am Montag, mit Sicherheit – die Tendenz steht fest. Weg hier, nicht weil es mir nicht gefällt – im Gegenteil, sondern weil die Umstände einfach zu schlecht sind hier wirklich Fuß fassen zu können – ein erster Tiefschlag nach 8 Monaten im Ausland. Aber das gehört dazu! Jeremys Zitat ist da nur zu passen: „How the hell did you find after only one day a job in this bloody city?“ – Tja, lieber Jeremy, du musst flexibel sein, zum Nulltarif arbeiten und dazu noch jeden Scheiss machen! Einfaches Konzept zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise! – Marke Michael und sicherlich nicht ganz sinnvoll! 😉

Außerdem wartet da „oben“ ja noch Wonni und die ist immer eine Reise wert, so wie am kommenden Wochenende, wenn sie herkommt, oder das Wochenende danach, wenn wir unser „Retrospective Weekend in Sydney“ feiern! 😉

„Aus einem Stolperer einen Hopser machen!“ – das hat meine Oma (Weltenbummlerin) mal gesagt, und das mache ich jetzt! Hoffe, sie hat das nicht nur auf ihre Wandertouren im Commonwealth und durch die Sahara bezogen. 😉

Ich nehme es mit Humor, Spaß habe ich jedenfalls genug hier und in Zeiten leerer Kassen und tagtäglicher Hiobsbotschaften in den Medien könnte meine Lage durchaus schlechter sein.

Viele Grüße daher aus Melbourne, ich suche mir jetzt mal was zum Essen.

Michael

PS: Bilder aus Tasmanien werden nachgereicht, ist im Moment nicht möglich und in Melbourne blieb die Linse bisher verschlossen.

Ei, Ei, Ei…

Posted in Australia on April 11, 2009 by indiapore

…was raschelt da im Busch? Wahrscheinlich ist es der flauschige Sonntagsbraten im Hasenkostüm – oder doch nur Mannie, der Haushund, der es vorgestern ernsthaft geschafft hat aus meinen Fängen zu entkommen und gut 15km weiter eingefangen wurde. Das war´s also mit „Hundeaufpasser für zwei Wochen“… Mission failed!

An dieser Stelle allen zu Hause, allen Delhi-Expats und allen Australien-Bekanntschaften ein frohes und erlebnisreiches Osterfest und viel Spaß beim Eiersuchen. Nachdem ich mit Wonni ein paar echt schöne Stunden bei gutem Wein und noch besserem Essen, inklusive beheiztem Pool in Gympie bei Achim verbracht habe, sind wir nun wieder in Brisbane angekommen. Ich habe den halben Samstag damit verbracht meine Abschläge im Golfen zu verbessern – das, was damals auf dem Mini-Golf-Platz „Abschlag“ hieß, ist in keinster Weise mehr mit dem zu vergleichen, was ich seit heute kann. Resultat: Achim war so begeistert, dass am ersten Maiwochenende ein Turnier – Wonni vs. Micha vs. Achim (vs. Roger) auf dem Plan steht. Über meinen eigenen Satz Hölzer und Eisen verfüge ich mittlerweile – Danke Achim, ich werde ihn in Ehren halten und fleißig trainieren, damit das Handicap unter 100 bleibt (die Japanerstory war lustig genug).

Jedenfalls, die Taschen sind gepackt und morgen Vomittag geht es dann auf Richtung Tasmanien, wo 8 Tage Rundfahrt anstehen – Tasmanische Teufel und Wombats inklusive. Mal schauen was kommt, in jedem Fall wirds spaßig – drei Weiber „im Schlepptau“ – den Auftakt haben wir letzten Donnerstag bei einer improvisierten Hausparty gemeistert! 🙂

Zum Abschluß dieses Posts noch ein kleines Osterei – frisch aus Oz. Seit ich hier bin, fröhne ich wieder ganz und gar meinen musikalischen Eroberungszügen. Neben „Juzzie Smith“, einer australischen Ein-Mann-Band aus Byron Bay, lief neben den indischen Indierockern von „Menwhopause“ vor allem eine Scheibe rauf und runter – okay, die beiden Homofürsten sehen wirklich schräg aus, aber die Musik ist einfach mal Bombe und bei guten 200 km inklusive Stau zwischen Gympie und Brisbane ein absoluter Gute-Laune-Garant. Also, Boxen auf für die australische Pop-Sensation vom anderen Ufer, für „Empire of the Sun“! Enjoy…

Wem´s gefällt, der schaut mal >>HIER<< oder >>HIER<<.

Frohe Ostern wünschen Wonni und Micha.

PS. Immer dran denken: Wer zu Ostern an den Eiern spielt, bekommt zu Weihnachten die Bescherung! Also… 😉

„Also!“, sprach der Bürokrat…

Posted in Australia on April 7, 2009 by indiapore

…und wenn für gewöhnlich solche Phrasen kommen, dann weiß man als gesetzter Deutscher, was auf einen zukommt. Definitiv KEINE problemlose Handhabe des Anliegens, statt dessen ein satter Papierkrieg und etliche Behördengänge! Dass Australien auch verwaltungs- und bearbeitungstechnisch nicht ganz so „easy going“ ist, habe ich ja bereits 2004 mit nach Hause genommen. Aber was sich diesmal anbahnt ist schlicht und ergreifend „Sackgang hoch 13″… Aber immer der Reihe nach!

Wir schreiben Dienstag mittag, 12Uhr. Yvonne sitzt seit Tagen an einem Assignment für ihr Studium, ich durchforste meine Stundenplanungen aus Delhi um einen halbwegs ordentlichen Praktikumsbericht zusammenzutippen. Im Nacken sitzen mit etliche Aufgaben, die es alle heißt innerhalb 2,5 verleibender Tage zu erledigen – Aufgabe 1: Praktikumsbericht. Hätte ich doch bloß meine Festplatte nicht in Delhi geschrottet, dann wäre die ganze Tipparbeit jetzt nichtig. Aufgabe 2: die ganzen Schreiben und Bescheinigungen für das Praktikum in Melbourne einholen und Aufgabe 3: Mein gottverdammtes Visum, bei dem die australischen Behörden wahrscheinlich mehr als nur geschlampt haben – sie sehen es noch nicht mal ein einem Rede und Antwort zu stehen. Fucker!

Wer in Oz im Bildungssektor arbeiten will, der darf sich seit 2008 auf Einiges an Papierkram freuen. Ich bspw. benötige für mein Praktikum an der DSM ein polizeiliches Führungszeugnis (um sicherzustellen, dass ich kein vorberstrafter Kinderschänder bin) sowie ein „Working with children“-Zertifikat, welches neben meinen Daten auch meinen Werdegang erfaßt und sicherstellen soll, dass die Kids hier nicht mit irgendwelchen kranken Typen in Berührung kommen bzw. man diese schnell ausfindig machen kann. An und für sich eine sehr gute Sache – wenn man sich hieran und hieran zurückerinnert, dann kann ich dem nur zustimmen und gehe diesen Weg gerne. Trotzdem Wege, die man nicht unbedingt mit Jubelgeschrei aufnimmt. Egal, Problem stellt lediglich mein Führungszeugnis dar, denn das kann man nur im Inland (Deutschland) persönlich beantragen und die einzige Behörde, die das für Deutsche im Ausland macht, stellt sich dumm und kann es angeblich nicht machen. Prima! Aber das deutsche Konsulat in Brisbane wird mir schon helfen, vorausgesetzt der Herr ist mal da. 😉 Das „Working with children“-Zertifikat kann man angeblich problemlos binnen weniger Minuten auf jedem größeren Post-Office beantragen, oder man läßt sich ein Formular zuschicken, welches man zurücksendet und dann ist man registriert. Ich habe zweiteren Weg gewählt, nur das Formular läßt auf sich warten, mal schauen, ansonsten wird das in Melbourne mein erster Weg sein.

Mit meinem Visum sieht es weniger gut aus. Hier hat die ausstellende Behörde einfach geschlampt und meinen Antrag verlegt, obwohl ich ihn online eingereicht habe. Klasse! Bis heute wurde nichts bearbeitet, geschweige denn ausgestellt. Darum bin ich mit einem regulären Touristenvisum unterwegs – Haltbarkeit 3 Monate (bis 28.60.2009 – einen Tag nach Beendigung meines Jobs in Melbourne).  Da ich aber stolze 100A$ für das Visum, das ich nicht bekommen habe, hingelegt habe, werde ich hartnäckig bleiben und den Betrag zurückfordern. Ansonsten muss ich mal schauen, wie es ausschaut die australische Regierung zu verklagen. 🙂 Aber schon krass, wenn man sich nicht mal auf so etwas verlassen kann.

Der Plan sieht jetzt aber folgendermaßen aus, da ich mir hier auch keinen unnötigen Stress aufhalsen will: da der Rückflug bereits für den 20.08.2009 gebucht wurde, muss ich definitiv das Land verlassen und wieder einreisen. Yvonne und ich haben entschieden zwei Wochen nach Neuseeland überzusetzen und dort eine Tour zu machen. Es wäre eh früher oder später mal unser Urlaubsziel gewesen und warum nicht schon mal „rüberschippern“, zumal die Tour uns wahrscheinlich genausoviel kosten wird wie 14 Tage in Australien, denn die Preise hier sind aufgrund des extrem schwachen Australischen Dollars dermaßen gestiegen und die Preise sind horrent hoch vor allem für Dinge, die das tägliche Leben ausmachen. Bsp.: ich habe vergangene Woche 23A$ (ca. 12€) für 4 Hähnchenfillets ausgegeben. Aldi-Veteranen können da nur mit dem Kopf schütteln, aber es ist einfach krass geworden. Zum Glück gibt es da immernoch die 2-for-1-Mahlzeiten im  benachbarten Pub. Zwei 450g-T-Bone-Steaks mit Fritten und Salat für umgerechnet 14€ – da kann man nicht meckern, zumal Steak eh nach Indien wieder ganz hoch im Kurs steht! 🙂

Um jetzt aber nicht zu sehr rumzujammern, immerhin geht es uns beiden seeehr gut hier (nicht zuletzt Achims und Lyndas Gastfreundschaft wegen), die letzten Tage und vor allem das Wochenende waren echt der Knaller. Freitag Abend schön durch die Pubs und Clubs (wo man mich aufgrund „falscher“ Schuhe nicht reinlassen wollte) mit ordentlich „Jäger-Bombs“, ging es Samstagmorgen leicht verkatert nach Byron Bay – Wonnis scheinbares Lieblingsdomizil an der Eastcoast – nicht zuletzt wegen dieser Fummel hier, sondern auch wegen des wirklich krassen Strandes, der gigantomanischen Wellen und der Hammeraussichten. Jedenfalls war ordentlich Spaß am Wochenende angesagt und das Wetter hat auch zu 75% mitgespielt. Der Rest der Zeit wurde eh im Pub verbracht oder mit Schlafen und abspannen. Am meisten angetan haben mir es die vielen T1-Bullis in und um Byron. Wirklich geil, komplett aufgebaute Oldies und richtig fein im Surferstyle hergerichtet – die waren 2004 definitiv noch Mangelware und versprühen neben ordentlich Abgasen auch ein echt derbes Reotrofeeling a´la „Back to the Sixties“.

Angesichts all dieser Ereignisse und der Aussicht, dass es Freitag erstmal nach Gympie und Sonntag dann nach Tasmanien geht, läßt sich auch der ganze Papierkram und Unikrempel ertragen – nur: man sollte ihn nicht vergessen! Kaum aus Tasmanien zurück geht es am kommenden Vormittag schon nach Melbourne, wo am Folgetag die Arbeit in der Schule beginnt. In jedem Fall geht es derbe voran und es wird einem mit Sicherheit nicht langweilig hier…

Viele Grüße daher von den beiden Arbeitstieren Wonni und Michael.

PS: Bilder der vergangenen anderthalb Wochen >>HIER<<

Flash, zweite Runde… Down Under

Posted in Australia on April 1, 2009 by indiapore

Sowohl zweite Runde in punkto Auslandsaufenthalt. Nach Indien ist Australien soz. die zweite größere Station meiner Reise und zudem mein zweiter Aufenthalt auf der „Insel“ nach 2004. Diesmal aber mit anderen Voraussetzungen. Yvonne absolviert gerade ihr Auslandssemester hier, wir haben bis jetzt beide Unterschlupf bei guten Freunden und weitläufiger Verwandtschaft gefunden und ja, wir haben beide gut zu tun. Die Eine steckt schon mitten drin, bei dem Anderen geht es in gut 4 Wochen los. Aber immer schön der Reihe nach!

Abschied aus Indien. Zum Schluß ist es mir wirklich schwer gefallen Abschied zu nehmen. Wie schon erwähnt, aus der Antipathie ist zum Schluss eine handfeste Liebe geworden – eine Liebe zum Chaos, zu den Menschen und zu den vielen Dingen, die mein tagtägliches Leben in Delhi ausgemacht haben. Ich werde es vermissen und ich denke ich Moment trotz Yvonne an meiner Seite sehr oft an das zurück, was ich noch vor einer halben Woche um ich hatte und was mein dortiges Leben war. Die Gründe sind simpel:  Man hat sich mit der Situation in Indien arrangiert und Australien hat sich verändert. Es hat sich sehr verändert und wie ich finde nicht unbedingt nur zu seinem Besten. Brisbane ist wirklich schön geworden – wo früher noch Brachland war, stehen 5 Jahre später Hochhäuser und Shoppingmalls. Und genau da fängt das Dilemma an. Nicht, dass ich es nicht mag einkaufen zu gehen, aber man wird förmlich überschlagen und es dreht sich alles nur um das eine – Kaufen, kaufen, kaufen! Nach Indien, wo man so ziemlich alles irgemdwo auf dem Bazaar oder vom Markt bezogen hatte, schon eine echte Umstellung, wenn auf einmal wieder alles überall und jederzeit verfügbar ist. Das wird dem deutschen Leser warscheinlich jetzt komisch vorkommen, aber es ist wirklich ungewohnt und der Überfluss macht einem nach Indien nur zu schaffen, wenn man sieht, dass es dort Menschen gibt, die nichts hatten – absolut nichts. Hinzu kommen die Preise. Australien / Brisbane ist extrem teuer geworden, wie ich finde. Vielleicht mag das an meiner im Moment doch recht begrenzten Reisekasse liegen, jedenfalls scheint uns und den Australiern ein Land wie Indien um Längen voraus zu sein, denn hier weiß man, dass ein Teller mit ordentlich Futter drauf nicht gleich mal 20A$ kosten muss und dass das in keinerlei Verhältnis zueinander steht. Australien scheint mir demnach nicht mehr das Backpacker-Traumland zu sein, das es einmal war. Ich hoffe der Eindruck verändert sich wieder – denn an und für sich ist es sehr schön hier, nur eben nicht gerade Low-Budget-Touri-freundlich.  😉 Punkt drei und gleichzeitig der schwerwiegendste: das Feiern. Ich bin kein Kind von Traurigkeit, das weiß jeder und exzessives Feiern ist mir ebenso in die Blutbahn gelegt wie Blödsinn machen und Durchdrehen, wenns sein muss. Aber die Feierkultur der Aussis ist echt krass. Es geht wirklich nur noch ums Saufen! Lyndas Geburtstagsparty war gleichzeitig meine Welcome-Party – ich habe mich sehr darüber gefreut, auch wenn ich warscheinlich der letzte Gast war, der aufgekreuzt ist. Gefeiert wurde stilecht in einem Hotel und was 2004 noch Party mit Alkohol war, ist mittlerweile Alkohol mit Party geworden. Es konnte keiner mehr gerade blicken und man schießt sich völlig ab. Bis zum Umfallen. Deutsche Azubis in der Türkei scheinen da wirklich noch einen Heiligenschein zu tragen. Ich weiß gerade nicht, ob ich nach Indien zu spießig geworden bin, aber ich meine auch hier gut gefeiert zu haben und der ein oder andere Kater war auch am nächsten Morgen drin. Aber das hier ist der schiere Wahnsinn, wirklich – ich übertreibe nicht! Vor meinem Flug nach Australien habe ich in einer „Brigitte-Studie“ gelesen, dass über 60% aller Über-18-Jährigen regelmäßig Alkohol trinken und in die Kategorie „Gewohnheitstrinker“ fallen. Denke ich zurück, dann ist das definitiv der Fall, wenn nicht sogar noch krasser.

Okay, genug lamentiert. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu geflasht, obwohl ich die Herfahrt zu Yvonne und Lynda eher als gewöhnliche Nachtfahrt durch eine deutsche Großstadt empfand. Australien und Deutschland sind sich im Bezug mit Indien doch seeehr ähnlich. Aber warscheinlich wäre mir eine Umstellung in Deutschland ebenso schwer gefallen wie es gerade jetzt der Fall ist.

Trotz aller ersten Eindrücke (die zugegeben nicht unbedingt die Besten sind), habe ich aber auch schon wieder einige Plätze aufgesucht, die meinen Aufenthalt in 2004 geprägt haben. Da wären zum Beispiel die Alliance Tavern, die mittlerweile einen neuen Betreiber gefunden hat und sich total verändert hat. Mein Zimmer von damals exisitiert nicht mehr, es ist ein Immobilienbüro eingezogen, aber die Bar und das Restaurant sind noch immer da, auch wenn der Charme von damals und die Urigkeit (das hat mit Lynda bestätigt) verloren gegangen ist. Das Bier schmeckt nach wie vor sehr gut (mein Gott, ich verfalle dem Sog! 😉 ), aber sonst ist nicht viel von „damals“ geblieben. Was aber geblieben ist, Sushi zum Dönerpreis! Nach 3 Monaten auf Abstinenz war das auch mal wieder bitter nötig und so kam es, dass Wonni, Lynda, Kristina und ich Sonntag Abend erstmal richtig die Schälchen haben klappern lassen und für knapp 110$ reingehauen haben, was das Zeug hielt. Es war auch weniger verwunderlich, dass ich der „Schälchenkönig“ war – es war einfach zu gut nach so langer Zeit – und endlich mal mit der Garantie nicht an Durchfall, Hepatitis oder sonst was am nächsten Tag flach zu liegen… 🙂

Mittlerweile haben sich auch einige Neuerungen in punkto Jobs ergeben. Gerade habe ich mit Lynda ausgemacht, dass ich in der kommenden Woche als Gardener im Childcare anfangen werde. Es müssen wohl einige Dinge im Garten des Centers erledigt werden und da will ich mich für die ganze Gastfreundlichkeit hier mal erkenntlich zeigen. Viel wichtiger aber eine Zusage aus Melbourne, von der ich bei der Anzahl an eingehender Bewerbungen nicht gedacht hätte, dass es tatsächlich mich trifft. Die Deutsche Schule in Melbourne hat noch am letzten Arbeitstag in Delhi mit mir und meinen dortigen Chefs Kontakt aufgenommen und sich intensiv über mich erkundigt. Ein Interview mit meiner Cheffin, ein Interview mit mir und einige Mails zwischen den Parteien und das Resultat steht fest: ab 21. April 2009 werde ich für 10 Wochen eine Assistenzstelle an der Deutschen Schule in Melbourne anfangen. Angesichts der Tatsache, dass es insgesamt um die 10 Bewerbungen täglich sind, die „reinkommen“, macht es mich besonders stolz der Auserwählte zu sein und ich bin gespannt was auch mich zukommt… In jedem Fall werde ich hier meine Kenntnisse und Fähigkeiten aus Delhi noch vertiefen können. Ich freue mich drauf zumal die zwei Monate Westküste im Anschluss mit Wonni dadurch dann mehr als gerechtfertigt sind. 😉 (gelle, Mom und Homer!?)

Gut, das soll´s dann erstmal gewesen sein. Viel ist bisher noch nicht passiert. Am Wochenende geht´s erstmal nach Byron Bay, wo ich mich mal am Wellenreiten versuchen will und wo Yvonne ihren Bikini-Spleen in vollen Zügen ausleben kann (kaufen, kaufen, kaufen!). Die Woche danach wie gesagt Gardening und über Ostern nach Gympie zu Achim (dem ich noch ne Flasche Bombay Saphyre organisieren muss, da man mir die erste abgenommen hat im Flieger…). Vom 12. – 20. April dann nach Tasmanien und dann erstmal wieder Arbeit! Bis dahin noch Praktikumsbericht tippen.

Also, bis die Tage. Ich bin gerade beschäftigt – Mannie der 5monatige Haushund braucht gerade seine Schmuseeinheit.

Grüße aus sonnig bis schwül-warm Brisbane / Queensland.

Michael

PS. Bilder vom Farewell in Delhi >>HIER<<

PPS. Benni, Heike und Christina – euch Dreien eine gute Heimreise aus Indien!

Boom Biddy Bye Bye…

Posted in India on März 26, 2009 by indiapore

…it´s time to say Good Bye! (Zitat: Cypress Hill, „Boom Biddy Bye Bye“) Aus Schluss vorbei! Indien ist nahezu Geschichte und während ich mir hier einen Text aus den Fingern sauge, merke ich eigentlich wie sehr mir dieses Land mit all seinen Ecken und Kanten ans Herz gewachsen ist. Es tut mir weh, wenn ich daran denke, dass morgen Abend 23.10Uhr ein Flieger nach Kuala Lumpur abhebt und ich ein Land verlasse, dass ich mindestens genauso liebe, wie ich es anfangs gehasst habe. Indien und ich sind doch Freunde geworden – ich hatte anfangs Zweifel, ob das möglich ist, aber es ist doch was geworden mit uns Zwei´n. Und wenn man dann noch eine Horde Menschen um sich hat, die einem nach und nach mehr und mehr ans Herz gewachsen sind, dann tut so ein Abschied doppelt weh. (…und da kullert tatsächlich eine Träne herunter…)

Einzig die Aussicht auf ein Mädel, das am anderen Ende dieser Erde auf mich seit fast 7 Monaten wartet, läßt mich mit Indien vorerst abschließen und ich freue mich wie verrückt auf dich, mein Engel!

Trotz allem ist es jetzt an der Zeit Tschüß zu sagen. Tschüß zu einem Land, dass an Vielfalt wohl nur schwer zu übertreffen sein wird, dass an Schönheit, Häßlichkeit, an Freundlichkeit und Hass untereinander und gegeneinander seinesgleichen sucht. Ein Land, dass mich voll und ganz in Seinen Bann gezogen hat. Es waren knappe 7,5 Monate hier in Indien – 7,5 wunderschöne Monate, wenn ich jetzt zurückblicke. Ich meine einiges gesehen zu haben – vor allem der Norden hat es mir angetan. Zum Schluss auch der Süden, den man so ganz und gar nicht mit dem Norden vergleichen kann. Und trotzdem habe ich mich überall wohl, sicher und respektiert gefühlt. Ich habe ein Praktikum absolviert, dass mich in meinem späteren Berufsfeld um Längen nach vorn gebracht hat, dass mir die Bestätigung gegeben hat seit 4 Jahren das Richtige studiert zu haben und wo es mir ebenso schwer fällt jetzt Good Bye zu sagen. Es ist einfach unbeschreiblich schwer jetzt die richtigen Worte zu finden. Am liebsten hätte ich meinen Schatz jetzt bei mir und könnte hier noch eine Weile bleiben. Es tut weh, aber an Aussichten und kommenden Ereignissen wird es nicht mangeln und ich möchte mich nicht beschweren. Die Zeit hier hat mich geprägt, ich habe viele Fassetten menschlichen Daseins erlebt – Schöne, weniger Schöne, bis hin zum Grauen auf Erden (die verdammte Armut kann ich immernoch nicht wahrhaben). Ich habe mein eigenes „Incredible India“ erlebt, habe es genossen, bin dankbar für die Zeit die ich hier hatte. Bin dankbar für alle die daran mitgewirkt haben, die für mich Indien zu dem gemacht haben, was es für mich heute ist und was ich in den kommenden Jahren definitiv wieder besuchen werde um dieses Wahnsinnsland auf seinem Weg in Richtung „Erste Welt“ zu begleiten. Es ist unbeschreiblich.

An dieser Stelle ein dickes dickes Dankeschön und ein ganz fester Drücker an alle Menschen aus der vergangenen Zeit hier in Indien:

Jitka, Christina, Verena, Heike, Max, Oli, Wolle, Julius, Mike, Ann-Christin, Kristopher, Yannick, Thomas, Benni, Eric, Sebastian, Fabian, Kristina, Verena, Sabrina, Sanela, Alex, Nils, Marietta, Ulrike, Maja, Helen, Irina, Sakshi, Sumati, Sid, Rahul 1, Rahul 2, Sinja, Anand, Aruna, George, Ms Virmani, Aungelie, Ms Gopalans, Carmen, Col. Monty, Rucheeka, Isi, Jay Deep, Jocelyn, Anup, Sarabjit, Leonie, Luis, Matthias, Michael, Kathrin, Nura, Pryanka + Freund, Robert, Simon, Sven, Vishal, Katrin, Claudi, Will, Wolf, Andrea, Christina, Tobias, Marika, Sandra, Ulla, Ulrike, Sven, Bernhard, Ulf, Jaswant, Alisson, Maren, Laurent, Carolin, Cordula, Pia…  und natürlich einer Freundin, die das alles mitgemacht hat – Yvonne!!! … und natürlich Mom und Homer – danke, dass ihr diese Nummer akzeptiert habt und mich meinen Weg so gehen laßt, wie ich es will und mich dabei noch so selbstverständlich unterstützt! Ihr seid tolle Eltern und Yvonne du bist eine noch bessere Freundin und ich bin dankbar, dass ihr Drei immer für mich da seid!

(die Aufzählung unterliegt um Gottes Willen keiner „Reihenfolge“, sondern ist lediglich das Produkt meiner repetitiven Fähigkeiten meines Kleinhirns… 😉 – sollte ich irgendjemanden vergessen haben, ihr seid nicht vergessen – irgendeine Episode in meinem Leben wird euch wieder in Erinnerung rufen und dann kommt ihr hier mit rein, versprochen!!!)

Indien, du wirst mir fehlen – verdammt nochmal sehr sogar!!!

Ich freue mich auf eine Abschiedsparty gemeinsam mit Benni und Yannick, die sich gewaschen hat und von der man hoffentlich morgen noch in Delhi spricht!

„Party on, Wayne!“ (Zitat: Benjamin Klement, 2009)

Ich werde euch alle vermissen!

Euer Micha

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Reif für die Insel(n)

Posted in India on März 14, 2009 by indiapore

Der Tag der offenen Tür ist Geschichte. Alle Projekte liefen einwandfrei über die Bühne und der Tag war ein voller Erfolg – sogar der momentane „Ersatzbotschafter“ der Bundesrepublik erschien nebst Gattin auf dem Gelände der DSND. Mein Projekt zum Thema „Fliegen“ im Naturwissenschaftenunterricht verlief ebenfalls einwandfrei – Resultat: ein abgehobener Heißluftballon, ein abgebrannter Ballon, ein außer Kontrolle geratener Solarzeppelin, unzählige Bruchlandungen mit dem R / C – Flieger und Massen von Papierfliegern aus dem Fliegercontest. Maximal erreichte Weite: 18m! Der Weltrekord aus Salt Lake City von 2006 beträgt knappe 60m – es bleibt also noch genügend Arbeit um diesen Rekord zu knacken! 🙂

Wie geht´s nun weiter? – Nachdem die letzten Wochen absolut krass schnell an mir vorbeigezogen sind und so ziemlich jeden Tag ein anderes Highlight ins Haus stand, bin ich nun am Ende meiner Kräfte angelangt – seit Mittwoch bin ich endgültig in Indien angekommen und es plagt mich ein Durchfall, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte, hinzu kommen Magenkrämpfe und akuter Schlafmangel. Betrachtet man aber die letzten Wochen, so ist das nicht verwunderlich und schon gar nicht wundert mich mein gesundheitlicher Zustand – immerhin ist hier gerade so etwas wie Sommeranfang und einen richtigen Frühling gab es nie. Das heißt im Klartext „Bakterienschwemme und neue Keime“ überall. Selbst die abgewaschene Gabel im Luxusresaurant wird da zur akuten Keimzelle. Naja, und neben mir haben auch noch 4 andere Kollegen und Freunde das Problem mit dem „flotten Otto“ und dem Punkkonzert im Magen. Egal, es ist nahezu ausgestanden und ich bin auf dem besten Weg der Besserung.

Arbeit erledigt, Praktikum nahezu vobei. Wie weiter? – Morgen ist es dann endlich soweit. Es geht mal wieder in die Ferne. Für meinen „Finaltrip“ habe ich mir einen Ort herausgesucht, von dem ich vorher gar nicht so wirklich wußte, dass es ihn gibt – die Andamanen und Nikobaren – eine Inselgruppe im Bengalischen Meer und irgendwo zwischen Indien, Myanmar und Thailand gelegen und eigentlich so überhaupt nicht mehr Indien, wenn man die Ureinwohner betrachtet und die räumliche Lage in Betracht zieht. Ein Ort, an dem ich warscheinlich so schnell nicht wieder hinkommen werde und der mir genau deswegen eine Reise wert ist. Mit Oli habe ich mich bereits verabredet und der Bayer hat es tatsächlich schon geschafft in Port Blair einzuchecken. Mittlerweile hält er sich auf Havellock Island auf und hat „Dorf Nr. 5 “ bezogen. Mal schauen, ich werde wohl morgen auch erstmal dahinschauen und dann die Seele im türkisblauen Wasser bei schloweißen Sand mit „Kaltschale“ und Seafood baumeln lassen. Die Bilder sprechen auf jeden Fall für sich und ich bin jetzt schon total aus dem Häuschen, was mich morgen erwartet. Um 6 Uhr geht es los, über Kolkata nach Port Blair und von dort mit dem Schiff weiter nach Havellock (zu Dorf Nummer 5) 🙂 Mal schauen, wie weit ich es in den 9 Tagen schaffen werde. In jedem Fall ist mein großes Ziel Diglipur, ein Dort im Norden der Inselgruppen, wo es angeblich Ureinwohner gibt, die beim Rest der Inselgruppen als Kannibalen verrufen sind. Die Frauen der Onge haben so große „Gesäße“, dass es ihnen schwer fällt sich zu bücken bzw. sich hinzusetzen. Ich bin mal gespannt – einerseits auf einen „Mc Human“, andererseits auf Frauen mit Hintern, größer als der einer Sambatänzerin aus Rio! 🙂 (Yvonne, verzeih mir, aber das ist es mir wert… 🙂 )

Ich verabschiede mich also vom mehr oder minder „trauten“ Festland. Solltet ihr nie wieder etwas von mir hören, dann wisst ihr, dass ich im Kochtopf der Onge gelandet bin und man sich nun auf den Andamanen an einer Leipziger Lende versucht.

Hier noch wie versprochen ein paar Bilder der vergangenen Tage.

Bilder von den Holi-Feierlichkeiten >>HIER<<

Bilder vom Grundschulzelten >>HIER<<

Bilder vom rheinland-pfälzischen Delegationsempfang in der Botschaft >>HIER<<

Ich werde mich jetzt langsam auf den Weg in die deutsche Botschaft machen, wo angeblich der Pool schon eingelassen wurde… Es grüße aus dem 35 Grad warmen Delhi

Michael

Vollgas in Richtung Nirwana!

Posted in India on März 12, 2009 by indiapore

Verdammt, ich hänge in der Berichterstattung dermaßen hinterher, dass es keinen Sinn mehr macht ellenlange Berichte zu tippen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die letzten Wochen alles um mich herum schneller geworden ist, ich aber immer langsamer werde und alles auf mich eindrischt, als gäbe es kein morgen mehr. Egal, es sind noch knappe zwei Wochen hier und es steht jede Menge an, bzw. es ist noch vielmehr passiert. Darum hier eine Art „Wortfetzen“-Resümee der letzten beiden Wochen…

Grundschulzelten: 26. – 27. Februar, Gurgaon

männliche Begleitperson gesucht – Praktikant gefunden – außerhalb Delhis gelegen – schönes Farmhouse – Zelte aufbauen – Ausflug in botanischen Garten – geiles Anwesen – viele Blumen – noch mehr Bäume – gutes Essen – ca. 50 abdrehende Kids – Ochsenkarrenfahrt in ein Dorf – sehr ursprüngliche Zustände – kein Strom – Rückständigkeit – Besuch einer indischen Regelschule – Ochsenkarrenfahrt zurück – Abchillen im botanischen Garten – immernoch 50 durchdrehende Kids – Kamelreiten – Rückfahrt ins „Camp“ – Abendessen – Nachtwanderung – Herr Lieberodt´s ultrabrutale Gruselstory – unzählige verängstigte, aber jetzt ruhigere Kids – Lagerfeuer – Nachtruhe – Aufwachen nach 3h Schlaf – Abbau – Rückfahrt Schule – Duschen – Sachen wechseln – Fahrt zum Bahnhof…

Ranthambhore Nationalpark: 27. Februar – 01. März, Sawai Madhopur

6h Zugfahrt – Ankunft – dämliche Rickshawfahrer – Fahrt durch die Wüste Rahjasthans – Steckenbleiben – Anschieben – Meckern – Schwitzen – Dreck – Dunkelheit – Endlose Diskussionen und „Wüstendisco“ – Rettung durch Four-Wheeldrive – Ankunft im Basecamp – schicke Zelte – feudales Lebensgefühl – indisches Abendessen – Nachtruhe – 3h Schlaf – Aufstehen 5.30Uhr – Beginn Safari I – Eiseskälte – Dämmerung – viel Rotwild, Affen, Vögel – aufgehende Sonne – weniger Tiere – Pause – Ausflug in Dorf – Unmengen starrende Inder – Belagerung – Enge – Ausbruch durch Flucht – Kühles Bier ergattert – Entspannung – Sonne – Beginn Safari II – Krokodile, Vögel, Pfau – Anruf – Losrasen – Durchpreschen – Ankunft an unbekannter Stelle – chillender Tiger in der Sonne – totale Stille – sich ahlender Tiger – Ankunft Safaribus – Affentheater – Fotografiere – Gestaune – gähnender Tiger – diskutierende Inder – angewiderter Tiger – staunende Inder – aufsteheder Tiger – verschwindender Tiger – perplexe Parkbesucher – Rückfahrt zum Basecamp – tolles indisches Abendessen – Wein – Abchillen in der Abendsonne – Ruhe – lange Gespräche – Bett – Schlaf 4h – Weckerklingeln 6.30Uhr – Katerfrühstück – Beginn Safari III – ertragbarere Kälte – selbes Viehzeugs wie am Vortag – neu: wilder Leopard in riesiger Entfernung – Wow! – Staunen – Fotografieren – Weiterfahrt – Partysafari mit 6 Deutschen, von denen keiner still sein kann – Kreuzung – Staunen – Vollbremsung – Tiger 5m vor unserem Auto mitten auf der Straße – Totenstille – erste zaghafte Griffe nach Kameras – Tiger = Tigerin – schaut uns an – Zurückstarren – Feststellung: „Da liegt ein Tiger vor uns auf der Straße“ – Tiger: steht auf – läuft vor uns her – wir folgen – Staunen – Durchdrehende Fotofinger – überglückliche Safariteilnehmer – verschwindender Tiger im Gebüsch – totale Aufregung – Kaum Fassen-Können des Gesehenen – Weiterfahrt – angebende Tourguides bei vorbeifahrenden Safarigästen – überglückliche Deutsche – Pause – Aufbruch zum Hunter Fort – Aufstieg bei praller Mittagssonne – Wasserflasche vergessen – Scheisse – Selbst ist der Mann – Weiter aufwärts – Massen von Disteln, Stacheln und anderem blöden Grünzeugs – zerkratzte Beine und Arme – Schnauze voll – Ankunft Fort – Wahnsinnsblick auf den Nationalpark – total verwildertes Fort – abenteuerlustige 2 Michas – skeptische Kathrin – Tomb Raider / Indiana Jones – Session – Fotografieren – Abstieg – nervige Inderkids – Ankunft im Dorf – Trinken kaufen – Durst löschen – zurück zu den Anderen – Weiterfahrt – Safari IV – Unmengen an Wild – Affen – Krokodile – Rückfahrt Basecamp – schöner Tag – Chillung im Zeltlager – Prahlen mit Tigerfotos – Übertrumpftwerden vom Campinhaber mit noch geilere Aufnahmen – trotzdem zufrieden sei – Abendessen – Duschen – Tasche packen – Rückfahrt Bahnhof – gerade noch rechtzeitig ankommen – überrascht sein, dass der Zug mal pünktlich ist – Schlafabteil beziehen – Buch lesen – einschlafen – entsetzt aufwachen und feststellen, dass der Zug 30min zu früh am Ziel ist – Krempel zusammenpacken – aus dem Zug springen – Rickshaw zur Unterkunft – Duschen – Schulzeug packen – Arbeit…

…es folgt eine 5-tägige Wochenendunterbrechung, die im Volksmund auch „Werktage“ genannt werden…

Mumbai: 06. – 08. März

Freitag Mittag – Nachtischwettessen mit Kollegen – Aufbruch zum Bahnhof – Zug suchen und finden – Einsteigen – Abteil beziehen – 16h Zugfahrt fürchten – vollgefüttert werden vom Zugpersonal – endlos quatschen – Bett beziehen – lesen – Musik hören – einschlafen – 7h Schlaf (!!!) – aufwachen – frühstücken – fast platzen – ankommen – Taxi suchen – Besuch Haji Ali-Moschee – Teigtaschen essen – Durchfall bekommen – ärgern – Hotel suchen/finden – durch Mumbai schlendern – mit Heike und Rahul treffen – viel rumlaufen und im Café Leopold abhängen – zu viel gutes Essen – Taj Hotel bei Nacht anschauen – Aufruch zum Rooftop-Café – Abchillen in La Playa-ähnlicher Atmosphäre – gutes südindisches Essen – zurück zum Hotel – schlafen – Schlaf (8h!!!) – Aufstehen – Frühstück – Treffen mit dem Rest – Beginn Stadtrundfahrt – 4h tolle Plätze in Mumbai bestaunen – feststellen, dass Mumbai einfach mal ne krasse Stadt ist und so gar nicht das typische Indien repräsentiert – glücklich sein – noch mehr essen in einer Bäckerei – fast platzen – Einkaufsbummel – Pub-Besuch – Steak-Burger – noch voller werden – Aufruch zum Hotel – Taschen holen – Fahrt zum Flughafen – rechtzeitig ankommen – Einchecken – Rückflug nach Delhi – pünktlich in Delhi ankommen – zurück in Unterkunft – Einschlafen…

…es folgt eine weitere Wochenendunterbrechung in Länge von 2 „Werktagen“!

Holi: 11. März, indisches Fest der Farben

Feiertag – ausschlafen – Treffen mit den anderen – Vorfreude und Fahrt zur Farmhouse-Party – Ankommen nach guter Stunde Irrfahrt durch Delhi – Farbbegrüßung voll ins Gesicht – keine 3min sauber geblieben – Farb- und Wasserschlacht vom Feinsten – krass eingesaut – viel gegessen, getrunken, gefeiert, getanzt – ein/zwei Bhang zu viel (indischer Feiertagsmilchshake mit ordentlich Ganjaa!) – abgechillt weggetreten – Weiterfahrt zu anderer Farmhouse-Party – Feststellen, dass die erste Party viel geiler war – dreckig wie ein Schwein – total happy – Fahrt nach Hause – 2h unter der Dusche – immer noch net sauber – leicht abwesend ins Bett und bei Subway-Sandwiches Sonntagschillmusik gehört – eingeschlafen…

…wir betreten das Hier und Jetzt! Ich bin wieder voll da, war nie wirklich weg. Habe noch einen Tag Arbeit vor mir, dann Tag der offenen Tür. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Heute Abend ein Empfand mit Kurt Beck in der deutschen Botschaft – kostenloses Abendessen!!! Morgen Abend Abeschiedsessen mit Freunden… 🙂 Sonntag dann Tasche packen und ab auf die Andamanen, wo Oli wartet und wo 9 Tage einfach mal nix ansteht außer Schnorcheln und Seafood-Wettessen.

Die Tage sind fast gezählt und ich bin wenigstens wieder im Reinen was die Berichterstattung angeht. Bleiben noch die letzten Visumsorganisationen für Australien und das Zusammenpacken meines Hausrates nach 7 Monaten Indien.

Dauerstress – daher hier ein abruptes Ende. Nächster Eintrag dann am Samstag nach dem Tag der offenen Tür.

Bilder von Ranthambhore >>HIER<<

Bilder von Mumbai >>HIER<<

Es grüßt der Herr mit der grünen Brille!